Die 75-Prozent-Sonderabschreibung 2026 für reine E-Dienstwagen nach Paragraf 7 EStG
Mit dem BMF-Schreiben vom 11. November 2025 hat das Bundesfinanzministerium eine der wichtigsten Erleichterungen für Unternehmen mit Elektro-Dienstwagen konkretisiert: die Sonderabschreibung nach Paragraf 7 Absatz 2a Einkommensteuergesetz. Die Regelung erlaubt es, reine Elektrofahrzeuge im Jahr der Anschaffung zu 75 Prozent abzuschreiben — der Rest wird auf fünf Folgejahre verteilt. Bei einem Skoda Enyaq mit 50.000 Euro netto Anschaffungskosten sind das 37.500 Euro Abschreibung im ersten Jahr und damit ein Liquiditätsvorteil von rund 11.250 Euro bei typischer Steuerlast.
Die Regelung greift seit dem 1. Juli 2025, das BMF-Schreiben vom 11. November 2025 hat die offenen Anwendungsfragen geklärt: Welche Fahrzeuge sind erfasst, wie wirkt die Kombination mit dem Investitionsabzugsbetrag, was passiert bei vorzeitigem Verkauf? Dieser Beitrag erklärt in einfacher Sprache die Mechanik, die Voraussetzungen und die wichtigsten Rechen-Beispiele für die typischen Skoda- und CUPRA-Modelle als Dienstwagen 2026. Den großen Überblick zu allen Dienstwagen-Themen liefert der zentrale Übersichtsbeitrag zum Dienstwagen 2026 bei Skoda, SEAT und CUPRA.
Kurzantwort
Welche Fahrzeuge die Voraussetzungen für die Sonderabschreibung erfüllen
Die Regel nach Paragraf 7 Absatz 2a EStG ist klar zugeschnitten: Nur reine batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge sind erfasst. Plug-in-Hybride bleiben außen vor — auch wenn sie über 80 Kilometer rein elektrisch fahren und damit die 0,5-Prozent-Regel beim geldwerten Vorteil erfüllen.
Drei weitere Voraussetzungen sind verbindlich.
Erstens muss das Fahrzeug zum Betriebsvermögen des Unternehmens gehören. Es muss also im Anlagevermögen aktiviert sein, nicht im Privatvermögen des Geschäftsführers oder Selbstständigen.
Zweitens muss die betriebliche Nutzung über 50 Prozent liegen. Das heißt: Mehr als die Hälfte aller Kilometer im Wirtschaftsjahr müssen dienstlich gefahren sein. Wer das Fahrzeug überwiegend privat nutzt, kommt nicht in die Sonderabschreibung — bleibt aber bei der normalen linearen Abschreibung über sechs Jahre.
Drittens muss die Anschaffung im Wirtschaftsjahr abgeschlossen sein, in dem die Sonderabschreibung beantragt wird. Es zählt das Datum der Inbetriebnahme — also typischerweise die Zulassung beim Straßenverkehrsamt. Bestellungen aus dem Vorjahr ohne tatsächliche Auslieferung helfen nicht.
Der Bruttolistenpreis spielt hier — anders als bei der 0,25-Prozent-Versteuerung — keine Rolle. Auch ein E-Dienstwagen mit 120.000 Euro Listenpreis kann zu 75 Prozent abgeschrieben werden, fällt aber bei der Versteuerung beim Mitarbeiter auf die 0,5-Prozent-Klasse zurück.
Wie die Sonderabschreibung im Anschaffungsjahr wirkt — Mechanik im Detail
Die 75-Prozent-Abschreibung wird im Wirtschaftsjahr der Anschaffung vollständig angesetzt. Sie ist also keine Zeitanteilung über das Jahr verteilt — auch wer das Fahrzeug erst im Dezember zulässt, kann die volle 75-Prozent-Abschreibung ansetzen.
Der Restwert von 25 Prozent wird auf die verbleibenden fünf Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer verteilt. Für Pkw beträgt die Nutzungsdauer nach AfA-Tabelle sechs Jahre — nach Abzug des Anschaffungsjahres also fünf Folgejahre. Pro Folgejahr werden 5 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten linear abgeschrieben.
Beispiel-Rechnung für einen Skoda Enyaq, 50.000 Euro netto Anschaffungskosten:
| Jahr | Abschreibungs-Methode | Abschreibung | Restbuchwert |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | Sonderabschreibung 75 % | 37.500 € | 12.500 € |
| Jahr 2 | linear 5 % | 2.500 € | 10.000 € |
| Jahr 3 | linear 5 % | 2.500 € | 7.500 € |
| Jahr 4 | linear 5 % | 2.500 € | 5.000 € |
| Jahr 5 | linear 5 % | 2.500 € | 2.500 € |
| Jahr 6 | linear 5 % | 2.500 € | 0 € |
Bei einem Körperschaftsteuersatz inklusive Gewerbesteuer von rund 30 Prozent ergibt das eine Steuerersparnis von rund 11.250 Euro im Anschaffungsjahr — Geld, das sofort als Liquidität im Unternehmen verfügbar ist. Wer das gleiche Fahrzeug nach der normalen linearen Methode abschreibt, kommt erst nach sechs Jahren auf den gleichen Gesamteffekt — verliert aber den Zinseffekt.
Rechen-Beispiele für drei typische Preisklassen
Damit die Mechanik konkret wird, hier drei Rechnungen für typische Konzern-Modelle als Dienstwagen 2026.
Rechnung A — CUPRA Raval als sportlicher Einstieg, 30.000 Euro netto:
| Position | Wert |
|---|---|
| Anschaffungskosten netto | 30.000 € |
| Sonderabschreibung 75 % | 22.500 € |
| Restwert nach Jahr 1 | 7.500 € |
| Steuerersparnis bei 30 % Steuerlast | rund 6.750 € |
Rechnung B — Skoda Enyaq als Familien-Dienstwagen, 50.000 Euro netto:
| Position | Wert |
|---|---|
| Anschaffungskosten netto | 50.000 € |
| Sonderabschreibung 75 % | 37.500 € |
| Restwert nach Jahr 1 | 12.500 € |
| Steuerersparnis bei 30 % Steuerlast | rund 11.250 € |
Rechnung C — Skoda Enyaq RS als Geschäftsführer-Variante, 80.000 Euro netto:
| Position | Wert |
|---|---|
| Anschaffungskosten netto | 80.000 € |
| Sonderabschreibung 75 % | 60.000 € |
| Restwert nach Jahr 1 | 20.000 € |
| Steuerersparnis bei 30 % Steuerlast | rund 18.000 € |
Bei einem Personenunternehmen (Einzelunternehmer, GbR, GmbH & Co. KG) mit höherem persönlichen Spitzensteuersatz von 42 Prozent verschiebt sich der Vorteil entsprechend nach oben. Wie die Mechanik bei Selbstständigen und Freiberuflern konkret aussieht, vertieft der Beitrag Dienstwagen 2026 für Skoda, SEAT und CUPRA im Abschnitt zu Einzelunternehmern.
Sonderabschreibung plus Investitionsabzugsbetrag — die wirkungsvollste Kombination
Wer maximalen Liquiditätsvorteil sucht, kombiniert die Sonderabschreibung mit dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach Paragraf 7g EStG. Der IAB erlaubt es, bereits im Vorjahr der Anschaffung bis zu 50 Prozent der geplanten Investitionskosten als steuermindernde Rücklage zu bilden — als Vorab-Abschreibung sozusagen.
Beispiel-Konstellation Skoda Enyaq für 50.000 Euro netto:
Vorjahr (2025): Bildung eines Investitionsabzugsbetrags über 50 Prozent = 25.000 Euro. Diese 25.000 Euro mindern den Gewinn 2025 und sparen bei 30 Prozent Steuerlast rund 7.500 Euro Steuer im Vorjahr.
Anschaffungsjahr (2026): Auflösung des IAB. Die Anschaffungskosten reduzieren sich rechnerisch von 50.000 Euro auf 25.000 Euro. Davon werden 75 Prozent sonderabgeschrieben = 18.750 Euro. Zusätzlich läuft die lineare Abschreibung auf den verbleibenden Restwert.
Gesamteffekt im ersten Jahr (2026): Die kombinierte Abschreibung aus IAB-Auflösung (25.000 Euro) und 75-Prozent-Sonderabschreibung auf den Rest (18.750 Euro) ergibt 43.750 Euro Abschreibung — also 87,5 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten in einem einzigen Wirtschaftsjahr. Bei 30 Prozent Steuerlast sind das rund 13.125 Euro Steuerersparnis im Anschaffungsjahr plus den 7.500 Euro aus dem Vorjahr.
Für Unternehmen mit schwankender Gewinnsituation ist diese Kombination der mit Abstand wirkungsvollste Hebel. Wer 2025 einen guten Gewinn hatte und 2026 einen schwächeren Cashflow erwartet, bringt mit dem IAB Steuer-Glättung ins System.
Welche Stolperfallen 2026 bei der Sonderabschreibung lauern
Drei Punkte sind in der Praxis besonders wichtig — und werden in der Beratung in Wiesloch häufig übersehen.
Stolperfalle 1 — vorzeitiger Verkauf vor Ablauf der Nutzungsdauer. Wer das Fahrzeug vor Ablauf der sechs Jahre verkauft oder aus dem Betriebsvermögen entnimmt, muss den Restbuchwert versteuern. Beim oben gerechneten Skoda Enyaq sind das nach einem Jahr noch 12.500 Euro Restwert. Wird das Fahrzeug für 35.000 Euro verkauft, entsteht ein Veräußerungsgewinn von 22.500 Euro, der voll zu versteuern ist. Der Vorteil der Sonderabschreibung wird damit anteilig wieder eingesammelt. Beim Leasing über 36 Monate ist diese Falle besonders relevant — wer das Fahrzeug nach drei Jahren zurückgibt, sollte den Restbuchwert in der Steuerplanung berücksichtigt haben.
Stolperfalle 2 — überwiegend private Nutzung. Sobald die betriebliche Nutzung unter 50 Prozent fällt, verliert das Fahrzeug seinen Status als Betriebsvermögen vollständig. Damit fällt nicht nur die Sonderabschreibung weg, sondern es entsteht eine Entnahme zum Teilwert — also eine Versteuerung des aktuellen Marktwerts. Wer den Dienstwagen also überwiegend privat fährt, sollte die Pauschal-Methode (0,25-Prozent-Regel) wählen und auf die Sonderabschreibung verzichten.
Stolperfalle 3 — Nachweis der überwiegenden betrieblichen Nutzung. Das Finanzamt kann den Nachweis der über 50-prozentigen betrieblichen Nutzung verlangen. Bei einem Fahrtenbuch ist der Nachweis klar — alle dienstlichen und privaten Fahrten sind dokumentiert. Bei der Pauschal-Methode (0,25-Prozent-Regel) wird die überwiegende betriebliche Nutzung unterstellt, kann aber bei begründeten Zweifeln geprüft werden. In Zweifelsfällen lohnt das Fahrtenbuch, zumindest für die ersten zwölf Monate nach der Anschaffung.
Wann sich die Sonderabschreibung nicht lohnt
Es gibt zwei Konstellationen, in denen die Sonderabschreibung nicht der optimale Weg ist.
Konstellation 1 — verlustgewohntes Unternehmen. Wer ohnehin keinen oder kaum Gewinn schreibt, hat keinen Steuersatz, gegen den die Abschreibung wirken könnte. In diesem Fall verpufft der 75-Prozent-Effekt im ersten Jahr und die linearen Folgejahre bringen ebenfalls keinen Vorteil. Hier ist es sinnvoller, die normale lineare Abschreibung über sechs Jahre zu wählen und die Sonderabschreibung im Folgejahr nachzuholen — soweit das nach den Bestandsschutz-Regeln möglich ist.
Konstellation 2 — geplanter Verkauf nach kurzer Zeit. Wer das Fahrzeug nur zwei oder drei Jahre nutzt und dann verkauft, sammelt durch den Veräußerungsgewinn einen großen Teil der Sonderabschreibung wieder ein. In diesem Fall ist eine reguläre lineare Abschreibung ohne Sonderabschreibung steuerlich neutraler. Beim klassischen 36-Monats-Leasing über die Bilanz ist das ein realistisches Szenario, das vorab durchgerechnet werden sollte.
Anwendung bei Skoda- und CUPRA-Modellen 2026
Da die Sonderabschreibung keine Bruttolistenpreis-Grenze kennt, sind alle reinen Elektro-Modelle aus dem VW-Konzern erfasst. Konkret 2026:
Skoda-Modelle: Epiq ab 32.100 Euro Brutto-Listenpreis (rund 27.000 Euro netto), Elroq ab 33.900 Euro brutto, Enyaq Modelljahr 2027 ab 42.990 Euro brutto, Enyaq Coupé ab 48.450 Euro brutto, Enyaq RS bis 60.850 Euro brutto. Wer den Epiq für die Flotte plant, findet im Beitrag Skoda Epiq Leasing und Finanzierung 2026 die Mechanik für den Privat-Vergleich.
CUPRA-Modelle: Raval ab 25.500 Euro brutto, Born ab rund 38.000 Euro brutto, Tavascan ab 47.450 Euro brutto, Tavascan VZ bis rund 60.000 Euro brutto. Die Sonderabschreibung gilt auch für den Tavascan, der im VW-Anhui-Werk in China produziert wird — die steuerliche Förderung kennt keine Produktions-Auflage. Den Detail-Vergleich vertieft der Beitrag CUPRA Tavascan vs. Skoda Enyaq Coupé 2026.
Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen. Skoda Octavia iV, Superb iV, Kodiaq iV sowie CUPRA Formentor und Leon e-Hybrid kommen nicht in die 75-Prozent-Sonderabschreibung — auch wenn sie die 80-Kilometer-Hürde für die 0,5-Prozent-Versteuerung erfüllen. Für diese Modelle gilt nur die reguläre lineare Abschreibung über sechs Jahre.
Quellen und weiterführende Informationen
Die rechtliche Grundlage zur Sonderabschreibung steht in Paragraf 7 Absatz 2a Einkommensteuergesetz. Die maßgebliche Verwaltungsanweisung ist das BMF-Schreiben vom 11. November 2025 (Aktenzeichen IV C 5 – S 2334/00087/014/013). Den Investitionsabzugsbetrag regelt Paragraf 7g EStG. Eine unabhängige Übersicht mit Buchungsbeispielen liefert die Haufe-Finance-Datenbank für Steuerberater. Bei der praktischen Umsetzung lohnt der Blick in den ADAC zur Dienstwagensteuer 2026. Diese Quellen ergänzen unsere praktische Einordnung aus Sicht des Vertragshändlers in Wiesloch.
Update-Hinweis (Stand: 20.05.2026)
Stand 20.05.2026 ist die 75-Prozent-Sonderabschreibung nach Paragraf 7 Absatz 2a EStG in der Fassung des BMF-Schreibens vom 11. November 2025 anwendbar für reine Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Betriebsvermögen mit überwiegender betrieblicher Nutzung. Die Regelung gilt für Anschaffungen ab 1. Juli 2025 und ist zeitlich unbefristet. Der Liquiditätsvorteil im Anschaffungsjahr bei 30 Prozent Steuerlast liegt bei rund 6.750 Euro für ein 30.000-Euro-Fahrzeug, 11.250 Euro für ein 50.000-Euro-Fahrzeug und 18.000 Euro für ein 80.000-Euro-Fahrzeug. Kombiniert mit dem Investitionsabzugsbetrag nach Paragraf 7g EStG ergibt sich im Beispiel-Auto eine kombinierte Abschreibung von 87,5 Prozent im ersten Wirtschaftsjahr. Die Mechanik gilt für alle reinen E-Modelle aus Skoda und CUPRA, einschließlich des in China produzierten CUPRA Tavascan. Beratung beim Automobilsalon Bellemann in Wiesloch für Wiesloch, Walldorf, Heidelberg, Mannheim und Sinsheim. Beobachtungspunkte für die nächsten Updates: erste BFH-Urteile zur Anwendung der Sonderabschreibung bei vorzeitigem Verkauf, mögliche Ausweitung auf Plug-in-Hybride ab 2027 und konkrete Praxis-Erfahrungen aus der Steuererklärung 2026 ab Frühjahr 2027. Letzter Stand der Werte: 20.05.2026.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die 75-Prozent-Sonderabschreibung 2026 konkret?
Unternehmen können seit dem BMF-Schreiben vom 11. November 2025 reine Elektro-Dienstwagen im Jahr der Anschaffung zu 75 Prozent abschreiben. Der Restwert von 25 Prozent wird auf die verbleibenden fünf Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer verteilt. Rechtsgrundlage ist Paragraf 7 Absatz 2a Einkommensteuergesetz. Die Regelung gilt für Anschaffungen ab 1. Juli 2025 und ist zeitlich unbefristet.
Welche Fahrzeuge erfüllen die Voraussetzungen für die Sonderabschreibung?
Begünstigt sind ausschließlich reine batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) sowie Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge. Plug-in-Hybride sind ausdrücklich nicht erfasst. Das Fahrzeug muss zum Betriebsvermögen des Unternehmens gehören und überwiegend (mehr als 50 Prozent) betrieblich genutzt werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit oder Reichweite spielen keine Rolle, der Bruttolistenpreis ist nicht gedeckelt.
Wie hoch ist der Liquiditätsvorteil im ersten Jahr bei einem 50.000-Euro-Auto?
Bei einem Skoda Enyaq für 50.000 Euro netto Anschaffungskosten sind im ersten Jahr 37.500 Euro abschreibbar. Bei einem Körperschaftsteuersatz inklusive Gewerbesteuer von rund 30 Prozent ergibt das eine Steuerersparnis von rund 11.250 Euro im Anschaffungsjahr. Kombiniert mit dem Investitionsabzugsbetrag im Vorjahr lässt sich der Effekt weiter erhöhen.
Lässt sich die Sonderabschreibung mit dem Investitionsabzugsbetrag kombinieren?
Ja, und genau das ist die wirkungsvollste Konstellation. Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach Paragraf 7g EStG erlaubt bis zu 50 Prozent der geplanten Anschaffungskosten vorab als Rücklage. Bei einem 50.000-Euro-Auto sind das 25.000 Euro IAB im Vorjahr. Im Anschaffungsjahr wird der IAB aufgelöst und die Restanschaffungskosten von 25.000 Euro werden zu 75 Prozent (18.750 Euro) sonderabgeschrieben.
Was passiert bei vorzeitigem Verkauf des Fahrzeugs?
Wer das Fahrzeug vor Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von sechs Jahren aus dem Betrieb entnimmt oder verkauft, muss den Restbuchwert versteuern. Die bereits in Anspruch genommene Sonderabschreibung wird damit anteilig korrigiert. Es ist also keine direkte Rückforderung, sondern ein Veräußerungsgewinn, der versteuert werden muss. Beim Leasing über 36 Monate ist diese Falle besonders zu beachten.
Gilt die Sonderabschreibung auch für Selbstständige und Einzelunternehmer?
Ja. Die Regelung nach Paragraf 7 Absatz 2a EStG steht allen Steuerpflichtigen offen, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit oder Land- und Forstwirtschaft erzielen. Architekten, Steuerberater, Ärzte, IT-Berater und alle anderen Freiberufler können also ebenfalls bis zu 75 Prozent der Anschaffungskosten im ersten Jahr ansetzen. Bei gemischter Privatnutzung greift die Methode mit anteiligem Privatanteil.
Wie wirkt die Sonderabschreibung in den Folgejahren?
Nach Abzug der 75 Prozent im Anschaffungsjahr verbleiben 25 Prozent der Anschaffungskosten. Diese werden gleichmäßig auf die verbleibenden Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer verteilt. Bei einer Nutzungsdauer von sechs Jahren sind das fünf Folgejahre — also 5 Prozent pro Jahr. Im Beispiel-Auto für 50.000 Euro netto sind das 12.500 Euro Restwert verteilt auf fünf Jahre, also 2.500 Euro pro Jahr.