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Verbrennerverbot gekippt? Was die EU-Lockerung auf 90 Prozent bedeutet und wann entschieden wird

Ist das Verbrennerverbot gekippt? Nein. Die EU plant 90 statt 100 Prozent weniger CO2, Abstimmung im Parlament am 23.11.2026. Das heißt es für Käufer.

#Verbrennerverbot 2035#CO2-Flottengrenzwerte#Plug-in-Hybrid 2035#Range Extender#E-Fuels Auto
Verbrennerverbot 2035 gekippt? EU-Lockerung: drei Škoda-Modelle vor einer Stadt im Abendlicht, KI-Illustration
Verbrennerverbot 2035 gekippt? EU-Lockerung Bild: Automobilsalon Bellemann Illustration
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    Inhalt dieses Artikels
    1. Verbrennerverbot gekippt? Was die EU-Lockerung wirklich bedeutet
    2. Kurzantwort
    3. Ist das Verbrennerverbot 2035 gekippt?
    4. Was hat die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagen?
    5. Was bedeuten 90 Prozent CO2-Reduktion in der Praxis?
    6. Wann stimmt das EU-Parlament über das Verbrenner-Aus ab?
    7. Was will die EVP beim Verbrenner-Aus ändern?
    8. Warum will die EU das Verbrenner-Aus lockern?
    9. Bleiben Plug-in-Hybride nach 2035 erlaubt?
    10. Werden nach 2035 noch neue Verbrenner verkauft?
    11. Was sind E-Fuels und lohnen sie sich?
    12. Was ändert sich schon vor 2035?
    13. Was bedeutet die Lockerung des Verbrenner-Aus für Käufer?
    14. Welche Škoda-Modelle profitieren von der Aufweichung?
    15. Was passiert, wenn der Vorschlag scheitert?
    16. Quellen und weiterführende Informationen

    Verbrennerverbot gekippt? Was die EU-Lockerung wirklich bedeutet

    Nein, das Verbrennerverbot ist nicht gekippt, aber es soll gelockert werden. Die EU-Kommission hat am 16. Dezember 2025 vorgeschlagen, dass neue Autos ab 2035 nicht mehr 100, sondern 90 Prozent weniger CO2 ausstoßen müssen als 2021. Beschlossen ist das noch nicht. Das Europaparlament will voraussichtlich am 23. November 2026 abstimmen, die Mitgliedstaaten wollen ihre Position am 11. Dezember 2026 festlegen.

    Diese Aufweichung des Verbrennerverbots betrifft nur Neuwagen, die ab 2035 zugelassen werden. Was für Autos gilt, die heute schon fahren, erklärt der Beitrag Verbrennerverbot 2035: wie lange du Diesel und Benziner noch fahren darfst. Hier geht es um den Vorschlag selbst, den Stand des Verfahrens und die Frage, was das für deinen nächsten Autokauf heißt. Alle Angaben stammen aus Unterlagen von EU-Kommission, Europaparlament und Rat, Stand 19. September 2026.

    Kurzantwort


    Ist das Verbrennerverbot 2035 gekippt?

    Nein. Gekippt wäre es, wenn die EU die Regel aufgehoben hätte. Tatsächlich gilt weiter die Verordnung in der Fassung von 2023: Ab 2035 müssen neu zugelassene Pkw im Schnitt null Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen, also 100 Prozent weniger als 2021. Das Bundesumweltministerium fasst die geltende Regel in seinen Fragen und Antworten zu den CO2-Flottenzielen zusammen.

    Die EU-Kommission hat mit ihrem Automobilpaket vom 16. Dezember 2025 vorgeschlagen, diese Regel zu lockern. Ein Vorschlag der Kommission ist aber der Anfang eines Gesetzgebungsverfahrens, nicht sein Ergebnis. Parlament und Rat müssen sich zuerst jeweils einigen und danach miteinander einen gemeinsamen Text aushandeln. Schlagzeilen wie „Verbrenner-Aus gekippt“ greifen deshalb zu weit, genauso wie die Behauptung, am Verbot ändere sich nichts mehr.

    Was hat die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagen?

    Kern des Vorschlags ist eine Zahl: Ab 2035 sollen die Auspuffemissionen neuer Autos nicht um 100, sondern um 90 Prozent sinken. Die restlichen 10 Prozent müssen Hersteller laut den Fragen und Antworten der Kommission auf zwei Wegen ausgleichen. Für klimafreundlich hergestellten Stahl aus der EU, den sie in ihren Autos verbauen, erhalten sie Gutschriften, die bis zu 7 Prozent zum Ziel beitragen dürfen. Für E-Fuels und Biokraftstoffe, die im jeweiligen Jahr tatsächlich verkauft werden, gibt es Kraftstoffgutschriften bis zu 3 Prozent.

    Damit, so die Kommission, könnten neben Elektro- und Wasserstoffautos auch Plug-in-Hybride, Autos mit Range-Extender (ein kleiner Verbrenner, der nur Strom für den Elektromotor erzeugt), Mild-Hybride und reine Verbrenner nach 2035 weiter eine Rolle spielen. Der Vorschlag enthält noch mehr, die wichtigsten Punkte im Überblick:

    PunktHeute geltende RegelVorschlag der Kommission
    Neue Pkw ab 2035100 Prozent weniger CO2, also 0 Gramm90 Prozent weniger, Rest über Gutschriften ausgleichen
    Transporter 203050 Prozent weniger CO240 Prozent weniger CO2
    Zeitraum 2030 bis 2032Ziel gilt jedes Jahr einzelnAusgleich über die drei Jahre erlaubt
    Kleine Elektroautos aus der EUkeine SonderregelZusatzgutschriften (Super-Credits) bis 2035

    Zwei weitere Punkte würden Käufer direkt merken. Eine neue Fahrzeugklasse für Elektroautos bis 4,2 Meter Länge soll Ländern und Städten erlauben, kleine E-Autos gezielt zu fördern, etwa beim Parken oder Laden. Und das Verbrauchsetikett im Autohaus soll EU-weit einheitlich werden, bei Elektroautos auch Stromverbrauch und Reichweite zeigen und künftig auch für Gebrauchtwagen gelten. Ab 2035 soll die Regel außerdem alle fünf Jahre überprüft werden.

    Was bedeuten 90 Prozent CO2-Reduktion in der Praxis?

    Die EU rechnet mit einem Bezugswert aus dem Jahr 2021. Von 2025 bis 2029 dürfen neue Autos im EU-Schnitt 93,6 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen, von 2030 bis 2034 noch 49,5 Gramm, so steht es auf der Seite der EU-Kommission zu den CO2-Flottengrenzwerten. 93,6 Gramm sind 15 Prozent weniger als 2021, der Bezugswert liegt also bei rund 110 Gramm. 90 Prozent weniger ergeben deshalb rund 11 Gramm im Flottenschnitt statt null. Zum Vergleich: 2025 stießen neue Autos in der EU laut dem Forschungsdienst des Europaparlaments im Schnitt 98 Gramm aus.

    Entscheidend ist das Wort Flottenschnitt. Die Grenze gilt nicht für das einzelne Auto, sondern für alle Neuwagen eines Herstellers zusammen. Nach dem Vorschlag muss der Hersteller die Emissionen über null zudem über Stahl- oder Kraftstoffgutschriften ausgleichen.

    Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Der CUPRA Formentor VZ e-Hybrid stößt laut CUPRA gewichtet 36 bis 38 Gramm CO2 je Kilometer aus. Verkauft eine Marke 100 Autos, davon 30 solche Plug-in-Hybride mit 36 Gramm und 70 Elektroautos, landet sie bei 10,8 Gramm im Schnitt. Ein Benziner mit angenommen 120 Gramm hätte dagegen nur Platz für 9 von 100 Autos. Reine Verbrenner blieben also eine kleine Minderheit, Plug-in-Hybride hätten mehr Spielraum. Die Rechnung ist vereinfacht und lässt Gewichtsfaktoren und Sonderregeln weg, zeigt aber, worum gerungen wird.

    Wann stimmt das EU-Parlament über das Verbrenner-Aus ab?

    Laut Zeitplan des Europaparlaments ist die Abstimmung im Plenum für den 23. November 2026 vorgesehen. Zuständig ist der Umweltausschuss, Berichterstatter ist seit dem 19. März 2026 der italienische Abgeordnete Massimiliano Salini von der Europäischen Volkspartei (EVP). Er hat im April einen Berichtsentwurf vorgelegt, im Juni kamen weitere Änderungsanträge dazu. Eine Abstimmung im Ausschuss war in der Verfahrensakte des Parlaments am 19. September 2026 noch nicht eingetragen.

    Im Rat, dem Gremium der Mitgliedstaaten, beraten Fachleute seit Januar 2026. Die Umweltminister haben am 17. März und am 25. Juni 2026 darüber debattiert, ihre gemeinsame Position wollen sie am 11. Dezember 2026 festlegen. Erst danach verhandeln Parlament, Rat und Kommission im sogenannten Trilog über einen gemeinsamen Text, den beide noch förmlich annehmen müssen. Wann eine geänderte Regel gilt, ist deshalb offen. Bis dahin bleibt es bei 100 Prozent.

    Was will die EVP beim Verbrenner-Aus ändern?

    Salini will den Vorschlag der Kommission weiter lockern. Laut ecomento hat er 45 Änderungen vorgelegt. Kern ist eine neue Fahrzeugklasse für Autos, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen fahren. Sie sollen bei den Flottenzielen wie Elektroautos als emissionsfrei zählen. Zusätzliche Gutschriften soll es auch für kleine Elektroautos und elektrische Transporter geben.

    Der Verband der Automobilindustrie begrüßte den Entwurf im Mai 2026, auch weil Salini eine geplante Verschärfung beim sogenannten Utility Factor aussetzen will. Dieser Faktor legt fest, wie stark der elektrische Fahranteil eines Plug-in-Hybrids in die CO2-Rechnung eingeht. Sozialdemokraten und Grüne kritisieren den Entwurf scharf. Nach Rechnung der SPD-Seite läge die tatsächliche Minderung mit den EVP-Vorschlägen nur bei 73 statt 90 Prozent. Ob der Entwurf eine Mehrheit findet, entscheidet sich erst im Ausschuss und im Plenum.

    Warum will die EU das Verbrenner-Aus lockern?

    Den Anstoß gaben vor allem Mitgliedstaaten und Industrie. Laut dem Forschungsdienst des Europaparlaments forderten Deutschland und Italien am 7. Oktober 2025 in einem gemeinsamen Brief, dass auch Autos, die nicht rein elektrisch fahren, einschließlich hocheffizienter Verbrenner, nach 2035 zulassungsfähig bleiben. Der Europäische Rat begrüßte am 23. Oktober 2025, dass die Kommission die Verordnung überprüfen will. Am 5. Dezember 2025 baten Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Italien, Polen und die Slowakei darum, Hybride auch nach 2035 zu erlauben, auch solche mit erneuerbaren Kraftstoffen.

    Die Kommission begründet ihr Paket mit mehr Flexibilität für die Industrie und mehr Offenheit für verschiedene Techniken, will aber ausdrücklich ein klares Signal Richtung Elektroauto erhalten. Umweltverbände und Wissenschaftler warnen dagegen vor mehr CO2 im Verkehr. Das zeigte schon die Kritik an der ersten Lockerung, über die ZDFheute im Mai 2025 berichtete. Damals durften die Hersteller ihre Ziele für 2025 bis 2027 im Dreijahresschnitt statt jedes Jahr einzeln erfüllen, beschlossen im Juni 2025.

    Bleiben Plug-in-Hybride nach 2035 erlaubt?

    Nach dem Vorschlag ja, aber nicht automatisch. Entscheidend ist, dass der Hersteller sein Flottenziel einhält und den Rest ausgleicht. Wer viele Elektroautos verkauft, hat Platz für Plug-in-Hybride. Scheitert die Lockerung, gäbe es ab 2035 keine neuen Plug-in-Hybride mehr, weil sie nie null Gramm erreichen.

    Wie viel Platz ein Plug-in-Hybrid bekommt, hängt auch davon ab, wie seine CO2-Werte berechnet werden. Beim CUPRA Leon e-Hybrid stiegen die offiziellen Werte zwischen den Preislisten vom April 2025 und vom Juni 2026 von 9 bis 11 auf 28 bis 34 Gramm, ohne dass sich am Auto etwas geändert hat. Der Grund ist eine strengere Annahme, wie oft Fahrer elektrisch fahren. Eine weitere Verschärfung dieser Stellschraube will Salini aussetzen.

    Beim Thema Verbrennerverbot und Hybrid ist eine Unterscheidung wichtig. Mild-Hybride mit 48-Volt-Technik und ohne Stecker zählen wie normale Verbrenner und haben keine eigene Kategorie. Wer heute einen Plug-in-Hybrid kaufen will, sollte außerdem wissen: Die staatliche Förderung gibt es für ihn nur bei Zulassung bis zum 30. Juni 2027. Welche Modelle förderfähig sind, zeigt die Liste förderfähiger Autos 2026.

    Werden nach 2035 noch neue Verbrenner verkauft?

    Nach dem Vorschlag der Kommission ja, aber nur wenige, wie das Rechenbeispiel oben zeigt. Jedes Gramm über null müsste der Hersteller über Gutschriften ausgleichen, und die sind auf 10 Prozent begrenzt. Nach der heute geltenden Regel dürften ab 2035 gar keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden.

    Für gebrauchte Verbrenner ändert sich in keinem Fall etwas. Die Regel betrifft nur Neuzulassungen, nicht das Fahren, Verkaufen oder Tanken. Wer 2026 einen Verbrenner mit passendem Fahrprofil sucht, findet sofort verfügbare Autos im Gebrauchtwagen-Bestand in Wiesloch.

    Was sind E-Fuels und lohnen sie sich?

    E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe. Man stellt sie aus Strom, Wasser und CO2 her, im besten Fall mit Ökostrom, sodass beim Verbrennen nur so viel CO2 frei wird, wie vorher gebunden wurde. Ein Verbrenner kann sie tanken, wenn sie der Kraftstoffnorm entsprechen. Der Haken liegt in der Bilanz: Die Herstellung braucht sehr viel Strom, und aus derselben Strommenge fährt ein Elektroauto ein Vielfaches weiter. Interessant sind E-Fuels deshalb vor allem dort, wo kleine Mengen reichen, etwa bei einem Oldtimer mit wenigen Kilometern im Jahr oder im Motorsport.

    Im Vorschlag der Kommission spielen E-Fuels nach 2035 eine begrenzte Rolle. Sie zählen als Gutschrift für den Hersteller, und zwar nur für Mengen, die im jeweiligen Jahr tatsächlich verkauft werden, höchstens 3 Prozent des Ziels. Die EVP will ihnen mit der neuen Fahrzeugklasse mehr Gewicht geben. Für deine eigene Kaufentscheidung 2026 solltest du nicht damit rechnen, dass ein heute gekaufter Verbrenner später günstig mit E-Fuels fährt.

    Was ändert sich schon vor 2035?

    Einiges im Vorschlag wirkt früher. Für 2030 bleibt das Ziel bei 55 Prozent weniger CO2, Hersteller dürften es aber im Schnitt der Jahre 2030 bis 2032 erfüllen. Die Super-Credits für kleine Elektroautos aus der EU sollen schon vor 2035 gelten und mehr kleine Modelle auf den Markt bringen. Für Transporter würde das Ziel für 2030 auf 40 Prozent sinken. Mit einem Programm über 1,8 Milliarden Euro will die Kommission außerdem die Herstellung von Batterien in Europa stärken.

    Neu ist auch ein eigener Vorschlag zu Firmenwagen. Laut Kommission sollen die Mitgliedstaaten ab 2030 dafür sorgen, dass ein Mindestanteil der von großen Unternehmen zugelassenen Autos emissionsfrei oder emissionsarm ist. Staatliche Anreize für Firmenwagen soll es nur noch für emissionsfreie oder emissionsarme Autos aus EU-Produktion geben. Für die private E-Auto-Förderung 2026 gilt das nicht, dort wird laut BAFA lediglich geprüft, ob später EU-Präferenzregeln dazukommen. Alle Regeln der Kaufprämie erklärt der Überblick zur E-Auto-Förderung 2026 mit bis zu 6.000 Euro.

    Was bedeutet die Lockerung des Verbrenner-Aus für Käufer?

    Wenig, und das ist die gute Nachricht. Deine Kaufentscheidung 2026 sollte sich nach deinem Fahrprofil richten, nicht nach dem Ausgang in Brüssel. Die Regel betrifft Autos, die ab 2035 neu zugelassen werden.

    Wer einen Diesel oder Benziner fährt oder kauft, darf ihn in jedem Fall weiter nutzen, verkaufen und tanken. Wer einen Plug-in-Hybrid plant, hat durch den Vorschlag eine längere Perspektive, sollte ihn aber nur kaufen, wenn er ihn regelmäßig lädt. Wer ein Elektroauto plant, ist am wenigsten betroffen. Die Förderung läuft weiter, und die Befreiung von der Kfz-Steuer gilt für Erstzulassungen bis Ende 2030, längstens bis Ende 2035. Die Einzelheiten zeigt der Beitrag zur Kfz-Steuer beim Elektroauto. Jedes Jahr kommt außerdem die THG-Prämie für Elektroautos dazu.

    Die Nachfrage zeigt ohnehin in eine Richtung. Im August 2026 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 32,4 Prozent aller neuen Pkw in Deutschland reine Elektroautos. Ob sich das für dich lohnt, rechnet der Beitrag Lohnt sich ein E-Auto 2026? durch.

    Und die Restwerte? Hier wird oft mehr behauptet, als sich belegen lässt. Denkbar ist, dass länger verfügbare Verbrenner die Gebrauchtpreise stützen, genauso denkbar ist, dass steigende Kraftstoffkosten dagegen wirken. Konkrete Euro-Beträge für 2030 nennen wir deshalb nicht. Belegbare Zahlen zu Elektroautos stehen im Beitrag zum E-Auto-Restwert 2026.

    Welche Škoda-Modelle profitieren von der Aufweichung?

    Profitieren würden vor allem Plug-in-Hybride mit großer elektrischer Reichweite. Bei Škoda sind das der Superb Combi iV mit laut Škoda 134 Kilometern elektrischer Reichweite und 28 bis 35 Gramm CO2 sowie der Kodiaq iV mit 123 Kilometern und 35 bis 40 Gramm. Ein Octavia Plug-in-Hybrid wird für 2027 erwartet, ist aber offiziell nicht bestätigt, die Einordnung steht im Faktencheck zum Octavia Plug-in-Hybrid.

    Bei CUPRA nennt der Hersteller für den Formentor e-Hybrid 114 bis 126 Kilometer, für den Terramar e-Hybrid 110 bis 118 und für den Leon e-Hybrid 122 bis 131 Kilometer elektrische Reichweite. SEAT hat derzeit kein reines Elektroauto im Programm, bietet aber den Leon als Plug-in-Hybrid an. Reine Elektroautos, die die Flottenbilanz nach unten ziehen, sind bei Škoda Elroq, Enyaq und Epiq, bei CUPRA Born, Tavascan und Raval.

    Reine Verbrenner wie Octavia, Karoq und Kodiaq mit Benzin- oder Dieselmotor könnten nach dem Vorschlag auch nach 2035 in kleiner Zahl neu zugelassen werden. Nach heutiger Regel wäre 2035 Schluss. Welche Motoren der Karoq 2027 bietet, zeigt der Beitrag zum Škoda Karoq 2027 mit Diesel- und Benzinmotoren, welche Modelle sich als Dienstwagen rechnen, der Überblick zum Dienstwagen 2026 für Škoda, SEAT und CUPRA. Für Wartung und Hochvolt-Service (Arbeiten an der Hochspannungstechnik) aller drei Marken ist der Automobilsalon Bellemann autorisierter Servicepartner in Wiesloch.

    Was passiert, wenn der Vorschlag scheitert?

    Scheitert die Lockerung oder wird sie im Verfahren stark verändert, bleibt die Fassung von 2023 in Kraft: 100 Prozent weniger CO2 ab 2035, als Neuwagen also praktisch nur Elektro- und Wasserstoffautos. Für Autos, die dann schon zugelassen sind, macht das keinen Unterschied.

    Einen Unterschied macht es für Käufer, die einen Plug-in-Hybrid lange fahren und später verkaufen wollen, weil es ab 2035 keine neuen mehr gäbe. Und für die Hersteller, die ihr Programm dann vollständig umstellen müssten. Wie wahrscheinlich welcher Ausgang ist, schätzen wir bewusst nicht. Verlässlich ist nur: Bis zu einer Einigung gilt die strenge Fassung.

    Quellen und weiterführende Informationen

    Den Vorschlag beschreiben die Pressemitteilung der EU-Kommission vom 16. Dezember 2025 und die Fragen und Antworten zum Automobilpaket, die geltenden Grenzwerte die Kommissionsseite zu Pkw und Transportern. Den Stand im Parlament dokumentieren der Legislative Train und die Verfahrensakte 2025/0420(COD), die Positionen der Mitgliedstaaten das Briefing des Forschungsdienstes.

    Den Salini-Entwurf ordnen ecomento und der VDA ein. Die geltende Regel erklärt das Bundesumweltministerium, den Vorschlag aus Sicht der Autofahrer der ADAC. Die laufende Nachrichtenlage bündelt das Handelsblatt. Modellwerte stammen von Škoda und CUPRA, die Zulassungszahlen vom Kraftfahrt-Bundesamt.


    Update-Hinweis (Stand: 19.09.2026)

    Am 19.09.2026 haben wir den Beitrag vollständig gegen die Unterlagen von Kommission, Parlament und Rat geprüft. Korrigiert haben wir drei Aussagen. Nach dem Vorschlag blieben nicht nur Plug-in-Hybride möglich, sondern laut Kommission auch Mild-Hybride und reine Verbrenner, in kleiner Zahl. SEAT hat derzeit kein reines Elektroauto im Programm, anders als hier stand. Und der Superb Combi iV fährt laut Škoda 134 statt 125 Kilometer elektrisch, der Formentor e-Hybrid 114 bis 126 statt 117 bis 126. Gestrichen haben wir einen E-Fuel-Preis und eine angebliche Forderung nach 100 Kilometern Mindestreichweite, für die wir keinen Beleg fanden. Neu sind die Ausgleichsregeln mit Stahl und Kraftstoffen, der Stand im Parlament mit dem Salini-Bericht, die Positionen der Mitgliedstaaten, die Regeln vor 2035 und aktuelle Modellwerte.

    Am 18.09.2026 hatten wir den Zeitplan ergänzt: Abstimmung im Plenum am 23. November 2026, Position des Rates am 11. Dezember 2026. Am 24.08.2026 hatten wir den Verfahrensstand geprüft, er war damals unverändert.

    Aus der Überarbeitung vom 21. Juli 2026 bleiben zwei Korrekturen bestehen. Der Trilog lief damals noch nicht, Parlament und Rat müssen zuerst jeweils eine eigene Position festlegen. Und konkrete Restwert-Prognosen in Euro haben wir entfernt, weil sie sich für ein Gesetz, das es noch nicht gibt, nicht belegen lassen. Letzter Stand der Werte: 19.09.2026.

    Häufige Fragen

    Ist das Verbrennerverbot 2035 gekippt?

    Nein. Es gilt weiter die Regel von 2023: Neue Autos müssen ab 2035 im Flottenschnitt 100 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 2021. Die EU-Kommission hat am 16. Dezember 2025 nur vorgeschlagen, das auf 90 Prozent zu lockern. Parlament und Rat haben darüber noch nicht entschieden.

    Was hat die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagen?

    Neue Autos sollen ab 2035 90 statt 100 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 2021, das sind rund 11 Gramm je Kilometer im Flottenschnitt. Die restlichen 10 Prozent müssen Hersteller ausgleichen: bis zu 7 Prozent über klimafreundlichen Stahl aus der EU, bis zu 3 Prozent über E-Fuels und Biokraftstoffe. Dazu kommen mehr Spielraum für 2030 bis 2032 und Zusatzgutschriften für kleine Elektroautos aus der EU.

    Was bedeuten 90 Prozent CO2-Reduktion?

    Die EU rechnet mit einem Bezugswert von 2021, der bei rund 110 Gramm CO2 je Kilometer liegt. 90 Prozent weniger ergeben rund 11 Gramm im Durchschnitt aller Neuwagen eines Herstellers. Das reicht zum Beispiel für etwa 30 Plug-in-Hybride mit 36 Gramm unter 100 Neuwagen, wenn der Rest elektrisch fährt und die Hersteller die 11 Gramm über Gutschriften ausgleichen.

    Wann stimmt das EU-Parlament über das Verbrenner-Aus ab?

    Laut Zeitplan des Europaparlaments ist die Abstimmung im Plenum für den 23. November 2026 vorgesehen. Zuvor muss der Umweltausschuss abstimmen, das war am 19. September 2026 noch nicht geschehen. Die Mitgliedstaaten wollen ihre Position am 11. Dezember 2026 festlegen.

    Wann wird über das Verbrennerverbot entschieden?

    Endgültig erst, wenn Parlament und Rat sich auf einen gemeinsamen Text geeinigt und ihn förmlich angenommen haben. Beide legen ihre Positionen voraussichtlich bis Mitte Dezember 2026 fest, danach beginnen die Verhandlungen. Einen Termin für die Einigung gibt es nicht.

    Bleiben Plug-in-Hybride nach 2035 erlaubt?

    Nach dem Vorschlag ja, solange der Hersteller sein Flottenziel einhält und den Rest über Gutschriften ausgleicht. Wer viele Elektroautos verkauft, hat Platz für Plug-in-Hybride. Scheitert die Lockerung, gäbe es ab 2035 keine neuen Plug-in-Hybride mehr, weil sie nie null Gramm erreichen.

    Werden nach 2035 noch neue Verbrenner verkauft?

    Nach dem Vorschlag der Kommission ja, aber nur in kleiner Zahl, weil jedes Gramm über null ausgeglichen werden muss. Nach der heute geltenden Regel nein. Gebrauchte Verbrenner betrifft beides nicht: Sie dürfen auch nach 2035 gefahren, verkauft und getankt werden.

    Was passiert, wenn der Vorschlag scheitert?

    Dann bleibt es bei 100 Prozent CO2-Reduktion ab 2035, und als Neuwagen kämen nur noch Elektro- und Wasserstoffautos in Frage. Für Autos, die schon zugelassen sind, ändert sich in keinem Fall etwas. Die Regel betrifft nur Neuzulassungen.

    Was sind E-Fuels und lohnen sie sich?

    E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe aus Strom, Wasser und CO2. Ein Verbrenner kann sie tanken, ihre Herstellung braucht aber sehr viel Strom. Im Vorschlag der Kommission zählen sie nur als Gutschrift für den Hersteller, bis zu 3 Prozent des Ziels. Für die eigene Kaufentscheidung 2026 solltest du nicht mit E-Fuels rechnen.

    Was will die EVP beim Verbrenner-Aus ändern?

    Der Berichterstatter Massimiliano Salini von der EVP hat 45 Änderungen vorgelegt. Autos, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen fahren, sollen bei den Flottenzielen wie Elektroautos als emissionsfrei zählen. Außerdem will er eine geplante Verschärfung bei der Anrechnung von Plug-in-Hybriden aussetzen. SPD und Grüne kritisieren den Entwurf.

    Was sind Super-Credits für kleine Elektroautos?

    Zusatzgutschriften für Hersteller: Kleine, bezahlbare Elektroautos, die in der EU gebaut werden, sollen bis 2035 in der CO2-Rechnung stärker zählen als andere. Das soll Anreize für mehr kleine E-Autos schaffen. Dazu kommt eine neue Fahrzeugklasse für Elektroautos bis 4,2 Meter Länge.

    Was ist grüner Stahl beim Verbrenner-Aus?

    Gemeint ist Stahl aus der EU, bei dessen Herstellung deutlich weniger CO2 entsteht. Baut ein Hersteller solchen Stahl in seine Autos ein, bekommt er nach dem Vorschlag Gutschriften. Sie dürfen bis zu 7 Prozent zum Ziel beitragen und helfen, die restlichen Emissionen nach 2035 auszugleichen.

    Gilt das Verbrenner-Aus auch für Transporter?

    Ja, die Regel gilt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Für Transporter schlägt die Kommission ebenfalls 90 statt 100 Prozent ab 2035 vor und senkt zusätzlich das Ziel für 2030 von 50 auf 40 Prozent weniger CO2.

    Was ändert sich 2030 bei den CO2-Zielen für Autos?

    Das Ziel selbst bleibt: 55 Prozent weniger als 2021, im EU-Schnitt 49,5 Gramm je Kilometer. Neu wäre, dass Hersteller es nicht jedes Jahr einzeln erreichen müssen, sondern im Schnitt der Jahre 2030 bis 2032. Übererfüllung in einem Jahr gleicht dann eine Überschreitung in einem anderen aus.

    Welche Škoda-Modelle profitieren von der Aufweichung?

    Vor allem die Plug-in-Hybride: Superb Combi iV mit laut Škoda 134 Kilometern und Kodiaq iV mit 123 Kilometern elektrischer Reichweite. Sie könnten nach dem Vorschlag auch nach 2035 neu zugelassen werden, solange Škodas Flottenbilanz stimmt. Bei CUPRA gilt das für Formentor, Terramar und Leon e-Hybrid.

    Ändert die Aufweichung etwas am Wert meines Diesels?

    Seriös lässt sich das nicht beziffern. Es ist denkbar, dass eine längere Verfügbarkeit von Verbrennern als Neuwagen die Gebrauchtpreise stützt. Genauso denkbar ist, dass steigende Kraftstoffkosten dagegen wirken. Wer dir heute konkrete Euro-Beträge für 2030 nennt, rechnet mit Annahmen, nicht mit Daten.

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