- Wallbox Kosten 2026: Was Anschaffung und Installation wirklich kosten und wie man sinnvoll spart
- Wallbox Förderung 2026: Welche Zuschüsse es noch gibt und wer 2026 wirklich Geld bekommt
- Wallbox installieren lassen 2026: Elektriker, Anmeldung, Vorschriften und der ehrliche Ablauf
- Dynamischer Stromtarif fürs E-Auto 2026: wie aus dem Laden zu Hause der günstigste Tankvorgang wird
- Wallbox als Mieter und im Mehrfamilienhaus 2026: welches Recht gilt und welche Förderung es gibt
- Wallbox mit Photovoltaik 2026: Eigenverbrauch erhöhen und das E-Auto mit dem eigenen Sonnenstrom laden
- 11 kW oder 22 kW Wallbox 2026: welche Ladeleistung zu Hause wirklich sinnvoll ist
- E-Auto zuhause laden ohne eigene Infrastruktur (2026): Checkliste für Miete, Stellplatz & Laternenparker
- Bidirektionales Laden 2026: V2H und V2G in Deutschland — Stand der Technik, Recht und kompatible Modelle
- Bidirektionale Wallbox 2026 in der Praxis: Quasar 2, E3/DC EDISN und ambiCHARGE im direkten Vergleich
Inhalt dieses Artikels
- Kurzantwort
- Wie viel Strom braucht ein Elektroauto auf 100 Kilometer?
- Wie hoch sind die Ladeverluste beim Elektroauto?
- E-Auto Ladekosten zu Hause: was der Stromtarif ausmacht
- Was kostet Elektroauto laden an der Ladesäule?
- Ist Elektroauto laden günstiger als Tanken?
- Was kostet Elektroauto laden im Jahr?
- Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a: dauerhaft niedrigere Wallbox Ladekosten
- Wie die THG-Prämie die Ladekosten pro 100 km senkt
- Lohnt sich eine Wallbox bei den aktuellen Ladekosten?
- E-Auto Ladekosten für Skoda und CUPRA im Alltag
- Was den Verbrauch im Alltag nach oben treibt
- Die häufigsten Rechenfehler beim Ladekosten-Vergleich
- Quellen und weiterführende Informationen
- Update-Hinweis (Stand: 21.07.2026)
Die meisten Rechnungen zu den E-Auto Ladekosten sind zu optimistisch. Sie lassen die Ladeverluste weg, setzen einen günstigen Wechseltarif als Dauerwert an und vergleichen das Ergebnis mit dem teuersten Schnelllader. Heraus kommt ein Kostenvorteil, den es so im Alltag nicht gibt.
Dieser Beitrag rechnet mit den Preisen vom Juli 2026 und nennt jede Annahme. Das Ergebnis ist weniger spektakulär, als oft behauptet wird — und in einem Punkt sogar unangenehm: Der Abstand zwischen Elektroauto und Verbrenner ist 2026 kleiner geworden. Nicht weil das Laden teurer wurde, sondern weil der Haushaltsstrom hoch geblieben ist und das öffentliche Laden gleichzeitig billiger wurde.
Wer den ganzen Themenbereich rund ums Laden zu Hause zuerst überblicken möchte, findet die Einordnung im Beitrag E-Auto zu Hause laden 2026 mit Wallbox, Kosten und Förderung.
Kurzantwort
Wie viel Strom braucht ein Elektroauto auf 100 Kilometer?
Die Grundlage jeder Rechnung ist der Verbrauch. Ein durchschnittliches Elektroauto braucht rund 18 Kilowattstunden Strom für 100 Kilometer. Kleine, effiziente Fahrzeuge liegen mit etwa 15 Kilowattstunden darunter, große oder zügig bewegte Modelle kommen auf 20 bis über 25 Kilowattstunden.
Dieser Wert ist keine feste Zahl, sondern eine Spanne. Stadtverkehr mit viel Rollen und Rekuperation — also der Rückgewinnung von Bremsenergie in den Akku — kann sehr sparsam sein. Schnelle Autobahnfahrt treibt den Wert dagegen deutlich nach oben.
Für eine belastbare Rechnung nimmt man deshalb nicht den Bestwert aus dem Datenblatt, sondern einen realistischen Alltagswert über alle Jahreszeiten. Mit 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer liegt man für ein typisches Modell gut, und genau mit diesem Wert rechnen wir hier weiter.
Wie hoch sind die Ladeverluste beim Elektroauto?
Hier wird der häufigste Rechenfehler gemacht. Beim Laden geht ein Teil der Energie als Wärme verloren, im Ladegerät, im Kabel und im Auto selbst. Aus der Steckdose fließt deshalb rund 10 bis 15 Prozent mehr Strom, als am Ende im Akku ankommt.
Bezahlt wird aber die Menge, die durch den Zähler läuft, nicht die, die im Akku landet. Aus 18 Kilowattstunden Fahrbedarf werden ab Steckdose also rund 20 bis 21 Kilowattstunden. Wer diesen Aufschlag weglässt, rechnet sich die Kosten um gut ein Zehntel zu günstig.
Die Verluste sind beim langsamen Laden zu Hause übrigens geringer als beim sehr schnellen Laden an der Säule. Heimladen ist damit nicht nur beim Preis je Kilowattstunde im Vorteil, sondern auch bei der Menge, die man überhaupt bezahlen muss. Alle folgenden Rechnungen gehen von 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer ab Steckdose aus.
E-Auto Ladekosten zu Hause: was der Stromtarif ausmacht
Jetzt die eigentliche Rechnung. Der entscheidende Punkt ist der Strompreis, und der geht 2026 weit auseinander. Für einen typischen Haushalt rechnen wir auf dieser Seite durchgehend mit 35 Cent je Kilowattstunde. Das liegt einen halben Cent neben der amtlichen Strompauschale, die das Bundesfinanzministerium für 2026 mit 34,36 Cent angesetzt hat. Wer in der Grundversorgung hängt, zahlt eher 40 Cent. Wer den Anbieter gewechselt hat, bekommt Tarife ab rund 25 Cent.
Bei 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer ergibt das diese Spanne:
- dynamischer Tarif mit Nachtladen, rund 22 Cent: 4,40 Euro.
- günstiger Wechseltarif, rund 25 Cent: 5,00 Euro.
- typischer Haushaltstarif, rund 35 Cent: 7,00 Euro.
- Grundversorgung, rund 40 Cent: 8,00 Euro.
Der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Zeile beträgt fast das Doppelte. Und das ist der wichtigste Satz dieses Beitrags: Wer 2026 über Ladekosten spricht, spricht in Wahrheit über den Stromtarif. Ein Anbieterwechsel spart bei 15.000 Kilometern im Jahr mehr als jede Fahrweise-Optimierung.
Mit einem dynamischen Stromtarif wird gezielt in den günstigen Nachtstunden geladen. Wie das technisch automatisch abläuft, erklärt der Beitrag Dynamischer Stromtarif fürs E-Auto und wie das Laden günstig wird.
Was kostet Elektroauto laden an der Ladesäule?
Hier hat sich seit dem Frühjahr 2026 spürbar etwas bewegt, und zwar zugunsten der Fahrer. An normalen öffentlichen Wechselstrom-Ladepunkten liegen die Preise inzwischen bei rund 39 bis 56 Cent je Kilowattstunde. Einzelne Handelsketten laden an ihren Filialen sogar ab 29 Cent.
Am Schnelllader ist die Spanne größer und hängt stark am Vertrag. Mit einem Abo oder Ladevertrag zahlt man rund 39 bis 60 Cent je Kilowattstunde. Wer ohne Vertrag spontan lädt, zahlt bis zu 89 Cent — fast das Dreifache.
Auf 100 Kilometer gerechnet ergibt das:
- öffentliches Wechselstrom-Laden: rund 7,80 bis 11,20 Euro.
- Schnellladen mit Vertrag: rund 7,80 bis 12,00 Euro.
- Schnellladen ohne Vertrag: bis zu 17,80 Euro.
Dazu kommen bei manchen Anbietern Blockiergebühren, wenn das Auto nach dem Laden stehen bleibt. Der Unterschied zwischen „mit Vertrag” und „ohne Vertrag” ist damit größer als der Unterschied zwischen normalem Laden und Schnellladen. Wer regelmäßig unterwegs lädt und keinen Ladevertrag hat, verschenkt am meisten Geld.
Ist Elektroauto laden günstiger als Tanken?
Für den Vergleich braucht es die Gegenseite. Ein Liter Super E10 kostet 2026 im Mittel rund 1,75 Euro, Diesel rund 1,72 Euro. Bei einem Benziner mit 6,5 Litern Verbrauch sind das 11,40 Euro je 100 Kilometer, bei einem Diesel mit 5,5 Litern rund 9,50 Euro.
Nebeneinandergestellt sieht das Bild so aus. Heimladen mit dynamischem oder günstigem Tarif kostet 4,40 bis 5 Euro und unterbietet jeden Verbrenner um mehr als die Hälfte. Heimladen zum typischen Haushaltstarif kostet 7 Euro und liegt damit noch klar unter dem Diesel. Heimladen in der Grundversorgung kostet 8 Euro — der Vorsprung vor dem Diesel schrumpft auf rund 1,50 Euro.
Öffentliches Laden liegt mit 7,80 bis 12 Euro dagegen auf demselben Niveau wie ein Benziner. Wer keine eigene Lademöglichkeit hat und ausschließlich öffentlich lädt, spart bei den Energiekosten praktisch nichts mehr.
Das ist die ehrliche Antwort auf eine oft zu optimistisch beantwortete Frage. Der Kostenvorteil des Elektroautos ist real, aber er ist an eine Bedingung geknüpft: eigene Lademöglichkeit und ein Tarif, der nicht die Grundversorgung ist. Bei den übrigen laufenden Kosten bleibt der Vorsprung dagegen bestehen, etwa bei der Kfz-Steuer, von der reine Elektroautos bis Ende 2035 befreit sind.
Was kostet Elektroauto laden im Jahr?
Damit aus den Spannen eine greifbare Zahl wird, hier die Jahresrechnung für eine typische Fahrleistung von 15.000 Kilometern. Bei 18 Kilowattstunden Fahrbedarf plus Ladeverlusten sind das rund 3.000 bis 3.150 Kilowattstunden, die tatsächlich bezahlt werden.
- dynamischer Tarif: rund 660 Euro im Jahr.
- günstiger Wechseltarif: rund 750 Euro im Jahr.
- typischer Haushaltstarif: rund 1.050 Euro im Jahr.
- Grundversorgung: rund 1.200 Euro im Jahr.
- ausschließlich Schnellladen ohne Vertrag: über 2.500 Euro im Jahr.
Zum Vergleich: Derselbe Weg kostet mit einem Benziner rund 1.700 Euro und mit einem Diesel rund 1.420 Euro.
Die Ersparnis gegenüber dem Benziner reicht damit von rund 500 Euro im Jahr in der Grundversorgung bis zu rund 1.040 Euro mit einem dynamischen Tarif. Das ist ein ordentlicher Betrag, aber es ist nicht der Faktor drei, mit dem gerne geworben wird.
Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a: dauerhaft niedrigere Wallbox Ladekosten
Zur reinen Strompreisrechnung kommt ein Spareffekt, den viele übersehen. Wer den Ladepunkt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a anmeldet, bekommt einen festen Netzentgelt-Rabatt von rund 110 bis 190 Euro im Jahr.
Steuerbar heißt: Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung in seltenen Ausnahmefällen kurzzeitig drosseln, wenn das Netz überlastet ist. Im Alltag fällt das kaum auf, weil ein Auto über Nacht ohnehin mehr Zeit hat, als es zum Laden braucht.
Auf 15.000 Kilometer umgelegt entspricht ein Rabatt von 150 Euro rund einem Euro je 100 Kilometer zusätzlicher Ersparnis. Damit rutscht selbst das Laden zum typischen Haushaltstarif von 7 auf rund 6 Euro. Dieser Rabatt ist der verlässlichste Spareffekt überhaupt, weil er nicht von schwankenden Börsenpreisen abhängt.
Wie die THG-Prämie die Ladekosten pro 100 km senkt
Es gibt einen zweiten Effekt, der über das Jahr wirkt und ebenfalls unabhängig davon ist, wo geladen wird. Wer ein reines Elektroauto auf sich zugelassen hat, kann einmal im Jahr die Treibhausgasminderungsquote verkaufen. Mineralölkonzerne müssen ihren Ausstoß senken und kaufen dafür die Quote von Elektroauto-Haltern.
Je nach Anbieter werden dafür 100 bis 370 Euro ausgezahlt. Auf 15.000 Kilometer umgelegt sind das rund 0,70 bis 2,50 Euro weniger je 100 Kilometer. Bei einem guten Anbieter gleicht die Prämie damit ein Drittel der gesamten Jahres-Stromkosten aus.
Wichtig ist die Frist. Das Umweltbundesamt nimmt Anträge für das laufende Jahr bis Mitte November entgegen, die Anbieter brauchen die Unterlagen aber schon Ende Oktober. Wer zu spät kommt, verliert den Anspruch für dieses Jahr komplett — er wird nicht nachgeholt. Alle Details dazu stehen im Beitrag zur THG-Quote 2026 mit Antrag, Auszahlung und Frist.
Lohnt sich eine Wallbox bei den aktuellen Ladekosten?
Aus den Zahlen oben ergibt sich eine klare Antwort: Ja, sofern zu Hause überhaupt geladen werden kann. Der Unterschied zwischen Heimladen und öffentlichem Laden liegt bei 15.000 Kilometern im Jahr zwischen rund 400 und 900 Euro, je nach Tarif auf beiden Seiten.
Dazu kommt, dass es den Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a nur für einen fest angemeldeten Ladepunkt gibt. Wer öffentlich lädt, bekommt ihn nicht. Beide Effekte zusammen machen die Wallbox zur wichtigsten Stellschraube der ganzen Rechnung — wichtiger als die Wahl des Fahrzeugs.
Was die Anschaffung samt Installation kostet, schlüsselt der Beitrag Wallbox Kosten 2026 für Anschaffung und Installation auf. Welche Zuschüsse es dafür noch gibt, steht im Beitrag zur Wallbox-Förderung 2026.
Wer zusätzlich eine Solaranlage hat, senkt die Kosten noch einmal deutlich, weil ein Teil des Stroms vom eigenen Dach fast nichts kostet. Wie stark dieser Eigenverbrauch wirkt, zeigt der Beitrag Wallbox mit Photovoltaik und Überschussladen.
E-Auto Ladekosten für Skoda und CUPRA im Alltag
Bis hierher haben wir mit einem Durchschnittsfahrzeug gerechnet. In der Praxis liegen die Modelle aber auseinander, und der Unterschied schlägt direkt auf die Rechnung durch.
Die kleineren Modelle im Konzern sind die sparsamsten. Ein Skoda Epiq und ein CUPRA Raval kommen im gemischten Alltagsbetrieb auf rund 16 bis 17 Kilowattstunden je 100 Kilometer ab Steckdose. Bei einem Haushaltstarif von 35 Cent kostet das rund 5,60 bis 5,95 Euro, mit einem dynamischen Tarif rund 3,60 Euro.
In der Mitte liegen Skoda Elroq und CUPRA Born mit rund 18 bis 19 Kilowattstunden. Das ergibt rund 6,30 bis 6,65 Euro zum Haushaltstarif. Die größeren Modelle Skoda Enyaq und CUPRA Tavascan brauchen im Alltag rund 20 bis 22 Kilowattstunden und landen damit bei rund 7 bis 7,70 Euro.
Zwischen dem sparsamsten und dem durstigsten Modell dieser Auswahl liegen also gut zwei Euro je 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern im Jahr sind das rund 300 Euro Unterschied — spürbar, aber immer noch weniger, als der Wechsel von der Grundversorgung zu einem günstigen Stromtarif bringt.
Diese Werte gelten für gemischte Strecken über das Jahr, nicht für den Normwert aus dem Datenblatt. Der Wert nach WLTP (dem gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren) liegt bei allen Modellen niedriger, weil er unter genormten Bedingungen ermittelt wird und die Ladeverluste nicht enthält. Wer mit dem Datenblattwert kalkuliert, unterschätzt seine tatsächlichen Kosten regelmäßig um ein Fünftel.
Für die Praxis heißt das: Die Modellwahl entscheidet weniger über die laufenden Kosten als der Stromtarif und die Frage, ob zu Hause geladen werden kann. Wer ohnehin schwankt, sollte deshalb zuerst die Lademöglichkeit klären und erst danach die Fahrzeugfrage.
Ein Sonderfall sind Haushalte mit zwei Autos. Wer ein Elektroauto für den Alltag und einen Verbrenner für die Langstrecke hält, lädt fast ausschließlich zu Hause und fährt damit den günstigsten Fall überhaupt. Öffentliches Laden fällt dann kaum ins Gewicht, weil die weiten Strecken ohnehin mit dem anderen Fahrzeug gefahren werden. In dieser Konstellation ist der Kostenvorteil des Elektroautos am größten und am verlässlichsten.
Umgekehrt gilt: Wer nur ein Auto besitzt, damit regelmäßig lange Strecken fährt und unterwegs schnellladen muss, sollte seine Rechnung nicht mit dem Heimtarif aufmachen. Realistisch ist dann eine Mischung, etwa 80 Prozent zu Hause und 20 Prozent am Schnelllader. Bei einem Haushaltstarif und einem Schnelllade-Vertrag landet man damit bei rund 7,60 Euro je 100 Kilometer — immer noch unter einem Benziner, aber deutlich über dem Wert, mit dem in Werbeprospekten gerechnet wird.
Was den Verbrauch im Alltag nach oben treibt
Damit die Rechnung ehrlich bleibt, gehören die Faktoren dazu, die den Verbrauch erhöhen. Der größte ist die Kälte. Im Winter braucht das Auto Energie für die Heizung, und ein kalter Akku gibt weniger Leistung ab. Der Verbrauch kann dann statt 18 leicht 22 bis 25 Kilowattstunden je 100 Kilometer betragen.
Der zweite Faktor ist das Tempo. Schnelle Autobahnfahrt treibt den Verbrauch überproportional nach oben, weil der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit stark steigt. Bei 130 statt 100 Stundenkilometern liegt der Mehrverbrauch schnell bei einem Viertel.
Der dritte Faktor ist die Kurzstrecke, bei der Auto und Akku nie richtig auf Temperatur kommen. Wer dagegen viel gleichmäßige Strecke fährt und vorausschauend rollt, liegt eher unter dem Durchschnitt. Für eine seriöse Jahresrechnung sollte man mit einem Mittelwert über alle Jahreszeiten rechnen, nicht mit dem Bestwert eines milden Frühlingstags.
Die häufigsten Rechenfehler beim Ladekosten-Vergleich
Aus vielen Gesprächen in Wiesloch kennen wir die typischen Fehler. Der erste ist, die Ladeverluste wegzulassen und nur mit der Akkugröße zu rechnen — das macht die Rechnung um gut ein Zehntel zu günstig.
Der zweite Fehler ist, den Tiefstpreis eines dynamischen Tarifs als Dauerwert anzunehmen. Wer nur die günstigsten drei Nachtstunden trifft, lädt nicht sein ganzes Jahr dort. Realistisch ist ein Mischpreis über den Tag.
Der dritte Fehler ist, den Sommerverbrauch als Jahreswert zu setzen und den höheren Winterbedarf zu ignorieren.
Der vierte Fehler betrifft den Vergleich selbst. Wer Heimladen zum Nachttarif gegen das teuerste spontane Schnellladen stellt, erzeugt einen unrealistisch großen Abstand. Wer umgekehrt die Grundversorgung gegen einen sparsamen Diesel rechnet, redet die Elektromobilität klein. Ehrlich ist der Vergleich realistischer Mittelwerte, und genau den liefert dieser Beitrag.
Wer die Gesamtkosten eines Elektroautos einordnen will, sollte außerdem den Wertverlust einbeziehen — er bewegt meist größere Beträge als alle Energiekosten zusammen. Die aktuelle Lage dazu steht im Beitrag zum E-Auto-Restwert 2026 als Käufer-Chance. Und wer noch vor dem Kauf steht, findet die Bedingungen der Kaufprämie im Beitrag zur E-Auto-Förderung 2026 mit bis zu 6.000 Euro.
Für den eigenen Fall rechnen wir beim Automobilsalon Bellemann in Wiesloch die realistische Variante durch, also Fahrleistung, Lademöglichkeit und Tarif. Ziel ist nicht die schönste Zahl, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Angaben zum Haushaltsstrompreis stützen sich auf die laufende Auswertung von Verivox zur Strompreisentwicklung und auf die Tagesübersicht von StromAuskunft. Die Kraftstoffpreise stammen aus der Kraftstoffpreis-Statistik des Statistischen Bundesamts sowie aus der ADAC-Übersicht zur Kraftstoffpreisentwicklung. Verbrauch, Ladeverluste und die Einordnung des Heimladens folgen dem ADAC-Ratgeber zu Wallbox und Ladekosten. Die Regeln zum Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a veröffentlicht die Bundesnetzagentur, die Hinweise zu Stromtarifen und THG-Quote stammen von der Verbraucherzentrale. Alle Preisangaben sind unverbindliche Richtwerte mit Stand 21. Juli 2026.
Update-Hinweis (Stand: 21.07.2026)
Am 21. Juli 2026 haben wir sämtliche Preisannahmen dieses Beitrags neu geprüft und korrigiert. Die ursprüngliche Fassung rechnete das Heimladen mit 30 Cent je Kilowattstunde und ließ die Ladeverluste außen vor. Beides war zu günstig gerechnet. Wir setzen jetzt einheitlich 35 Cent für einen typischen Haushalt an — dieser Wert liegt einen halben Cent neben der amtlichen Strompauschale des Bundesfinanzministeriums für 2026 von 34,36 Cent. Zum Vergleich: Der letzte amtlich veröffentlichte Durchschnitt des Statistischen Bundesamts lautet 40,55 Cent für das zweite Halbjahr 2025, günstige Wechseltarife beginnen aktuell bei rund 25 Cent. Gleichzeitig ist öffentliches Laden seit dem Frühjahr günstiger geworden: An normalen Ladepunkten sind es jetzt 39 bis 56 statt 45 bis 60 Cent, am Schnelllader gibt es mit Vertrag Tarife ab 39 Cent. Beide Korrekturen zeigen in dieselbe Richtung — der Abstand zwischen Heimladen und öffentlichem Laden ist kleiner geworden, und der Stromtarif entscheidet inzwischen mehr über die Kosten als der Ladeort. Die 35 Cent gelten ab sofort für alle Beispielrechnungen auf dieser Seite.
Häufige Fragen
Was kostet es, ein Elektroauto 100 Kilometer weit zu laden?
Zu Hause hängt das fast vollständig am Stromtarif. Mit einem dynamischen Tarif und Nachtladen sind es rund 4,40 Euro, mit einem günstigen Wechseltarif von 25 Cent rund 5 Euro, mit einem typischen Haushaltstarif von 35 Cent je Kilowattstunde rund 7 Euro und in der Grundversorgung rund 8 Euro. Öffentlich liegen die Kosten bei 8 bis 12 Euro, am Schnelllader ohne Vertrag bei bis zu 18 Euro.
Wie viel Strom braucht ein Elektroauto auf 100 Kilometer?
Ein durchschnittliches Elektroauto braucht rund 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer für den reinen Fahrbetrieb. Kleine, effiziente Modelle liegen bei etwa 15 Kilowattstunden, große oder schnell gefahrene Fahrzeuge bei 20 bis über 25. Im Winter und auf Kurzstrecke steigt der Wert deutlich, weil Heizung und kalter Akku zusätzliche Energie kosten.
Wie hoch sind die Ladeverluste beim Elektroauto?
Rund 10 bis 15 Prozent. Beim Laden geht Energie als Wärme verloren, im Ladegerät, im Kabel und im Fahrzeug selbst. Bezahlt wird immer die Menge, die durch den Stromzähler läuft, nicht die, die im Akku ankommt. Aus 18 Kilowattstunden Fahrbedarf werden ab Steckdose deshalb rund 20 Kilowattstunden. Wer diesen Aufschlag weglässt, rechnet sich die Kosten um gut ein Zehntel zu günstig.
Was kostet Elektroauto laden an der Ladesäule?
An normalen öffentlichen Wechselstrom-Punkten liegen die Preise 2026 bei rund 39 bis 56 Cent je Kilowattstunde, bei einzelnen Discountern sogar ab 29 Cent. Am Schnelllader zahlt man mit einem passenden Vertrag rund 39 bis 60 Cent, ohne Vertrag bis zu 89 Cent. Auf 100 Kilometer gerechnet sind das rund 8 bis 12 Euro mit Vertrag und bis zu 18 Euro ohne.
Ist Elektroauto laden günstiger als Tanken?
Zu Hause ja, öffentlich nur noch knapp. Ein Benziner mit 6,5 Litern Verbrauch kostet bei rund 1,75 Euro je Liter etwa 11,40 Euro je 100 Kilometer, ein Diesel mit 5,5 Litern rund 9,50 Euro. Heimladen unterbietet das mit 4,40 bis 8 Euro klar. Öffentliches Laden liegt mit 8 bis 12 Euro dagegen auf ähnlichem Niveau wie der Verbrenner.
Was kostet Elektroauto laden im Jahr?
Bei 15.000 Kilometern im Jahr werden rund 3.000 Kilowattstunden ab Steckdose fällig. Mit einem dynamischen Tarif kostet das rund 660 Euro, mit einem günstigen Festtarif rund 750 Euro, mit einem typischen Haushaltstarif rund 1.050 Euro und in der Grundversorgung rund 1.200 Euro. Ein vergleichbarer Benziner kostet für dieselbe Strecke rund 1.700 Euro.
Lohnt sich eine Wallbox bei den aktuellen Ladekosten?
Ja, wenn zu Hause geladen werden kann. Der Unterschied zwischen Heimladen und öffentlichem Laden liegt bei 15.000 Kilometern im Jahr zwischen 400 und 900 Euro. Dazu kommt der Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a von 110 bis 190 Euro, den es nur für einen fest angemeldeten Ladepunkt gibt. Eine Wallbox trägt sich damit meist in wenigen Jahren allein über die Ladekosten.
Wie stark senkt die THG-Prämie die Ladekosten?
Wer ein reines Elektroauto auf sich zugelassen hat, kann die Treibhausgasminderungsquote einmal im Jahr verkaufen. Je nach Anbieter werden dafür 100 bis 370 Euro ausgezahlt. Bei 15.000 Kilometern im Jahr entspricht das rund 0,70 bis 2,50 Euro je 100 Kilometer weniger. Die Prämie ist unabhängig davon, wo geladen wird, und muss jedes Jahr neu beantragt werden.
Wie senkt der Netzentgelt-Rabatt nach Paragraf 14a die Kosten?
Wer den Ladepunkt als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmeldet, bekommt einen dauerhaften Netzentgelt-Rabatt von rund 110 bis 190 Euro im Jahr. Auf 15.000 Kilometer umgelegt sind das rund 0,70 bis 1,30 Euro je 100 Kilometer. Der Rabatt ist der verlässlichste Spareffekt überhaupt, weil er nicht von schwankenden Börsenpreisen abhängt.