- BYD Dolphin Surf Preis: Wer die 14.190 Euro wirklich zahlt
- BYD Dolphin Surf Comfort oder Boost: Wer weiter kommt
- BYD Dolphin Surf Test: Was die Note 2,6 verschweigt
- BYD Dolphin Surf Leasing: Was in den 169 Euro nicht steckt
- BYD Dolphin Surf Anhängerkupplung: Was jetzt geht und was nicht
- BYD Dolphin Surf Lieferzeit: Wann er sofort da ist und wann man warten muss
Inhalt dieses Artikels
- BYD Dolphin Surf Reichweite: die Zahl, die jeder kennt — und vier, die kaum jemand zeigt
- Kurzantwort
- Wie weit kommt der BYD Dolphin Surf wirklich?
- BYD Dolphin Surf Reichweite je Streckenart: was im amtlichen Label steht
- BYD Dolphin Surf Reichweite Autobahn: wo der Akku am schnellsten leer wird
- Wie weit kommt ein Elektroauto wirklich bei 130 km/h auf der Autobahn?
- Wie hoch ist die reale Reichweite des BYD Dolphin Surf?
- BYD Dolphin Surf Verbrauch: was 100 Kilometer wirklich kosten
- Was eine volle Ladung kostet — und warum der Verbrauch im Display zu niedrig ist
- Welche Reichweite hat der BYD Dolphin Surf im Winter?
- BYD Dolphin Surf Comfort Reichweite gegen Boost: zwölf Kilometer Unterschied
- BYD Dolphin Surf Active Reichweite: reicht der kleine Akku?
- Was die Reichweite im Alltag noch verschiebt
- Quellen
- Stand der Angaben
BYD Dolphin Surf Reichweite: die Zahl, die jeder kennt — und vier, die kaum jemand zeigt
Auf jeder Angebotsseite steht dieselbe Zahl: 322 Kilometer. Das ist die Norm-Reichweite des BYD Dolphin Surf Boost, gemessen nach WLTP (dem genormten europäischen Prüfverfahren für Verbrauch und Reichweite). Sie stimmt — und sie beantwortet trotzdem nicht die Frage, die Interessenten wirklich haben: Wie weit komme ich damit auf meiner Strecke?
Die Antwort darauf steht an einer Stelle, die fast niemand aufschlägt. Im amtlichen Verbrauchslabel, das BYD für jede Version veröffentlichen muss, stehen nämlich vier weitere Verbrauchswerte: je einer für Innenstadt, Stadtrand, Landstraße und Autobahn. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten liegt mehr als der doppelte Verbrauch.
Dieser Beitrag rechnet aus diesen amtlichen Werten die Reichweite je Streckenart aus, stellt die Messung des ADAC daneben und zeigt, was eine Ladung kostet. Alle Angaben sind am 19. Oktober 2026 an den Quellen geprüft. Alle übrigen Daten des Modells stehen im Überblick zum BYD Dolphin Surf 2026, und was der Wagen kostet, steht im Beitrag zum Preis des Dolphin Surf.
Kurzantwort
Wie weit kommt der BYD Dolphin Surf wirklich?
Rund 260 Kilometer im gemischten Alltag, wenn man der Messung des ADAC folgt. Der Automobilclub hat den Boost mit dem großen Akku getestet und dabei 19,2 Kilowattstunden je 100 Kilometer gemessen. Daraus ergibt sich eine Reichweite von etwa 260 Kilometern — rund ein Fünftel weniger als die 322 Kilometer nach Norm.
Die Fachdatenbank EV Database kommt unabhängig davon auf 270 Kilometer und nennt als Spanne 190 bis 410 Kilometer, je nach Jahreszeit und Tempo. Zwei Quellen, zwei ähnliche Werte: Wer mit 260 bis 270 Kilometern plant, liegt im Alltag richtig.
Was das praktisch heißt, zeigt eine einfache Rechnung. Bei 30 Kilometern Arbeitsweg, also 60 Kilometern am Tag, kommt der Boost rechnerisch gut vier Tage ohne Steckdose aus. Wer in Wiesloch wohnt und in Heidelberg arbeitet, fährt gut 17 Kilometer je Richtung — damit reicht eine Ladung über eine ganze Arbeitswoche. Für die Fahrt nach Stuttgart und zurück, rund 200 Kilometer, bleibt dagegen kaum Luft, sobald ein Teil davon über die Autobahn führt.
BYD Dolphin Surf Reichweite je Streckenart: was im amtlichen Label steht
Jeder Neuwagen in Deutschland braucht ein Verbrauchslabel. Für Elektroautos nennt es den Stromverbrauch kombiniert, die elektrische Reichweite und zusätzlich vier Einzelwerte für verschiedene Streckenarten. Genau diese vier machen die Reichweite greifbar.
| Verbrauch laut Label | Active | Boost | Comfort |
|---|---|---|---|
| Innenstadt | 9,3 kWh | 9,0 kWh | 10,2 kWh |
| Stadtrand | 10,3 kWh | 10,3 kWh | 11,1 kWh |
| Landstraße | 13,5 kWh | 13,6 kWh | 14,3 kWh |
| Autobahn | 21,4 kWh | 21,9 kWh | 22,3 kWh |
| kombiniert | 15,5 kWh | 15,6 kWh | 16,0 kWh |
| Reichweite kombiniert | 220 km | 322 km | 310 km |
Alle Werte je 100 Kilometer, Stand der Label: Juli 2026.
Aus zwei dieser Angaben lässt sich die Reichweite je Streckenart ausrechnen. Die Formel ist einfach: Norm-Reichweite mal kombinierter Verbrauch, geteilt durch den Verbrauch der jeweiligen Strecke. Für den Boost auf der Autobahn sind das 322 mal 15,6 geteilt durch 21,9 — also 229 Kilometer. Das ist unsere eigene Rechnung aus den amtlichen Zahlen, keine Herstellerangabe.
| Rechnerische Reichweite | Innenstadt | Stadtrand | Landstraße | Autobahn |
|---|---|---|---|---|
| Active | 367 km | 331 km | 253 km | 159 km |
| Boost | 558 km | 488 km | 369 km | 229 km |
| Comfort | 486 km | 447 km | 347 km | 222 km |
Die Spanne ist größer, als die eine Zahl auf dem Prospekt vermuten lässt. Zwischen Innenstadt und Autobahn liegt beim Boost der Faktor 2,4. Wer den Wagen als Zweitwagen in der Stadt bewegt, fährt also in einer völlig anderen Welt als jemand, der ihn über die Autobahn zur Arbeit schickt.
BYD Dolphin Surf Reichweite Autobahn: wo der Akku am schnellsten leer wird
Auf der Autobahn verbraucht der Dolphin Surf mehr als doppelt so viel Strom wie in der Innenstadt. Beim Boost stehen 21,9 Kilowattstunden gegen 9,0, beim Comfort 22,3 gegen 10,2. Das ist kein Mangel dieses Autos, sondern Physik: Der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, und ein 1,59 Meter hoher Kleinwagen schiebt eine große Fläche vor sich her.
Die Folge für die Praxis ist deutlich. Aus 322 Kilometern werden rechnerisch 229, aus 220 Kilometern beim Active nur noch 159. Der byd dolphin surf verbrauch autobahn ist damit der Wert, auf den es bei der Kaufentscheidung ankommt, sobald regelmäßig Langstrecke ansteht.
Der ADAC formuliert es für sein eigenes Testergebnis noch schärfer: Bei Autobahnfahrten und niedrigen Temperaturen seien kaum mehr als 150 Kilometer möglich. Das ist der Wert für den getesteten Boost — beim Active mit dem kleineren Akku liegt er noch darunter.
Dazu kommt der zweite Teil des Problems: das Nachladen. Der ADAC maß am Schnelllader 45 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent, obwohl der Wagen die angegebenen 85 Kilowatt Spitzenleistung erreichte. Wer alle zwei Stunden eine Dreiviertelstunde steht, kommt auf der Langstrecke langsamer voran als mit fast jedem anderen Elektroauto dieser Preisklasse. Welche kleinen Stromer hier besser dastehen, zeigt der Vergleich günstiger Elektroautos unter 30.000 Euro.
Wie weit kommt ein Elektroauto wirklich bei 130 km/h auf der Autobahn?
Deutlich weniger als auf dem Papier. Der ADAC hat 25 Elektroautos auf einer festen Autobahnrunde gemessen, mit der Richtgeschwindigkeit 130 als Obergrenze. Heraus kam ein Durchschnittstempo von 111 Kilometern pro Stunde über fünf Stunden und 15 Minuten Fahrzeit — und bei fast jedem Auto ein Verbrauch weit über dem Normwert.
Wie weit die Werte auseinandergehen, zeigt die Spannweite des Tests. Am besten hielt sich der Nio ET5 mit nur 10 Prozent Abweichung, danach kamen Porsche Taycan mit 23 und Mercedes EQS mit 25 Prozent. Am anderen Ende stand der CUPRA Born: 70 Prozent mehr Verbrauch auf der Autobahn, aus 594 Kilometern nach Norm wurden im Test 325.
Dabei lohnt ein Blick auf die Rechenrichtung, weil sie oft falsch verstanden wird. Der ADAC schreibt dazu, ein um 70 Prozent erhöhter Verbrauch sei nicht gleichbedeutend mit einer um 70 Prozent kleineren Reichweite — rechnerisch seien es gut 40 Prozent. Wer also hört, ein Auto brauche auf der Autobahn die Hälfte mehr, darf nicht die halbe Reichweite abziehen, sondern rund ein Drittel.
Der Dolphin Surf war in diesem Test nicht dabei, er gehört nicht ins Langstreckenfeld. Seine Größenordnung liefert stattdessen der eigene Modelltest: bei Autobahnfahrten und niedrigen Temperaturen kaum mehr als 150 Kilometer. Für einen Kleinwagen mit 150 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit ist das keine Überraschung, sondern die Bauform. Wer regelmäßig mit Tempo 130 unterwegs ist, kauft besser ein Auto mit größerem Akku und schnellerer Ladetechnik — wer bis 120 bleibt, verschenkt dagegen kaum etwas.
Wie hoch ist die reale Reichweite des BYD Dolphin Surf?
Zwischen 190 und 410 Kilometern, mit rund 260 als Alltagswert. Diese Spanne stammt von der EV Database und beschreibt dasselbe Auto bei verschiedenem Wetter und Tempo — unten der Winter auf der Autobahn, oben der Sommer in der Stadt.
Der ADAC hat zusätzlich einen Reichweitenrechner, der für den Boost bei 10 Grad Außentemperatur und 90 Kilometern pro Stunde 312 Kilometer ausgibt. Das liegt nahe an der Norm — und zeigt, dass der Dolphin Surf bei moderatem Tempo durchaus liefert, was BYD verspricht. Die Lücke entsteht erst oberhalb von Landstraßentempo.
Der gemessene Verbrauch des ADAC von 19,2 Kilowattstunden liegt 23 Prozent über dem Normwert von 15,6. Die Reichweite sinkt dadurch um 19 Prozent, von 322 auf 260 Kilometer. Dieser Unterschied zwischen Verbrauchsaufschlag und Reichweitenverlust verwirrt oft — er ist aber nur eine Folge der Rechenrichtung: Ein Verbrauch, der um ein Viertel steigt, frisst keine Reichweite um ein Viertel, sondern um ein Fünftel.
BYD Dolphin Surf Verbrauch: was 100 Kilometer wirklich kosten
Das Label nennt neben dem Verbrauch auch die Energiekosten. Gerechnet wird mit 32,1 Cent je Kilowattstunde, dem Jahresdurchschnitt für 2025, und mit 15.000 Kilometern im Jahr.
| Active | Boost | Comfort | |
|---|---|---|---|
| Energiekosten laut Label | 746,33 € | 751,14 € | 770,40 € |
| je 100 km kombiniert | 4,98 € | 5,01 € | 5,14 € |
| je 100 km Innenstadt | 2,99 € | 2,89 € | 3,27 € |
| je 100 km Autobahn | 6,87 € | 7,03 € | 7,16 € |
Die Spalten für Innenstadt und Autobahn sind unsere Rechnung aus den Label-Werten mal dem Strompreis, den das Label selbst nennt. Der Unterschied ist der eigentliche Punkt: Dieselben 100 Kilometer kosten zwischen knapp drei und gut sieben Euro, je nachdem, wo man sie fährt.
Zum Einordnen: Ein Benziner mit sieben Litern auf 100 Kilometer liegt bei etwa 12 Euro. Wer das Auto least, rechnet die Stromkosten zur Rate dazu — was das beworbene Angebot im Einzelnen verlangt, steht im Beitrag zum Leasing des Dolphin Surf. Selbst auf der Autobahn, wo der Dolphin Surf am durstigsten ist, bleibt der Abstand also deutlich. Wer zu Hause mit eigenem Solarstrom lädt, verschiebt die Rechnung noch einmal — was das kostet und bringt, steht im Beitrag zum Laden zu Hause.
Was eine volle Ladung kostet — und warum der Verbrauch im Display zu niedrig ist
Hier wird es interessant, weil die meisten Rechnungen einen Posten übersehen. Der Akku des Boost fasst 43,2 Kilowattstunden. Aus der Steckdose fließt aber mehr, denn beim Laden geht Energie verloren — im Ladegerät des Autos, im Kabel und in der Batterie selbst.
Wie viel das ist, hat der ADAC in einer eigenen Untersuchung gemessen. An der Wallbox mit 11 oder 22 Kilowatt lagen die Verluste bei 5,1 bis 7,0 Prozent. An der normalen Haushaltssteckdose waren es deutlich mehr: 12,7 Prozent beim sparsamsten Fahrzeug, 24,2 Prozent beim schlechtesten. Beim Schnellladen mit Gleichstrom kommen 5 bis 15 Prozent zusammen, weil die Säule umwandelt und die Batterie geheizt werden muss.
| Eine volle Ladung | an der Wallbox | an der Haushaltssteckdose |
|---|---|---|
| Active (30 kWh) | 31,5–32,1 kWh = 10,12–10,30 € | 33,8–34,6 kWh = 10,85–11,10 € |
| Boost und Comfort (43,2 kWh) | 45,4–46,2 kWh = 14,57–14,84 € | 48,7–49,8 kWh = 15,63–15,99 € |
Der ADAC schreibt dazu einen Satz, den man sich merken sollte: Diesen Verlust zeigt der Bordcomputer eben nicht an. Wie sich eine eigene Wallbox gegenüber der Steckdose rechnet, steht im Beitrag zum Laden zu Hause. Wer den Verbrauch im Auto abliest und daraus seine Stromrechnung hochrechnet, liegt deshalb zu niedrig.
Auffällig ist noch etwas anderes. Rechnet man die Normwerte gegeneinander — 322 Kilometer bei 15,6 Kilowattstunden je 100 Kilometer —, kommt man auf 50,2 Kilowattstunden für eine volle Ladung. Der ADAC-Test landet mit 260 Kilometern bei 19,2 Kilowattstunden fast genau gleich, nämlich bei 49,9. Beide Rechnungen liegen rund sieben Kilowattstunden über der Akkugröße. Das entspricht ziemlich genau der Größenordnung, die der ADAC als Ladeverlust an der Haushaltssteckdose misst.
Welche Reichweite hat der BYD Dolphin Surf im Winter?
Eine eigene Wintermessung für dieses Modell gibt es nicht — der Dolphin Surf war im großen Autobahn-Wintertest des ADAC nicht dabei. Belegt ist aber der Satz aus seinem Modelltest: Bei Autobahnfahrten und niedrigen Temperaturen seien kaum mehr als 150 Kilometer möglich.
Zwei technische Punkte erklären, warum der Winter diesem Auto stärker zusetzt als anderen. Erstens nennt BYD für keine Version eine Wärmepumpe. Eine solche Pumpe holt einen Teil der Heizwärme aus der Umgebungsluft und spart dadurch Strom; ohne sie geht die ganze Heizleistung direkt aus dem Akku. Zweitens hält der ADAC im Test fest, dass der Wagen keine Akkukonditionierung hat — die Batterie wird also vor dem Schnellladen nicht vorgewärmt, was im Winter die Ladezeit zusätzlich verlängert.
Wie stark der Winter rechnerisch wirkt, zeigt eine Faustregel aus demselben ADAC-Test: Ein um 70 Prozent erhöhter Verbrauch bedeutet nicht 70 Prozent weniger Reichweite, sondern gut 40 Prozent. Beim CUPRA Born wurden aus 594 Kilometern nach Norm im Wintertest 325. Überträgt man diese Größenordnung auf den Dolphin Surf, landet man bei den 150 Kilometern, die der ADAC nennt.
Praktisch hilft dagegen vor allem Vorwärmen an der Steckdose: Wer den Innenraum über die App aufheizt, solange das Auto noch am Kabel hängt, startet mit vollem Akku und warmem Wagen. Hilfreich ist im Winter außerdem die Sitz- und Lenkradheizung, die es erst ab dem Boost gibt — sie wärmt den Menschen statt des ganzen Innenraums und zieht dafür weniger Strom, wie der Beitrag zu den Ausstattungsunterschieden der drei Linien zeigt. Wie sich chinesische Elektroautos insgesamt bei Kälte schlagen, zeigt der Beitrag Chinesische Elektroautos im Winter, und was Kälte mit der Lebensdauer des Akkus macht, steht im Beitrag zur Lebensdauer von E-Auto-Akkus.
BYD Dolphin Surf Comfort Reichweite gegen Boost: zwölf Kilometer Unterschied
Beide Linien haben denselben Akku mit 43,2 Kilowattstunden, und trotzdem steht beim Boost eine höhere Zahl: 322 gegen 310 Kilometer. Der Grund steht im Label. Der Comfort verbraucht nach Norm 16,0 Kilowattstunden je 100 Kilometer, der Boost 15,6.
Das liegt am Motor und am Gewicht. Der Comfort leistet 115 Kilowatt statt 65 und wiegt mit 1.390 Kilogramm 20 Kilogramm mehr. Beides kostet Energie, auch wenn man die Leistung nie abruft. Auf der Autobahn schrumpft der Abstand auf sieben Kilometer, weil dort der Luftwiderstand alles dominiert.
Für die Kaufentscheidung ist der Unterschied klein. Zwölf Kilometer sind weniger als die Streuung zwischen zwei Fahrstilen. Wer die stärkere Maschine will, verliert bei der Reichweite also praktisch nichts. Welche Linie sonst was mitbringt, steht im Beitrag zu den Unterschieden zwischen Active, Boost und Comfort.
BYD Dolphin Surf Active Reichweite: reicht der kleine Akku?
Der Active ist die einzige Version mit dem 30-Kilowattstunden-Akku, und das merkt man an jeder Ecke der Rechnung. Nach Norm sind es 220 Kilometer, auf der Autobahn rechnerisch 159, im Winter entsprechend weniger. Dazu lädt er am Schnelllader nur mit 65 statt 85 Kilowatt.
Als Stadt- und Umlandauto ist das reichlich: 367 Kilometer in der Innenstadt bedeuten bei 40 Kilometern am Tag mehr als eine Woche ohne Steckdose. Als einziges Auto eines Haushalts, der auch mal 200 Kilometer am Stück fährt, wird es dagegen eng — dann steht auf jeder längeren Fahrt ein Ladestopp an, und der dauert hier länger als beim Boost.
Der Preisunterschied zwischen beiden Linien liegt nach dem Rabatt von BYD bei rund 2.800 Euro. Wer regelmäßig über die Autobahn muss, kauft mit dem größeren Akku vor allem Zeit, nicht nur Kilometer. Was die Linien kosten, rechnet der Beitrag zum Preis mit E-Bonus und Förderung vor, und wie lange man auf ein bestelltes Auto wartet, steht im Beitrag zur Lieferzeit des Dolphin Surf.
Was die Reichweite im Alltag noch verschiebt
Drei Dinge tauchen in keiner Norm auf und entscheiden trotzdem mit. Das erste ist die Zuladung: Vier Personen und Gepäck sind beim 1.370 Kilogramm leichten Boost ein größerer Anteil am Gesamtgewicht als bei einem schweren Auto, und jedes Kilo kostet Energie beim Beschleunigen. Was der Wagen überhaupt tragen und ziehen darf, steht im Beitrag zur Anhängerkupplung und Anhängelast.
Das zweite sind die Reifen. Der ADAC lobt den Federungskomfort des hohen Reifenquerschnitts — derselbe Reifen rollt aber schwerer ab als ein schmaler Sommerreifen mit hartem Gummi. Winterreifen kosten zusätzlich Reichweite, und zwar unabhängig von der Temperatur.
Das dritte ist der Fahrstil. Der ADAC maß für den Überholvorgang von 60 auf 100 Kilometer pro Stunde 8,0 Sekunden. Wer diesen Vorgang oft wiederholt, verbraucht spürbar mehr als jemand, der gleichmäßig rollt. Die Norm-Werte entstehen in einem festen Zyklus ohne solche Spitzen. Welche Schwächen der ADAC sonst notiert hat, steht im Beitrag zum ADAC-Test des Dolphin Surf. Wer ein gebrauchtes Elektroauto sucht, findet den geprüften Bestand des Automobilsalons Bellemann in Wiesloch.
Quellen
Die Verbrauchswerte je Streckenart, die Reichweiten und die Energiekosten stammen aus den amtlichen Verbrauchslabels von BYD mit Stand Juli 2026, je eines für Active, Boost und Comfort. Sie sind auf der deutschen Modellseite von BYD unter „CO2 & Verbrauch” verlinkt. Akkugrößen, Leistungen und Gewichte stammen aus Konfigurator und Broschüre von BYD.
Der gemessene Verbrauch von 19,2 Kilowattstunden, die 260 Kilometer Reichweite, die 312 Kilometer aus dem Reichweitenrechner, die Ladezeit von 45 Minuten und die Sätze zu Winter und Akkukonditionierung stehen im ADAC-Autotest zum BYD Dolphin Surf vom 26. November 2025. Die Zahlen zu den Ladeverlusten stammen aus der ADAC-Untersuchung zu Ladeverlusten mit Stand 6. August 2026, die Faustregel zum Winter und das Beispiel CUPRA Born aus dem Autobahn-Wintertest des ADAC. Die reale Reichweite von 270 Kilometern und die Spanne von 190 bis 410 Kilometern nennt die EV Database.
Die Reichweiten je Streckenart und die Kosten je 100 Kilometer sind eigene Rechnungen aus diesen Angaben; die Rechenwege stehen jeweils im Text. Das Titelbild stammt von Alexander Migl und steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0; wir haben es auf das Format 16:9 zugeschnitten.
Stand der Angaben
Stand der Werte: 19.10.2026. Die Label-Werte haben den Stand Juli 2026, der ADAC-Test stammt vom 26. November 2025 und bezieht sich auf den Boost vor dem Modelljahr 2026. Reichweite und Verbrauch hängen von Tempo, Temperatur, Zuladung, Reifen und Fahrstil ab; die hier errechneten Werte sind Anhaltspunkte, keine Zusagen. Verbindlich für das einzelne Fahrzeug ist seine Übereinstimmungsbescheinigung.
Stromverbrauch kombiniert 15,5–16,0 kWh/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert 0 g/km, CO₂-Klasse A. Reichweite nach WLTP 220–322 km, je nach Version.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die reale Reichweite des BYD Dolphin Surf?
Der ADAC maß beim Boost einen Verbrauch von 19,2 Kilowattstunden je 100 Kilometer und nennt daraus rund 260 Kilometer Reichweite. Die Fachdatenbank EV Database kommt auf 270 Kilometer. Beide Werte liegen etwa ein Fünftel unter der Norm-Angabe von 322 Kilometern.
Welche Reichweite hat der BYD Dolphin Surf im Winter?
Eine eigene Wintermessung für dieses Modell gibt es nicht. Der ADAC schreibt im Test, bei Autobahnfahrten und niedrigen Temperaturen seien kaum mehr als 150 Kilometer möglich. Eine Wärmepumpe, die im Winter Strom spart, nennt BYD für keine Version.
Wie weit kommt der BYD Dolphin Surf auf der Autobahn?
Das amtliche Label nennt für den Autobahn-Abschnitt 21,4 Kilowattstunden beim Active, 21,9 beim Boost und 22,3 beim Comfort. Rechnet man die Norm-Reichweite darauf um, bleiben 159, 229 und 222 Kilometer. Bei Kälte wird es weniger.
Wie viel verbraucht der BYD Dolphin Surf?
Nach Norm sind es 15,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer beim Active, 15,6 beim Boost und 16,0 beim Comfort. Der ADAC maß im eigenen Verfahren 19,2 Kilowattstunden, also 23 Prozent mehr als die Norm. In der Innenstadt nennt das Label nur 9,0 bis 10,2 Kilowattstunden.
Was kostet eine volle Ladung beim BYD Dolphin Surf?
Der große Akku fasst 43,2 Kilowattstunden. Mit den Ladeverlusten, die der ADAC an der Wallbox mit 5,1 bis 7,0 Prozent gemessen hat, fließen rund 46 Kilowattstunden aus dem Netz. Bei 32,1 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 14,60 bis 14,80 Euro, an der Haushaltssteckdose etwa einen Euro mehr.
Welche Version des BYD Dolphin Surf hat die größte Reichweite?
Der Boost mit 322 Kilometern nach Norm. Der teurere Comfort teilt sich mit ihm den Akku, verbraucht aber 16,0 statt 15,6 Kilowattstunden und kommt deshalb auf 310 Kilometer. Der Active hat den kleineren Akku und 220 Kilometer.
Warum weicht die Reichweite von der Herstellerangabe ab?
Die Norm-Reichweite stammt aus einem festgelegten Prüfzyklus mit Stadt-, Landstraßen- und Autobahn-Abschnitten. Wer überwiegend schnell fährt, liegt über dem Durchschnitt dieses Zyklus und kommt weniger weit. Dazu kommen Temperatur, Heizung, Beladung und Reifen.
Zeigt der Bordcomputer den echten Verbrauch?
Nicht vollständig. Der ADAC schreibt zu den Ladeverlusten ausdrücklich: Diesen Verlust zeigt der Bordcomputer eben nicht an. Gemeint ist der Strom, der beim Laden im Ladegerät, im Kabel und in der Batterie verloren geht.
Reicht die Reichweite des BYD Dolphin Surf zum Pendeln?
Bei 30 Kilometern Arbeitsweg und einer Lademöglichkeit zu Hause reicht der Boost rechnerisch gut vier Tage, bevor er wieder an die Wallbox muss. Beim Active mit dem kleinen Akku sind es etwa drei Tage. Auf der Autobahn und im Winter verkürzen sich beide Werte deutlich.