Inhalt dieses Artikels
- BYD in Deutschland: vom Unbekannten zum ernsthaften Anbieter
- Kurzantwort
- Was bedeutet BYD und wofür steht der Name?
- Woher kommt BYD und wem gehört die Marke?
- Wo wird BYD hergestellt?
- BYD Deutschland in Zahlen: wie groß ist die Marke?
- Ist BYD pleite? Was hinter den Schlagzeilen steckt
- Welche BYD-Modelle gibt es in Deutschland?
- Wie gut sind BYD Autos wirklich?
- Wie lange gibt BYD Garantie?
- Wer repariert einen BYD?
- Wo kann man einen BYD kaufen?
- Was ist mit BYD passiert — und was heißt das für Käufer?
- Was kostet ein BYD Auto?
- Für wen lohnt sich ein BYD — und für wen nicht?
- Quellen und weiterführende Informationen
BYD in Deutschland: vom Unbekannten zum ernsthaften Anbieter
Vor fünf Jahren kannte die Marke hierzulande kaum jemand. Heute trägt jedes fünfundfünfzigste neu zugelassene Auto in Deutschland das Kürzel BYD — im Juli 2026 sogar jedes einundfünfzigste. Wer sich für ein Elektroauto interessiert, stößt zwangsläufig auf den Namen.
Und stellt sich dann vier Fragen: Wofür steht das Kürzel eigentlich? Wer steckt dahinter? Taugen die Autos etwas? Und was passiert, wenn eines davon in die Werkstatt muss? Dieser Beitrag beantwortet sie der Reihe nach, mit geprüften Zahlen statt Werbeversprechen.
Kurzantwort
Was bedeutet BYD und wofür steht der Name?
BYD ist die Abkürzung für Build Your Dreams — übersetzt etwa „Bau deine Träume”. Der vollständige Schriftzug stand lange am Heck der Fahrzeuge. Bei den Modellen für den europäischen Markt hat der Hersteller ihn inzwischen weggelassen, dort steht nur noch das Kürzel.
Gesprochen wird die Marke nicht als Wort, sondern buchstabiert: B-Y-D, im Deutschen also „be-üpsilon-de”. Auch im Englischen und im Chinesischen werden die drei Buchstaben einzeln gesprochen.
Hinter dem Namen steht ein Unternehmen, das mit Autos ursprünglich nichts zu tun hatte. Das erklärt einiges an der heutigen Technik — und ist der wichtigste Unterschied zu den meisten anderen Autoherstellern.
Woher kommt BYD und wem gehört die Marke?
Der Konzern wurde am 10. Februar 1995 in Shenzhen gegründet, einer Millionenstadt im Süden Chinas nahe Hongkong. Gründer war Wang Chuanfu, der mit rund zwanzig Mitarbeitern startete. Das erste und einzige Geschäft waren wiederaufladbare Akkus für die Elektronikindustrie.
Das Unternehmen wuchs schnell: Innerhalb weniger Jahre stieg es zum zweitgrößten Akkuhersteller der Welt auf und belieferte Konzerne wie Motorola und Nokia. Wer heute ein Elektroauto der Marke fährt, sitzt also in einem Fahrzeug eines Unternehmens, das seit drei Jahrzehnten Batterien baut — länger als die meisten Autohersteller.
Erst im Januar 2003 kam die Autosparte dazu. BYD übernahm dafür Qinchuan, einen defizitären staatlichen Autobauer, und begann eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Der Grund für diesen Schritt war strategisch: Wer Batterien und Autos unter einem Dach fertigt, ist von keinem Zulieferer abhängig. Diese vertikale Integration konnte damals kein anderer Batteriehersteller bieten — und sie erklärt bis heute einen Teil des Preisvorteils.
Der Konzern gehört keinem anderen Autobauer, sondern ist ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen.
Zum Konzern gehören mehrere weitere Marken, darunter Denza, Fangchengbao und Yangwang. Sie bedienen andere Preisklassen und sind bisher fast ausschließlich in China unterwegs. Wer in Deutschland ein Fahrzeug aus dem Konzern kauft, bekommt praktisch immer einen BYD.
Gebaut werden die Autos längst nicht mehr nur in China. Für den europäischen Markt entsteht ein Werk im ungarischen Szeged, wo seit dem ersten Halbjahr 2026 produziert wird. Was das für Lieferzeiten, Zölle und Preise bedeutet, ordnet der Beitrag zum BYD-Werk in Ungarn und den Folgen für Deutschland im Detail ein.
Wo wird BYD hergestellt?
Die Antwort hat sich gerade geändert, und das ist für Käufer in Deutschland durchaus relevant.
Der Ursprung liegt in China. Die großen Werke stehen dort, allen voran am Stammsitz in Shenzhen sowie an mehreren weiteren Standorten im Land. Von dort kamen bis vor Kurzem alle Fahrzeuge, die in Europa verkauft wurden — per Schiff, mit entsprechend langen Transportwegen.
Seit 2026 wird auch in Europa gebaut. Im ungarischen Szeged ist ein Werk entstanden, in dem seit dem ersten Halbjahr produziert wird. Ungarn gehört zur Europäischen Union, Fahrzeuge von dort gelten damit als europäische Produktion.
Das hat drei praktische Folgen. Erstens entfallen die Einfuhrzölle, die die EU auf in China gebaute Elektroautos erhebt — das entlastet die Preise. Wie hoch diese Zölle ausfallen und wen sie treffen, steht im Beitrag zu den EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos.
Zweitens verkürzen sich die Lieferwege. Der Seeweg von China nach Europa dauert üblicherweise mehrere Wochen, der Landweg aus Ungarn nur Tage. Drittens sinkt die Abhängigkeit von Schiffskapazitäten und damit von einem Engpass, der bei Importfahrzeugen immer wieder für Verzögerungen sorgt.
Welche Modelle wo vom Band laufen, ändert sich derzeit laufend, weil das Werk hochgefahren wird. Den geprüften Stand dazu — samt der Frage, was das für Lieferzeiten und Preise bedeutet — liefert der Beitrag zum Produktionsstart in Ungarn.
Ein Hinweis für alle, die genau hinschauen: Am Fahrzeug lässt sich die Herkunft an der Fahrzeug-Identifizierungsnummer ablesen, also der eindeutigen Kennung jedes Autos. Sie steht im Fahrzeugschein und beginnt mit einem Länderkürzel. Wer Wert auf europäische Fertigung legt, kann die Herkunft daran vor dem Kauf selbst ablesen.
BYD Deutschland in Zahlen: wie groß ist die Marke?
Die Marke ist hierzulande kein Nischenanbieter mehr, aber auch noch weit von den etablierten Herstellern entfernt. Die Zahlen im Überblick, jeweils mit der Stelle, an der sie nachzulesen sind:
| Kennzahl | Wert | Zeitpunkt | Nachzulesen bei |
|---|---|---|---|
| Neuzulassungen | 31.492 | Januar–Juli 2026 | Kraftfahrt-Bundesamt, FZ 10.1 |
| Marktanteil | 1,80 % | Januar–Juli 2026 | eigene Rechnung aus FZ 10.1 |
| Marktanteil | 1,95 % | Juli 2026 | eigene Rechnung aus FZ 10.1 |
| Rang unter allen Marken | 17 von 70 | Januar–Juli 2026 | eigene Rechnung aus FZ 10.1 |
| Neuzulassungen Vorjahr | 7.449 | Januar–Juli 2025 | Kraftfahrt-Bundesamt, FZ 10.1 |
| Standorte | 26 | Anfang 2025 | electrive.net |
| Standorte | 150 | Ende 2025 | electrive.net |
| Händlerverträge | 200 | Juni 2026 | autohaus.de |
Diese Zahlen stammen nicht aus einer Mitteilung des Herstellers, sondern aus den Monatsheften des Kraftfahrt-Bundesamts. Wir haben die Hefte von Januar 2025 bis Juli 2026 einzeln ausgewertet und daraus selbst gerechnet. Die Summe der sieben Monatswerte ergibt exakt die amtliche Jahressumme, und die eigene Anteilsrechnung trifft die amtliche Anteilsspalte auf die zweite Stelle.
Der Zuwachs beträgt 323 Prozent. Aus 7.449 Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten 2025 wurden 31.492 im gleichen Zeitraum 2026. Der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum nur leicht. Das Wachstum ist also kein Markteffekt, sondern gewonnener Anteil.
Platz 17 von 70 Marken. Wir haben alle Markensummen des Julihefts sortiert. BYD liegt damit vor Volvo (30.795) und Mazda (27.276) und knapp hinter Citroën (31.904). Im Juli allein reichte es für Platz 16.
Der auffälligste Befund steckt in der Antriebsart. Von den 31.492 Neuzulassungen waren nur 12.332 rein elektrisch — das sind 39 Prozent. Die übrigen 19.159 waren Plug-in-Hybride, also Autos mit Verbrennungsmotor und zusätzlichem Akku. Wer BYD für eine reine Elektromarke hält, liegt in Deutschland daneben.
Das verschiebt auch den Vergleich mit Tesla. BYD hat mit 31.492 Neuzulassungen mehr Autos zugelassen als Tesla mit 29.224. Rein elektrisch betrachtet ist es umgekehrt: Teslas Zahl besteht vollständig aus Elektroautos, BYDs elektrischer Anteil liegt bei 12.332 und damit deutlich darunter.
Umgekehrt ist BYD im Plug-in-Markt weit größer, als der Gesamtanteil vermuten lässt: 9,9 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Plug-in-Hybride trugen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 das BYD-Zeichen. Bei den reinen Elektroautos sind es 2,8 Prozent.
Absatz und Netz hängen zusammen: Das Vertriebsnetz wuchs im selben Zeitraum von 26 auf 200 Standorte. Ohne einen Betrieb in erreichbarer Nähe kauft kaum jemand ein Auto — und ohne verkaufte Autos lohnt sich kein Vertrag.
Für Käufer ist der Marktanteil aus einem praktischen Grund wichtig: Je verbreiteter eine Marke ist, desto dichter ist das Werkstattnetz, desto besser die Ersatzteilversorgung und desto stabiler in der Regel der Wiederverkaufswert. Bei einer Marke mit knapp zwei Prozent Marktanteil ist all das im Aufbau — nicht mehr fraglich, aber auch noch nicht selbstverständlich.
Eine unabhängige Einschätzung dazu liefert der ADAC. In seiner Übersicht zu chinesischen Automarken vom 3. Juli 2025 heißt es: „Am besten aufgestellt zeigen sich BYD, GWM, Maxus und MG. Sie haben ein flächendeckend gut ausgebautes Händlernetz mit je 90 bis 165 Standorten in Deutschland.” Der Automobilclub weist darauf hin, dass es sich meist um Mehrmarkenhändler handelt, die daneben etablierte Hersteller betreuen.
Dass diese Zahl höher liegt als die 26 Standorte von Anfang 2025, ist kein Widerspruch. Die Quellen zählen Unterschiedliches: eigene Verkaufspunkte, unterschriebene Händlerverträge oder Betriebe, die die Marke im Programm führen. Für Käufer zählt am Ende nur, ob der Betrieb in erreichbarer Nähe auch repariert.
Ist BYD pleite? Was hinter den Schlagzeilen steckt
Wer nach der Marke sucht, stößt schnell auf beunruhigende Überschriften: Gewinneinbruch, Absatzrückgang, Kursverluste. Die Sorge dahinter ist berechtigt — wer ein Auto für 30.000 Euro kauft, will wissen, ob der Hersteller in acht Jahren noch existiert, wenn die Batteriegarantie greifen soll.
Die Zahlen sind zweigeteilt, und genau das geht in den Schlagzeilen oft unter.
In China läuft es schlecht. Der Nettogewinn brach im ersten Quartal 2026 um gut 55 Prozent ein, auf 4,08 Milliarden Yuan — nachzulesen bei ecoreporter. Der Absatz ging in den ersten fünf Monaten um rund 20 Prozent zurück. Zwei Gründe stecken dahinter: Im Heimatmarkt tobt ein Preiskampf mit Anbietern wie Geely und Xiaomi, der die Preise drückt und BYD zu hohen Rabatten zwingt. Und die chinesische Regierung hat ihre Förderung für Elektroautos gekürzt, was die Nachfrage gedämpft hat.
Außerhalb Chinas läuft es gut. Der Konzern hat sein Exportziel für 2026 von 1,3 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge angehoben. In Deutschland wächst die Marke kräftig, das Händlernetz wird ausgebaut, ein europäisches Werk entsteht.
Von einer Pleite ist das weit entfernt. BYD bleibt profitabel, nur eben deutlich weniger als zuvor. Für Käufer in Deutschland ist die Lage sogar eher günstig: Ein Konzern, der im Heimatmarkt unter Druck steht und deshalb auf Export setzt, hat allen Grund, den europäischen Kunden zu pflegen.
Welche BYD-Modelle gibt es in Deutschland?
Die Palette ist in wenigen Jahren stark gewachsen: In der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts tauchen für 2026 acht Baureihen auf, 2023 waren es drei. Ein Überblick nach Karosserieform, ohne technische Details — die stehen jeweils in den eigenen Beiträgen zu den Modellen.
Als Stadtauto dient der Dolphin Surf, das kleinste und günstigste Modell der Marke. Eine Klasse darüber liegt der Dolphin als Kompaktwagen. Wer ein kompaktes Geländewagen-Modell sucht, findet es im Atto 2 oder im sportlicheren Atto 3 EVO. Im Mittelklasse-Bereich steht der Seal als Limousine, darüber der Sealion 7 als großer Geländewagen und der Tang als Siebensitzer.
Neben den rein elektrischen Fahrzeugen bietet BYD Plug-in-Hybride an, gekennzeichnet mit dem Kürzel DM-i. Diese Autos fahren elektrisch und haben zusätzlich einen Verbrennungsmotor an Bord, der auf längeren Strecken einspringt.
Welches Modell zu welchem Bedarf passt, welcher Allrad hat, welcher am weitesten kommt und welcher der günstigste ist, klärt der Beitrag Welcher BYD passt zu mir im Detail.
Wie gut sind BYD Autos wirklich?
Die Frage steht hinter fast jeder Suche nach der Marke, und sie lässt sich weder mit einem klaren Ja noch mit einem klaren Nein beantworten.
Bei der Sicherheit ist die Lage eindeutig. Im europäischen Bewertungsprogramm Euro NCAP sind bisher acht Modelle geprüft, und alle acht haben die volle Bewertung von fünf Sternen erreicht. Im Mittel über alle acht sind das 88,4 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen.
Kritik gibt es bei Bedienung und Assistenzsystemen, beides Software-Themen, die sich durch Aktualisierungen verbessern lassen.
Offen bleibt die Langzeitqualität. Der TÜV-Report wertet Fahrzeuge erst ab etwa drei Jahren aus, und dafür ist die Marke in Deutschland zu kurz am Markt.
Was die einzelnen Testergebnisse im Detail zeigen, was Erfahrungsberichte hergeben und wie sich ein konkretes Fahrzeug selbst prüfen lässt, klärt der Beitrag zur Zuverlässigkeit von BYD.
Wie lange gibt BYD Garantie?
Es gibt nicht eine Frist, sondern sechs — gestaffelt nach Bauteil.
Die Grundgarantie läuft sechs Jahre oder 150.000 Kilometer, die Antriebseinheit ist acht Jahre oder 150.000 Kilometer gedeckt. Die Blade-Batterie ist mit acht Jahren oder 250.000 Kilometern am längsten abgesichert, bei mindestens 70 Prozent Restkapazität. Gegen Durchrostung gilt die Garantie zwölf Jahre ohne Kilometergrenze.
Zur Einordnung: Bei deutschen Herstellern sind zwei Jahre Grundgarantie der Normalfall, Kia gibt sieben. Bei der Batterie deckelt der Volkswagen-Konzern für ŠKODA, SEAT, CUPRA und Audi bei 160.000 Kilometern — 90.000 weniger.
Welche Bauteile nur vier Jahre gedeckt sind, was die 70 Prozent praktisch bedeuten und welche Kosten im Garantiefall am Halter hängen bleiben, steht im Beitrag BYD Garantie: welche Frist für welches Bauteil gilt. Eine Gegenüberstellung aller Hersteller liefert der Beitrag zur Akku-Garantie beim Elektroauto.
Wer repariert einen BYD?
Bei einer jungen Marke wiegt diese Frage schwerer als bei einem etablierten Hersteller. Die Antwort hat sich binnen anderthalb Jahren grundlegend geändert.
Anfang 2025 war BYD in Deutschland an 26 Standorten vertreten. Ende 2025 waren 150 Vertriebs- und Servicestandorte unter Vertrag, im Juni 2026 unterzeichnete der Hersteller seinen 200. Händlervertrag. Bis Jahresende sollen es rund 350 werden.
Zwei Dinge sollte man dabei wissen. Verkaufsstandort und Werkstatt sind nicht dasselbe — ein Vertriebspartner kann Service anbieten, muss es aber nicht. Und an der Hochvolt-Anlage, also am Antriebsakku und seinen Leitungen, dürfen nur Betriebe mit geschultem Personal arbeiten. Reifen, Bremsen und Klimaservice kann dagegen jede qualifizierte Werkstatt übernehmen.
Wie dicht das Netz wirklich ist, woran man einen qualifizierten Betrieb erkennt und was der ADAC zu Lieferzeiten bei Ersatzteilen schreibt, steht im Beitrag Wer repariert einen BYD?.
Wo kann man einen BYD kaufen?
Der Verkauf läuft in Deutschland über das Vertragshändlernetz der Marke. Dessen Dichte hat sich binnen anderthalb Jahren von 26 auf 200 Standorte knapp verachtfacht — wer vor einem Jahr nichts in erreichbarer Nähe fand, sollte von einem anderen Stand ausgehen.
Daneben sind einzelne Modelle über Leasing- und Vermittlungsportale erhältlich, die teils günstige Konditionen anbieten. Wer diesen Weg wählt, sollte klären, welche Werkstatt im Schadensfall zuständig ist und wo das Fahrzeug zur Wartung hin muss.
Leasing hat bei jungen Marken ein zusätzliches Argument auf seiner Seite, das über die übliche Rechnung hinausgeht: Wer sich beim Wiederverkaufswert unsicher ist, gibt dieses Risiko mit einem Leasingvertrag an den Anbieter ab. Am Ende der Laufzeit wird das Auto zurückgegeben, der Restwert ist Sache des Leasinggebers. Wer dagegen kauft, trägt das Risiko selbst — dafür gehört ihm das Fahrzeug danach.
Ob Leasing im Einzelfall günstiger ist, hängt an Laufzeit, Fahrleistung und Anzahlung — die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Leasing oder Finanzierung.
Gebrauchte BYD sind bislang selten. Aus den Jahrgängen 2023 und 2024 stammen zusammen nur 7.030 Fahrzeuge, und vom Jahrgang 2023 sind 91 Prozent ein Atto 3. Welche Modelle es je Baujahr gibt und warum der Antrieb ab 2025 kippt, steht im Beitrag BYD gebraucht kaufen. Wer ein günstiges Elektroauto sucht und nicht auf eine bestimmte Marke festgelegt ist, findet in unserem Vergleich der günstigsten Elektroautos unter 30.000 Euro eine breitere Übersicht über das, was der Markt aktuell hergibt.
Was ist mit BYD passiert — und was heißt das für Käufer?
Die Zahlen dazu stehen im Abschnitt oben. Hier geht es um die Frage, die dahintersteckt: Was bedeutet das für jemanden, der hier ein Auto kaufen will?
Kurzfristig eher Gutes. Ein Hersteller, der im Heimatmarkt unter Preisdruck steht, hat allen Grund, im Export attraktiv zu bleiben — bei Preisen, Ausstattung und Service. Das erklärt auch, warum das Exportziel angehoben statt gesenkt wurde und warum in Deutschland gleichzeitig kräftig in das Händlernetz investiert wird.
Mittelfristig zählt die Garantiefrage. Wer eine Zusage über acht Jahre in Anspruch nehmen will, muss darauf vertrauen, dass es den Anbieter dann noch gibt. Bei einem Konzern, der weltweit Millionen Fahrzeuge verkauft und zusätzlich ein großes Batteriegeschäft betreibt, ist dieses Risiko überschaubar — ausschließen lässt es sich nie, bei keiner Marke. Welche Fristen im Einzelnen zugesagt sind, steht im Beitrag zur BYD Garantie.
Praktisch wichtiger ist etwas anderes. Für die Alltagstauglichkeit zählt nicht die Konzernbilanz, sondern ob ein qualifizierter Betrieb in erreichbarer Nähe liegt und ob Ersatzteile kommen. Beides steht im Beitrag über Werkstattnetz und Ersatzteilversorgung.
Ein dritter Punkt betrifft den Wiederverkauf. Wie sich der Wertverlust bei Elektroautos entwickelt und warum das für Käufer auch eine Chance sein kann, ordnet der Beitrag zum Restwert von Elektroautos ein.
Was kostet ein BYD Auto?
Preise sind bei dieser Marke eine bewegliche Größe, deshalb hier nur die Einordnung: Die Einstiegsmodelle beginnen laut Herstellerkommunikation im Bereich um 23.000 Euro, die größeren Geländewagen und Limousinen liegen deutlich darüber. Dazu kommen häufig Aktionen des Herstellers sowie die staatliche Förderung für Elektroautos, die den tatsächlich zu zahlenden Betrag spürbar senken kann.
Weil sich diese Konditionen laufend ändern und je nach Modell stark unterscheiden, sind konkrete Zahlen im Konfigurator des Herstellers besser aufgehoben als in einem Überblicksbeitrag. Wie sich die Preise chinesischer Elektroautos insgesamt entwickelt haben und warum sie so niedrig ausfallen können, erklärt der Beitrag warum chinesische Autos so günstig sind.
Für wen lohnt sich ein BYD — und für wen nicht?
Sinnvoll ist die Marke für alle, die viel Ausstattung für wenig Geld wollen, die eine lange Garantie als Absicherung schätzen und die in erreichbarer Nähe zu einer Vertragswerkstatt wohnen. Wer ein Elektroauto als Zweitwagen für Stadt und Umland sucht, findet im unteren Preisbereich derzeit kaum ein besseres Angebot.
Zurückhaltung ist angebracht, wenn der Wiederverkaufswert eine große Rolle spielt. Junge Marken verlieren erfahrungsgemäß stärker an Wert als etablierte, weil der Gebrauchtmarkt sie noch nicht einschätzen kann. Auch wer auf eine Werkstatt um die Ecke angewiesen ist und im ländlichen Raum wohnt, sollte vorher prüfen, wie weit der nächste Vertragsbetrieb entfernt ist.
Ein nüchterner Blick hilft: BYD ist kein Wundermittel und kein Risiko, sondern ein Anbieter mit klaren Stärken beim Preis-Leistungs-Verhältnis und klaren Schwächen bei Erfahrungswerten und Netzdichte. Wer das gegeneinander abwägt, kommt zu einer belastbaren Entscheidung. Eine breitere Einordnung, wie chinesische Hersteller insgesamt gegen europäische Marken abschneiden, liefert unser Überblick zu chinesischen Elektroautos.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Garantiezeiten stammen von den Garantiebedingungen von BYD Deutschland, die Angaben zu Ersatzteilversorgung und Wartung von der Service-Seite des Herstellers. Die Modellpalette ist der Fahrzeugübersicht von BYD entnommen. Alle Zulassungszahlen und Marktanteile in diesem Beitrag haben wir selbst aus den Monatsheften FZ 10.1 des Kraftfahrt-Bundesamts gerechnet, Ausgaben Januar 2025 bis Juli 2026. Den Ausbau des Händlernetzes dokumentiert die Fachpresse: electrive.net zum Stand von 150 Standorten zum Jahreswechsel und autohaus.de zum 200. Händlervertrag im Juni 2026. Eine Einordnung des Service-Netzes chinesischer Marken insgesamt liefert auto motor und sport. Die Geschäftszahlen und die Gründe für den Gewinnrückgang sind bei ecoreporter nachzulesen. Die Unternehmensgeschichte — Gründung 1995 mit rund zwanzig Mitarbeitern, Aufstieg zum zweitgrößten Akkuhersteller und die Übernahme von Qinchuan im Jahr 2003 — zeichnet nau.ch nach. Die Garantiefristen anderer Hersteller zum Vergleich dokumentiert der ADAC in seiner Übersicht zur Neuwagengarantie, die Sieben-Jahres-Zusage steht bei Kia selbst. Die Kritik an den Assistenzsystemen des Atto 3 hat Auto Express aufgegriffen. Unabhängige Testberichte zu einzelnen Modellen veröffentlicht der ADAC in seinem Autokatalog. Die Einschätzung zum Händlernetz chinesischer Marken samt der Angabe von 90 bis 165 Standorten stammt aus der ADAC-Übersicht zu chinesischen Automarken vom 3. Juli 2025.
Update-Hinweis (Stand: 27.08.2026)
Stand 27.08.2026 zeigt die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts für Januar bis Juli 2026 genau 31.492 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 1,80 Prozent, im Juli allein 1,95 Prozent. Das ist Platz 17 unter 70 Marken. Der Anteil stieg von 0,82 Prozent im Jahr 2025 über 1,30 Prozent im ersten Quartal 2026 auf zuletzt 1,95 Prozent. Rein elektrisch sind davon nur 39 Prozent. Die Grundgarantie beträgt laut Hersteller bis zu sechs Jahre oder 150.000 Kilometer, die Garantie auf die Blade-Batterie bis zu acht Jahre oder 250.000 Kilometer. Das Netz umfasst seit Juni 2026 rund 200 Händlerverträge, bis Jahresende sind rund 350 Vertriebs- und Servicestandorte geplant. Beobachtungspunkte für die nächsten Aktualisierungen: die Entwicklung des Marktanteils im zweiten Halbjahr, der tatsächliche Ausbaustand des Werkstattnetzes zum Jahreswechsel und die Geschäftszahlen des dritten Quartals. Letzter Stand der Werte: 27.08.2026.
Häufige Fragen
Was heißt BYD ausgeschrieben?
BYD steht für Build Your Dreams, auf Deutsch etwa: Bau deine Träume. Der Schriftzug stand früher als Slogan am Heck der Fahrzeuge. Bei neueren Modellen für Europa verzichtet der Hersteller darauf und zeigt nur noch das Kürzel. Gesprochen wird die Marke nicht als Wort, sondern buchstabiert: B-Y-D.
Aus welchem Land kommt BYD?
BYD kommt aus China. Der Konzern wurde im Februar 1995 in Shenzhen gegründet und stellte zunächst Akkus für Handys her. Die Autosparte kam im Januar 2003 dazu. Für den europäischen Markt baut BYD inzwischen auch in Ungarn: Im Werk bei Szeged läuft seit dem ersten Halbjahr 2026 die Produktion.
Wie gut sind BYD-Autos?
Die Fahrzeuge schneiden in den europäischen Sicherheitstests gut ab und erreichen regelmäßig die volle Bewertung. Die Verarbeitung gilt als solide, die Ausstattung ist im Vergleich zum Preis umfangreich. Kritik gibt es an der Bedienung über den Bildschirm und an der Abstimmung mancher Assistenzsysteme. Für ein abschließendes Urteil zur Langzeitqualität ist die Marke in Deutschland noch zu kurz am Markt.
Wie lange gibt BYD Garantie?
BYD nennt eine Grundgarantie von bis zu sechs Jahren oder 150.000 Kilometern. Auf die Antriebseinheit gibt es bis zu acht Jahre oder 150.000 Kilometer, auf die Blade-Batterie bis zu acht Jahre oder 250.000 Kilometer. Welcher Wert genau gilt, hängt vom Modell ab. Die genauen Bedingungen stehen in den Garantieunterlagen des Herstellers.
Wer repariert einen BYD in Deutschland?
Reparaturen übernehmen die Vertragspartner der Marke sowie zertifizierte freie Werkstätten, die als Servicepartner aufgenommen wurden. Anfang 2025 war BYD an 26 Standorten vertreten, im Juni 2026 wurde der 200. Händlervertrag unterzeichnet, bis Ende 2026 sind rund 350 Vertriebs- und Servicestandorte geplant. Wichtig: Nicht jeder Verkaufsstandort bietet auch Service an — das lässt sich vorab erfragen. Zu den Ersatzteilen nennt der Hersteller eine schnelle Lieferung in Deutschland und ausdrücklich hochvolt-taugliche Teile, ohne konkrete Fristen zu beziffern.
Wo kann man einen BYD kaufen?
Der Verkauf läuft über das Vertragshändlernetz der Marke, das derzeit stark wächst: Im Juni 2026 waren rund 200 Händlerverträge unterschrieben, Anfang 2025 waren es 26 Standorte. Zusätzlich sind einzelne Modelle über Leasing- und Vermittlungsportale erhältlich.
Ist BYD pleite?
Nein. Der Gewinn ist im ersten Quartal 2026 allerdings deutlich eingebrochen, um gut 55 Prozent, und in China ging der Absatz in den ersten fünf Monaten um rund 20 Prozent zurück. Ursachen sind der Preiskampf im Heimatmarkt und gekürzte staatliche Förderungen. Außerhalb Chinas wächst der Konzern dagegen: Das Exportziel für 2026 wurde von 1,3 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge angehoben.
Welche Marken gehören zu BYD?
Neben der Hauptmarke BYD gehören mehrere eigenständige Marken zum Konzern, darunter Denza, Fangchengbao und Yangwang. Diese sind vor allem in China unterwegs und in Deutschland bisher nicht oder nur vereinzelt vertreten. Wer hierzulande ein Fahrzeug des Konzerns kauft, bekommt in aller Regel einen BYD.
Wie groß ist BYD in Deutschland?
Laut der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts kamen von Januar bis Juli 2026 genau 31.492 Neuzulassungen zusammen. Das entspricht 1,80 Prozent des Gesamtmarktes und Platz 17 unter 70 Marken. Im Vorjahreszeitraum waren es 7.449, im gesamten Jahr 2025 waren es 23.306. Bemerkenswert ist die Aufteilung: Nur 12.332 dieser Autos fahren rein elektrisch, 19.159 sind Plug-in-Hybride. Damit ist BYD in Deutschland noch eine kleine, aber schnell wachsende Marke.
Was ist mit BYD passiert, dass die Zahlen so eingebrochen sind?
Zwei Entwicklungen treffen zusammen. In China tobt ein Preiskampf mit Anbietern wie Geely und Xiaomi, der die Verkaufspreise drückt und hohe Rabatte erzwingt — im März lagen sie im Schnitt bei rund zehn Prozent. Gleichzeitig hat die chinesische Regierung ihre Förderung für Elektroautos gekürzt, was die Nachfrage im Heimatmarkt gedämpft hat. Beides zusammen führte zum Gewinnrückgang von gut 55 Prozent im ersten Quartal 2026. Auf das Europageschäft wirkt sich das bisher nicht negativ aus, im Gegenteil: Der Export wird ausgebaut.
Baut BYD auch Hybride?
Ja. Neben den reinen Elektroautos bietet BYD Plug-in-Hybride an, die der Hersteller mit dem Kürzel DM-i kennzeichnet. Diese Fahrzeuge haben einen Elektroantrieb und zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Der Seal U DM-i war 2026 mehrfach der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland.