Inhalt dieses Artikels
- Kurzantwort
- Was kostet ein Elektroauto im Jahr wirklich?
- E-Auto laufende Kosten: Strom ist der größte Posten
- Wie viel spart man bei der Wartung eines Elektroautos?
- Was kostet die Versicherung für ein Elektroauto?
- Elektroauto Unterhaltskosten ohne Kfz-Steuer
- Welcher Kostenblock ist beim Elektroauto der größte?
- Was die E-Auto Kosten senkt: Förderung und THG-Prämie
- Ist ein Elektroauto günstiger als ein Verbrenner?
- Lohnt sich ein Elektroauto bei wenig Kilometern?
- Was kostet ein Elektroauto pro Kilometer?
- Kostenfallen, die erst nach Jahren auftauchen
- Kaufen, leasen oder finanzieren?
- Wie sich die Kosten über die Haltedauer verschieben
- Die häufigsten Rechenfehler bei den E-Auto Kosten
- Quellen und weiterführende Informationen
Die Frage nach den E-Auto Kosten wird meist falsch beantwortet, und zwar aus einem einzigen Grund: Es werden unterschiedliche Dinge gerechnet. Der eine vergleicht Leasingraten, der nächste nur den Strompreis, der dritte rechnet den Wertverlust mit — und alle drei kommen zu völlig verschiedenen Ergebnissen.
Dieser Beitrag rechnet jeden Posten einzeln durch, mit einer festen Grundannahme: ein Kompaktmodell für 40.000 Euro, 15.000 Kilometer im Jahr, Laden überwiegend zu Hause. Alle Zahlen stammen aus unseren Detailbeiträgen und sind untereinander abgestimmt.
Kurzantwort
Was kostet ein Elektroauto im Jahr wirklich?
Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Unterscheidung, die fast alle Vergleiche im Netz unterschlagen. Es gibt laufende Kosten, und es gibt Wertverlust. Beide zusammen ergeben die Gesamtkosten, aber sie verhalten sich völlig unterschiedlich.
Laufende Kosten fallen an, weil man fährt. Sie steigen mit der Fahrleistung. Der Wertverlust fällt an, weil das Auto altert. Er läuft weitgehend unabhängig davon, ob das Fahrzeug bewegt wird.
Für unser Beispielfahrzeug sieht die Aufstellung so aus:
| Posten | pro Jahr |
|---|---|
| Strom (Heimladen, typischer Tarif) | rund 1.050 Euro |
| Versicherung | 250 bis 600 Euro |
| Wartung, Verschleiß, Hauptuntersuchung | 300 bis 500 Euro |
| Kfz-Steuer | 0 Euro |
| Laufende Kosten zusammen | 1.600 bis 2.150 Euro |
| Wertverlust (Schnitt der ersten drei Jahre) | rund 6.300 Euro |
Diese Gegenüberstellung ist der eigentliche Kern. Wer über Kosten spricht und dabei nur auf den Strompreis schaut, diskutiert über den kleineren Teil.
E-Auto laufende Kosten: Strom ist der größte Posten
Ein Elektroauto braucht rund 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer für den Fahrbetrieb. Ab Steckdose sind es mit den Ladeverlusten von 10 bis 15 Prozent rund 20 — und bezahlt wird, was durch den Zähler läuft.
Bei 15.000 Kilometern im Jahr ergibt das rund 3.000 Kilowattstunden. Was die kosten, hängt fast vollständig am Tarif:
- dynamischer Tarif mit Nachtladen, rund 22 Cent: rund 660 Euro.
- günstiger Wechseltarif, rund 25 Cent: rund 750 Euro.
- typischer Haushaltstarif, rund 35 Cent: rund 1.050 Euro.
- Grundversorgung, rund 40 Cent: rund 1.200 Euro.
Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegen rund 540 Euro im Jahr, bei identischem Fahrzeug und identischer Fahrleistung. Ein Anbieterwechsel bringt damit mehr als jede Optimierung der Fahrweise.
Wer keine eigene Lademöglichkeit hat, rechnet anders. Öffentliches Laden kostet mit Ladevertrag rund 39 bis 60 Cent je Kilowattstunde, ohne Vertrag bis zu 89 Cent. Dann steigen die Stromkosten auf 1.500 bis über 2.500 Euro im Jahr, und der Vorsprung vor einem Benziner schmilzt weitgehend weg. Die vollständige Rechnung mit allen Tarifvarianten steht im Beitrag zu den E-Auto-Ladekosten 2026 pro 100 Kilometer.
Wie viel spart man bei der Wartung eines Elektroautos?
Deutlich, aber nicht so viel wie oft behauptet. Der Unterschied lässt sich sauber auflisten.
Es entfallen: Ölwechsel und Ölfilter, Zündkerzen, Zahnriemen oder Steuerkette, Auspuffanlage samt Katalysator und Partikelfilter, Kupplung und bei den meisten Bauarten der Getriebeölwechsel.
Es bleiben: Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre, Innenraumfilter, Reifen, Fahrwerk und Stoßdämpfer, Klimaanlage samt Kältemittel, Scheibenwischer, die Batterie der Bordelektrik und die Hauptuntersuchung.
Ein Punkt wird dabei regelmäßig übersehen. Bremsen halten beim Elektroauto zwar länger, weil ein Großteil der Verzögerung über die Rekuperation läuft — also über die Rückgewinnung von Bremsenergie in den Akku. Genau deshalb rosten Bremsscheiben aber häufiger fest, weil sie zu selten benutzt werden. Der Austausch erfolgt dann nicht wegen Verschleiß, sondern wegen Korrosion.
Realistisch liegen die Wartungskosten bei rund 300 bis 500 Euro im Jahr, gemittelt über mehrere Jahre und inklusive Hauptuntersuchung. Bei einem vergleichbaren Verbrenner sind es eher 500 bis 800 Euro. Der Vorteil ist real, aber ein Elektroauto ist kein wartungsfreies Gerät. Was in einer Inspektion tatsächlich geprüft wird, beschreibt der Beitrag zur Inspektion 2026 bei Skoda, SEAT und CUPRA.
Was kostet die Versicherung für ein Elektroauto?
Zwischen 250 und 600 Euro im Jahr, abhängig von Region, Schadenfreiheitsklasse, Fahrleistung und Modell.
Der früher verbreitete Aufschlag für Elektroautos ist weitgehend verschwunden. Die Versicherer haben inzwischen genug Schadendaten, und die Einstufung folgt denselben Regeln wie bei Verbrennern. Bei einzelnen leistungsstarken Modellen liegen die Typklassen allerdings weiterhin höher, weil Beschleunigung und Fahrzeuggewicht ins Schadenbild eingehen.
Ein Punkt lohnt beim Vergleich besondere Aufmerksamkeit: der Umgang mit dem Akku. Nicht jede Police deckt Schäden an der Batterie im gleichen Umfang, und bei einem Fahrzeug, dessen Akku ein erheblicher Teil des Werts ist, macht das einen Unterschied. Welche Klauseln zählen und welche Typklassen für die gängigen Modelle gelten, ordnet der Beitrag zur E-Auto-Versicherung 2026 mit Typklassen und Akku-Schutz ein.
Elektroauto Unterhaltskosten ohne Kfz-Steuer
Reine Elektroautos sind von der Kfz-Steuer befreit. Die Befreiung endet für alle spätestens am 31. Dezember 2035.
Wichtig ist eine Feinheit, die oft falsch dargestellt wird. Volle zehn Jahre bekommt nur, wer sein Fahrzeug bis Ende 2025 zugelassen hat. Bei einer Zulassung 2026 läuft die Befreiung bis Ende 2035, also knapp zehn Jahre. Bei einer Zulassung 2030 sind es noch gut fünf.
Zum Vergleich: Ein Skoda Octavia 1.5 TSI als Benziner kostet rund 103 Euro Kfz-Steuer im Jahr, ein Kodiaq 2.0 TDI mit Allrad rund 353 Euro. Über eine Haltedauer von zehn Jahren summiert sich das auf einen vierstelligen Betrag. Nach dem Ende der Befreiung zahlt ein Elektroauto je nach Gewicht rund 56 bis 74 Euro im Jahr. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur Kfz-Steuer beim Elektroauto und der Befreiung bis 2035.
Welcher Kostenblock ist beim Elektroauto der größte?
Der Wertverlust, und er ist es nicht knapp.
Ein Elektroauto ist nach drei Jahren im Schnitt noch rund 52 Prozent des Neupreises wert. Bei einem Fahrzeug für 40.000 Euro bedeutet das einen Verlust von rund 19.000 Euro in drei Jahren, also gut 6.300 Euro im Jahr. Alle laufenden Kosten zusammen erreichen davon nicht einmal ein Drittel.
Zum Vergleich: Ein vergleichbarer Benziner liegt nach drei Jahren bei rund 58 Prozent Restwert. Der Abstand von etwa sechs Prozentpunkten fällt bei direkten Modellpaaren teilweise größer aus. Das Elektroauto verliert derzeit also etwas schneller an Wert.
Daraus folgt eine Konsequenz, die in Kostenvergleichen fast nie auftaucht: Wer die Gesamtkosten ernsthaft senken will, setzt beim Kaufpreis an, nicht beim Strompreis. Ein drei Jahre altes Elektroauto hat den größten Teil dieses Verlusts bereits hinter sich — der Zweitbesitzer trägt ihn nicht mehr.
Genau darin liegt die derzeit beste Gelegenheit am Markt. Die Zahlen dazu, inklusive der Spanne von 38 bis über 60 Prozent Wertverlust je nach Modell, stehen im Beitrag zum E-Auto-Restwert 2026 als Käufer-Chance.
Was die E-Auto Kosten senkt: Förderung und THG-Prämie
Zwei Posten wirken in die Gegenrichtung und gehören in jede ehrliche Rechnung.
Beim Neukauf gibt es die staatliche Förderung von 3.000 bis 6.000 Euro für reine Elektroautos, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen und Kinderzahl. Sie ist einmalig und senkt effektiv den Anschaffungspreis, wirkt also genau dort, wo der größte Kostenblock entsteht. Die Bedingungen erklärt der Beitrag zur E-Auto-Förderung 2026 mit bis zu 6.000 Euro.
Der zweite Posten läuft jedes Jahr neu und wird trotzdem massenhaft liegen gelassen: die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Prämie. Wer sein Elektroauto einmal jährlich anmeldet, bekommt je nach Anbieter 100 bis 370 Euro. Bei unserem Beispielfahrzeug entspricht das rund einem Drittel der jährlichen Stromkosten.
Rechnet man beides mit, sinken die laufenden Kosten unseres Beispielfahrzeugs von rund 1.600 bis 2.150 Euro auf etwa 1.300 bis 1.900 Euro im Jahr. Wie sich Förderung, Herstelleraktionen und THG-Prämie kombinieren lassen, steht im Beitrag zum Stapeln der Förderung bei Epiq, Raval und Tavascan.
Ist ein Elektroauto günstiger als ein Verbrenner?
Im laufenden Betrieb ja, bei den Gesamtkosten kommt es darauf an. Die Gegenüberstellung für unser Beispiel mit 15.000 Kilometern:
| Posten | Elektroauto | Benziner |
|---|---|---|
| Energie | rund 1.050 Euro | rund 1.700 Euro |
| Kfz-Steuer | 0 Euro | rund 103 Euro |
| Wartung und Verschleiß | 300 bis 500 Euro | 500 bis 800 Euro |
| Versicherung | 250 bis 600 Euro | 250 bis 600 Euro |
Bei den laufenden Kosten liegt das Elektroauto damit rund 650 bis 950 Euro im Jahr vorn. Über eine Haltedauer von fünf Jahren sind das 3.250 bis 4.750 Euro.
Beim Wertverlust dreht sich das Bild derzeit noch um. Sechs Prozentpunkte mehr Verlust nach drei Jahren entsprechen bei 40.000 Euro Neupreis rund 2.400 Euro. Ein erheblicher Teil des Betriebsvorteils geht damit wieder verloren.
Unterm Strich heißt das: Beim Neukauf ist der Vorsprung kleiner, als die Energiekosten allein vermuten lassen — die einmalige Förderung von bis zu 6.000 Euro dreht die Rechnung allerdings deutlich zugunsten des Elektroautos. Beim Gebrauchtkauf ist der Vorsprung dagegen eindeutig, weil der Wertverlust bereits beim Vorbesitzer angefallen ist.
Lohnt sich ein Elektroauto bei wenig Kilometern?
Rechnerisch weniger, und der Grund ist strukturell. Der Kostenvorteil beim Strom baut sich über die Fahrleistung auf. Wer nur 8.000 Kilometer im Jahr fährt, spart rund halb so viel wie jemand mit 15.000.
Der Wertverlust dagegen läuft weitgehend unabhängig von der Fahrleistung. Ein Auto, das drei Jahre alt ist, hat seinen Wert verloren — ob es 20.000 oder 60.000 Kilometer gelaufen ist, verschiebt das Bild, kehrt es aber nicht um.
Für Wenigfahrer bedeutet das: Ein Neuwagen rechnet sich selten über die Betriebskosten. Ein gebrauchtes Elektroauto dagegen sehr wohl, weil der teuerste Posten bereits abgeschrieben ist. Worauf beim Gebrauchtkauf zu achten ist, beschreibt der Beitrag E-Auto gebraucht kaufen 2026 und was wirklich zählt.
Was kostet ein Elektroauto pro Kilometer?
Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn man dazusagt, was mitgerechnet wird. Genau deshalb gehen die Antworten im Netz so weit auseinander.
Rechnet man nur die Energie, sind es bei 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einem typischen Haushaltstarif rund 7 Cent je Kilometer. Mit dynamischem Tarif sinkt der Wert auf 4,4 Cent, in der Grundversorgung steigt er auf 8 Cent.
Rechnet man alle laufenden Kosten mit, also zusätzlich Versicherung, Wartung und Verschleiß, kommen bei 15.000 Kilometern im Jahr rund 11 bis 14 Cent je Kilometer heraus.
Rechnet man den Wertverlust dazu, verändert sich das Bild grundlegend. Bei unserem Beispielfahrzeug mit rund 6.300 Euro Wertverlust im Jahr sind das allein 42 Cent je Kilometer. Zusammen mit den laufenden Kosten landet man bei rund 53 Cent.
Diese drei Zahlen — 7 Cent, 13 Cent, 53 Cent — beschreiben dasselbe Auto. Sie unterscheiden sich nur darin, was jemand als Kosten anerkennt.
Für die Praxis heißt das: Fragen Sie bei jeder Kilometerangabe nach, was enthalten ist. Und rechnen Sie für sich selbst mit der vollen Variante, wenn Sie kaufen, und mit der laufenden, wenn Sie ohnehin ein Fahrzeug besitzen und nur die Betriebskosten vergleichen wollen.
Ein Hinweis noch zur Fahrleistung: Der Kilometerpreis sinkt, je mehr gefahren wird. Bei 30.000 statt 15.000 Kilometern verteilt sich der Wertverlust auf doppelt so viele Kilometer, während die Energiekosten proportional mitwachsen. Vielfahrer kommen deshalb auf deutlich niedrigere Kilometerpreise — ein Grund, warum Elektroautos für Pendler mit langer Strecke besonders gut passen.
Kostenfallen, die erst nach Jahren auftauchen
Drei Punkte tauchen in Neuwagen-Rechnungen nie auf, weil sie erst später wirken.
Der Zustand des Akkus. Die Kapazität nimmt über die Jahre ab. Hersteller geben in der Regel eine Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf eine bestimmte Restkapazität, meist rund 70 Prozent. Innerhalb dieser Grenzen ist der Rückgang kein Garantiefall, sondern normale Alterung. Für die Kostenrechnung heißt das: Ein zehn Jahre altes Elektroauto hat weniger Reichweite als am ersten Tag, und das schlägt sich im Wiederverkaufswert nieder.
Die Hochvolt-Prüfung. Bei Wartung und Reparatur an der Hochvolt-Anlage (dem Hochspannungssystem, das Akku und Motor verbindet) braucht die Werkstatt eine gesonderte Qualifikation und Ausrüstung. Das ist kein Nachteil, aber es begrenzt die Auswahl an Betrieben und wirkt sich auf die Stundensätze aus. Wer beim Kauf darauf achtet, dass eine Werkstatt in der Nähe Hochvolt-Arbeiten anbietet, spart später Wege.
Reifenverschleiß durch Gewicht. Ein Elektroauto ist wegen des Akkus schwerer als ein vergleichbarer Verbrenner und beschleunigt oft kräftiger. Beides beansprucht die Reifen stärker. Realistisch ist ein Reifenwechsel etwas früher als gewohnt, und passende Reifen für schwere Fahrzeuge kosten mehr. Über eine Haltedauer von fünf Jahren macht das einen dreistelligen Betrag aus.
Keiner dieser Punkte kippt die Rechnung. Aber wer sie einplant, wird später nicht überrascht — und genau darum geht es bei einer ehrlichen Kostenbetrachtung.
Kaufen, leasen oder finanzieren?
Die Erwerbsform verschiebt nicht die Gesamtkosten, sondern nur, wann sie anfallen und wer den Wertverlust trägt.
Beim Kauf tragen Sie ihn vollständig selbst. Dafür gehört das Fahrzeug Ihnen, und nach der Finanzierung fallen nur noch die laufenden Kosten an. Wer lange hält, fährt damit am günstigsten, weil sich der Wertverlust über viele Jahre verteilt.
Beim Leasing tragen Sie den Wertverlust ebenfalls, nur eingepreist in der Rate. Der Vorteil ist Planbarkeit und ein kalkulierbares Vertragsende. Der Nachteil sind Bindung, Kilometerbegrenzung und die Rückgabebewertung.
Bei der Finanzierung kommen Zinsen dazu, die in vielen Vergleichsrechnungen fehlen. Sie gehören in die Gesamtkosten, genauso wie die meist verpflichtende Vollkaskoversicherung bei Leasing und Finanzierung.
Entscheidend ist nicht, welche Form am günstigsten klingt, sondern welche zur Haltedauer passt. Wer alle drei Jahre wechselt, zahlt in jeder Form den steilsten Teil der Wertkurve.
Wie sich die Kosten über die Haltedauer verschieben
Die Jahreszahl aus der Tabelle oben ist ein Durchschnitt. In Wirklichkeit verteilen sich die Kosten sehr ungleich über die Zeit, und das ist für die Kaufentscheidung wichtiger als der Mittelwert.
Jahr eins bis drei sind teuer, aber unsichtbar teuer. Der Wertverlust ist am steilsten, die Werkstattkosten dagegen minimal, weil alles neu ist und die Garantie greift. Wer in dieser Phase nur auf seine Ausgaben schaut, hält ein Elektroauto für sehr günstig — obwohl es der teuerste Abschnitt ist.
Jahr vier bis sieben kehren das Verhältnis um. Der Wertverlust flacht deutlich ab, dafür kommen erste größere Positionen: Reifen, Bremsen, Stoßdämpfer, eventuell die Batterie der Bordelektrik. Unterm Strich ist das die günstigste Phase, weil der große Verlust hinter einem liegt und die Technik noch zuverlässig arbeitet.
Ab Jahr acht wird es wieder unruhiger. Die Herstellergarantie auf den Akku läuft in der Regel aus, die Restkapazität ist spürbar gesunken, und größere Reparaturen sind nicht mehr abgedeckt. Der Restwert ist dann allerdings ohnehin niedrig, sodass sich Reparaturen schnell nicht mehr rechnen.
Aus diesem Verlauf folgen zwei praktische Schlüsse.
Wer neu kauft und lange hält, verteilt den teuersten Abschnitt auf viele Jahre. Bei zehn Jahren Haltedauer sinkt der durchschnittliche Wertverlust je Jahr deutlich unter die 6.300 Euro aus unserer Rechnung, weil die Kurve nach den ersten Jahren abflacht.
Wer gebraucht kauft, überspringt den teuersten Abschnitt komplett und steigt in die günstigste Phase ein. Das ist der Grund, warum ein drei Jahre altes Elektroauto in fast jeder Gesamtkostenrechnung besser abschneidet als dasselbe Modell neu — selbst wenn man die Förderung beim Neukauf gegenrechnet.
Wer alle drei Jahre wechselt, zahlt dagegen jedes Mal genau den steilsten Teil der Kurve. Das kann bequem sein und aus anderen Gründen sinnvoll — günstig ist es nicht.
Die häufigsten Rechenfehler bei den E-Auto Kosten
Fünf Fehler begegnen uns in der Beratung regelmäßig.
Der erste: Ladeverluste weglassen und nur mit der Akkugröße rechnen. Das macht die Stromrechnung um gut ein Zehntel zu günstig.
Der zweite: Den Tiefstpreis eines dynamischen Tarifs als Dauerwert ansetzen. Realistisch ist ein Mischpreis über den Tag.
Der dritte: Den Wertverlust komplett ignorieren. Er ist der größte Posten und entscheidet die Rechnung.
Der vierte: Wartungskosten mit null ansetzen. Bremsflüssigkeit, Reifen, Klimaanlage und Hauptuntersuchung bleiben.
Der fünfte: Die THG-Prämie vergessen. Sie ist der kleinste der genannten Posten, aber der mit dem geringsten Aufwand.
Wer diese fünf Punkte sauber berücksichtigt, kommt zu einer Zahl, die im Alltag auch hält.
Ein sechster Punkt betrifft den Vergleich selbst. Häufig wird ein Elektroauto der oberen Mittelklasse gegen einen Kleinwagen mit Verbrenner gestellt, weil beide zufällig ähnlich viel kosten. Das verzerrt das Ergebnis in beide Richtungen: Der Stromer wirkt bei den Betriebskosten unrealistisch gut, beim Wertverlust unrealistisch schlecht. Ehrlich ist der Vergleich zweier Fahrzeuge derselben Klasse und Ausstattung — auch wenn dabei ein Preisunterschied bleibt, den man dann eben mitrechnet.
Und ein siebter, der oft übersehen wird: Wer heute rechnet, rechnet mit heutigen Preisen. Strom, Kraftstoff und Wartungsstundensätze entwickeln sich aber unterschiedlich. Eine Prognose über zehn Jahre ist deshalb immer eine Annahme, keine Rechnung. Wir aktualisieren die Zahlen auf dieser Seite regelmäßig und nennen dabei jeweils den Stand — genau deshalb steht unter jedem Abschnitt, worauf sich die Werte stützen.
Für eine Rechnung zum eigenen Fahrzeug und Fahrprofil kann man sich beim Automobilsalon Bellemann in Wiesloch melden — für die Region Wiesloch, Walldorf, Heidelberg, Mannheim und Sinsheim. Wer den Gebrauchtweg prüfen will, findet den geprüften Gebrauchtwagen-Bestand in Wiesloch.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Verbrauchs- und Ladekostenwerte stützen sich auf den ADAC-Ratgeber zu Wallbox und Ladekosten, die Strompreise auf die Auswertung von Verivox zur Strompreisentwicklung und den amtlichen Durchschnitt des Statistischen Bundesamts. Die Kraftstoffpreise stammen aus der ADAC-Übersicht zur Kraftstoffpreisentwicklung. Restwerte und Wertverlust ordnet der ADAC zum Gebrauchtwagenkauf ein. Zur Kfz-Steuer informiert die Bundeszollverwaltung, zur THG-Quote das Umweltbundesamt. Eine unabhängige Verbrauchersicht liefert die Verbraucherzentrale.
Update-Hinweis (Stand: 21.07.2026)
Am 21. Juli 2026 haben wir sämtliche Kostenblöcke neu gerechnet und mit unseren Detailbeiträgen abgeglichen, damit auf allen Seiten dieselben Zahlen stehen. Die Stromkosten basieren jetzt einheitlich auf einem typischen Haushaltstarif von 35 Cent je Kilowattstunde und auf 20 Kilowattstunden ab Steckdose je 100 Kilometer, also inklusive Ladeverluste. Die frühere Angabe zur THG-Prämie von 300 bis 400 Euro haben wir auf die tatsächliche Anbieterspanne von 100 bis 370 Euro korrigiert. Neu und deutlicher als zuvor herausgestellt ist der Wertverlust: Er ist der mit Abstand größte Kostenblock und übertrifft alle laufenden Kosten zusammen um ein Mehrfaches. Deshalb steht die Empfehlung jetzt klarer im Text, dass der wirksamste Hebel auf der Kaufseite liegt und nicht beim Strompreis. Entfernt haben wir außerdem einen Werbeblock mit Vergleichsrechnern für Strom, Solar und Kredit, der weder zum Thema des Beitrags passte noch für Leser einen erkennbaren Nutzen hatte.
Häufige Fragen
Was kostet ein Elektroauto im Jahr wirklich?
Bei 15.000 Kilometern im Jahr fallen rund 1.050 Euro für Strom an, wenn zu Hause zu einem typischen Haushaltstarif geladen wird. Dazu kommen 250 bis 600 Euro Versicherung und rund 300 bis 500 Euro für Wartung, Verschleiß und Hauptuntersuchung. Kfz-Steuer entfällt. Die laufenden Kosten liegen damit bei etwa 1.600 bis 2.150 Euro — ohne den Wertverlust, der separat zu betrachten ist.
Wie hoch sind die Unterhaltskosten eines Elektroautos?
Ohne Wertverlust liegen sie für ein typisches Kompaktmodell bei rund 1.600 bis 2.150 Euro im Jahr. Der größte Einzelposten ist der Strom, und der hängt fast vollständig am Tarif: Zwischen einem dynamischen Tarif und der Grundversorgung liegen bei gleicher Fahrleistung rund 540 Euro Unterschied im Jahr.
Was kostet ein Elektroauto pro Kilometer?
Bei den reinen Betriebskosten sind es rund 11 bis 14 Cent je Kilometer, gerechnet auf 15.000 Kilometer im Jahr. Rechnet man den Wertverlust mit ein, steigt der Wert je nach Fahrzeug und Haltedauer auf 35 bis 55 Cent. Diese große Spanne erklärt, warum Kostenvergleiche im Netz so weit auseinandergehen — sie rechnen unterschiedliche Posten mit.
Ist ein Elektroauto günstiger als ein Verbrenner?
Im laufenden Betrieb ja, sofern zu Hause geladen werden kann. Strom für 100 Kilometer kostet rund 7 Euro gegenüber 11,40 Euro bei einem Benziner. Dazu kommt die Kfz-Steuer-Befreiung. Wer ausschließlich öffentlich lädt, verliert diesen Vorsprung fast vollständig. Beim Wertverlust liegt das Elektroauto derzeit noch etwas schlechter als ein vergleichbarer Verbrenner.
Wie viel spart man bei der Wartung eines Elektroautos?
Deutlich, aber nicht so viel wie oft behauptet. Es entfallen Ölwechsel, Zündkerzen, Zahnriemen, Auspuffanlage und Kupplung. Bestehen bleiben Bremsflüssigkeit, Innenraumfilter, Reifen, Fahrwerk, Klimaanlage und die Hauptuntersuchung. Unterm Strich liegt die Wartung spürbar unter der eines Verbrenners, ersetzt aber keine Werkstattbesuche.
Welcher Kostenblock ist beim Elektroauto der größte?
Der Wertverlust, und zwar mit Abstand. Ein Elektroauto ist nach drei Jahren im Schnitt noch rund 52 Prozent des Neupreises wert. Bei einem Fahrzeug für 40.000 Euro sind das rund 19.000 Euro in drei Jahren, also über 6.000 Euro im Jahr. Alle laufenden Kosten zusammen erreichen davon nicht einmal ein Drittel.
Was kostet die Versicherung für ein Elektroauto?
Zwischen 250 und 600 Euro im Jahr, je nach Region, Schadenfreiheitsklasse, Fahrleistung und Modell. Der früher verbreitete Aufschlag für Elektroautos ist weitgehend verschwunden, weil die Versicherer inzwischen genug Schadendaten haben. Bei einzelnen leistungsstarken Modellen liegen die Typklassen allerdings weiterhin höher.
Lohnt sich ein Elektroauto bei wenig Kilometern?
Rechnerisch weniger, weil sich der Vorteil bei den Energiekosten über die Fahrleistung aufbaut. Wer nur 8.000 Kilometer im Jahr fährt, spart beim Strom etwa halb so viel wie jemand mit 15.000. Der Wertverlust läuft dagegen unabhängig von der Fahrleistung weiter. Bei geringer Jahresfahrleistung ist ein gebrauchtes Elektroauto deshalb oft die deutlich bessere Rechnung.
Welche Rolle spielt die THG-Prämie in der Kostenrechnung?
Sie senkt die laufenden Kosten spürbar, wird aber häufig vergessen. Wer sein Elektroauto einmal im Jahr anmeldet, bekommt je nach Anbieter 100 bis 370 Euro ausgezahlt. Das entspricht bei 15.000 Kilometern rund einem Drittel der jährlichen Stromkosten. Der Aufwand liegt bei wenigen Minuten.