- Chinesisches Elektroauto kaufen 2026: die fünf Zahlen, auf die es wirklich ankommt
- Wertverlust bei chinesischen Autos: 47,2 Prozent Restwert und was dahintersteckt
- Sind chinesische Elektroautos gut? Was Crashtests und TÜV wirklich sagen
- BYD oder ŠKODA? Die Modelle direkt gegenübergestellt
- Warum sind chinesische Autos so billig? Subventionen erklären nur sechs Prozent
- EU-Zölle auf chinesische Elektroautos: alle Sätze, die Rechtslage und was 2029 passiert
- Chinesische Elektroautos im Winter: von 322 auf 150 Kilometer
- Wann startet das BYD-Werk in Ungarn? Der geprüfte Stand zu Szeged
- EU-Mindestpreis für chinesische Elektroautos: bisher nutzen ihn nur europäische Konzerne
- BYD kauft VW? Was an der Übernahme-These 2026 wirklich dran ist
- BYD vs VW 2026: Preise, Reichweite und Laden im Vergleich
Inhalt dieses Artikels
- Lohnt sich ein chinesisches Auto? Warum die pauschale Antwort nicht funktioniert
- Kurzantwort
- Frage 1: Ab welcher Haltedauer lohnt sich ein chinesisches Auto?
- Frage 2: Lohnt sich ein chinesisches Auto ohne Werkstatt in der Nähe?
- Frage 3: Chinesisches Auto kaufen oder leasen?
- Frage 4: Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto im Alltag?
- Lohnt sich ein chinesisches Auto? Die vier Antworten zusammengefügt
- Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto: drei typische Fälle
- Die häufigsten Fehler bei dieser Entscheidung
- Was gegen ein chinesisches Auto spricht
- Was für ein chinesisches Auto spricht
- Was die Herkunft über die Qualität aussagt
- Was die Förderung an der Rechnung ändert
- Wie Sie die Entscheidung in 30 Minuten treffen
- Sollte man lieber auf europäische Modelle warten?
- Quellen
Lohnt sich ein chinesisches Auto? Warum die pauschale Antwort nicht funktioniert
Auf diese Frage antworten die meisten Texte mit „kommt darauf an” und lassen den Leser damit allein. Das ist nicht falsch, hilft aber niemandem.
Dieser Beitrag macht es anders. Er nennt vier Fragen, deren Antworten die Entscheidung tatsächlich bestimmen. Wer sie der Reihe nach beantwortet, hat danach ein klares Ergebnis für den eigenen Fall — und nicht für einen Durchschnittskäufer, den es nicht gibt.
Kurzantwort
Frage 1: Ab welcher Haltedauer lohnt sich ein chinesisches Auto?
Dies ist die mit Abstand wichtigste Frage, und sie wird beim Kauf am seltensten gestellt.
Der Grund liegt im Wertverlust. Nach Daten der Deutschen Automobil Treuhand fiel der Restwert chinesischer Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle von 61 Prozent Anfang 2024 auf 47,2 Prozent im April 2026. Der Gesamtmarkt für dieselben Antriebsarten verlor im selben Zeitraum nur sieben Punkte — also halb so viel.
Was das praktisch bedeutet, zeigt eine einfache Gegenüberstellung bei 30.000 Euro Neupreis und drei Jahren Haltedauer:
| Restwert | Verkaufswert | Verlust | |
|---|---|---|---|
| chinesisches Modell | 47,2 % | 14.160 € | 15.840 € |
| Marktdurchschnitt | rund 54 % | 16.200 € | 13.800 € |
Die Differenz von rund 2.000 Euro entspricht ungefähr dem Preisvorteil, wegen dem viele Käufer sich überhaupt für das Auto entscheiden. Nach drei Jahren ist er damit rechnerisch aufgebraucht.
Umgekehrt gilt: Der stärkste Wertverlust fällt in den ersten Jahren an, danach flacht die Kurve ab. Wer ein Auto acht Jahre oder länger fährt, für den spielt der Unterschied kaum noch eine Rolle — dann zählt der niedrigere Kaufpreis voll.
Ihre Antwort: Unter vier Jahren spricht die Rechnung gegen den Kauf. Über sechs Jahre spricht sie dafür. Dazwischen entscheiden die nächsten drei Fragen. Den vollständigen Rechenweg finden Sie im Beitrag zum Wertverlust bei chinesischen Autos.
Frage 2: Lohnt sich ein chinesisches Auto ohne Werkstatt in der Nähe?
Diese Frage lässt sich in zwei Minuten beantworten und wird trotzdem oft übersprungen.
Das Werkstattnetz chinesischer Marken ist deutlich besser als sein Ruf. BYD kommt in Deutschland auf rund 220 Markenwerkstätten, MG auf rund 190, Leapmotor auf über 130. Anfang 2025 waren es bei BYD noch 26 Standorte — der Ausbau ging schnell.
Trotzdem verteilen sich 220 Werkstätten auf ganz Deutschland, während etablierte Volumenmarken auf ein Vielfaches kommen. In Ballungsräumen ist das kein Problem, auf dem Land kann es eines werden.
Die zweite Hälfte der Frage betrifft die Ersatzteile, und hier ist der Unterschied größer als bei der Zahl der Standorte:
| Marke | Lieferzeit Ersatzteile |
|---|---|
| BYD | rund 1 Tag |
| Leapmotor | 48 Stunden |
| MG Motor | rund 4,3 Tage |
Zwischen einem Tag und 4,3 Tagen liegt Faktor vier. Wenn das Auto in dieser Zeit steht, ist das keine Statistik, sondern eine Woche ohne Fahrzeug.
Ihre Antwort: Werkstatt unter 30 Kilometer und kurze Teilelieferzeit — kein Hindernis. Werkstatt über 60 Kilometer entfernt — das wiegt schwer, unabhängig vom Preis.
Frage 3: Chinesisches Auto kaufen oder leasen?
Bei chinesischen Modellen ist diese Frage wichtiger als bei etablierten Marken, weil sie bestimmt, wer das Wertverlustrisiko trägt.
Beim Kauf trägt es der Käufer allein. Das ist bei langer Haltedauer unproblematisch, weil der Restwert dann ohnehin niedrig ist und kaum noch Rolle spielt.
Beim Leasing trägt es der Leasinggeber — er kalkuliert es allerdings in die Rate ein. Bei unsicherer Wertentwicklung fällt diese Kalkulation vorsichtig aus, weshalb Leasingraten hier oft weniger attraktiv sind, als der niedrige Listenpreis vermuten lässt. Dafür ist das Risiko abgegeben.
Bei der Finanzierung mit Schlussrate liegt der kritische Fall. Dort steht ein kalkulierter Restwert im Vertrag. Liegt der tatsächliche Marktwert am Ende darunter, muss der Käufer die Lücke ausgleichen. Bei einem Fahrzeug, dessen Wertentwicklung unsicher ist, ist das das größte Einzelrisiko der ganzen Rechnung.
Ihre Antwort: Lange Haltedauer spricht für Kauf. Kurze Haltedauer spricht für Leasing. Eine Finanzierung mit Schlussrate sollte man in diesem Segment nur abschließen, wenn man die Schlussrate notfalls auch bezahlen kann.
Frage 4: Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto im Alltag?
Die vierte Frage betrifft die Technik — und auch hier hilft die Marke nicht weiter, weil die Unterschiede innerhalb der Marken größer sind als zwischen ihnen.
Beim Laden reicht die Spanne bei BYD von 85 Kilowatt beim Dolphin Surf bis 220 Kilowatt beim Atto 3 Evo. Das ist Faktor zweieinhalb bei derselben Marke. Wer regelmäßig Langstrecke fährt, sollte deshalb nach dem konkreten Modell fragen, nicht nach dem Markenzeichen.
Bei der Reichweite gilt dasselbe. Entscheidend ist nicht die höchste Prospektzahl, sondern der Wert, der zum eigenen Alltag passt. Ein Auto mit 322 Kilometern kombinierter Normreichweite reicht für den täglichen Weg zur Arbeit vollkommen — für die regelmäßige Fahrt über 400 Kilometer nicht.
Der dritte Punkt ist die Lademöglichkeit zu Hause. Wer eine Wallbox hat, lädt günstig und über Nacht; die Ladeleistung des Autos wird dann nebensächlich. Wer ausschließlich öffentlich lädt, für den ist sie entscheidend.
Ihre Antwort: Pendelstrecke mit Lademöglichkeit zu Hause — nahezu jedes Modell passt. Häufige Langstrecke ohne eigene Wallbox — dann entscheidet die Ladeleistung, und die muss man modellgenau prüfen. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag zu Laden und Reichweite im Winter.
Lohnt sich ein chinesisches Auto? Die vier Antworten zusammengefügt
Aus den vier Fragen ergeben sich klare Muster. Diese Übersicht ersetzt keine Beratung, engt die Sache aber deutlich ein.
| Ihre Situation | Einschätzung |
|---|---|
| Lange Haltedauer, Werkstatt nah, Wallbox vorhanden | spricht deutlich dafür |
| Lange Haltedauer, Werkstatt weit | genauer prüfen, Teilelieferzeit erfragen |
| Kurze Haltedauer, Leasing | vertretbar, Rate genau vergleichen |
| Kurze Haltedauer, Finanzierung mit Schlussrate | größtes Risiko, eher meiden |
| Häufige Langstrecke, kein Laden zu Hause | nur mit hoher Ladeleistung sinnvoll |
Auffällig ist, dass in keiner Zeile die Herkunft des Autos den Ausschlag gibt. Es sind immer die Umstände des Käufers, die entscheiden — und die sind bei jedem anders.
Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto: drei typische Fälle
Die vier Fragen ergeben in der Praxis wiederkehrende Muster. Drei davon decken die meisten Situationen ab.
Der Pendler mit fester Strecke. Vierzig Kilometer zur Arbeit, Wallbox in der Garage, das Auto soll zehn Jahre halten. Für ihn spricht fast alles dafür: Der Wertverlust ist bei dieser Haltedauer nebensächlich, die Ladeleistung des Autos spielt keine Rolle, weil über Nacht geladen wird, und der niedrige Kaufpreis wirkt voll. Selbst ein Modell mit 322 Kilometern Normreichweite reicht hier problemlos.
Die Familie mit wechselndem Bedarf. Ein Auto für alles: Einkauf, Schule, zweimal im Jahr in den Urlaub. Hier wird es differenzierter. Der Platzbedarf spricht für ein größeres Modell, die Urlaubsfahrten für ordentliche Ladeleistung. Und weil Familienautos oft nach fünf bis sechs Jahren gewechselt werden, liegt die Haltedauer im Graubereich. Für diesen Fall lohnt die genaue Rechnung mit den eigenen Zahlen.
Der Vielfahrer mit Firmenwagen-Logik. Hohe Jahresleistung, Wechsel nach drei Jahren, meist Leasing. Hier ist der Kaufpreis nachrangig — entscheidend sind die Leasingrate und die Ladeleistung. Weil der Leasinggeber den unsicheren Restwert einpreist, fällt die Rate oft weniger attraktiv aus, als der Listenpreis vermuten lässt. Ein Vergleich der Raten, nicht der Preise, führt hier zur Antwort.
Wer sich in keinem dieser Fälle wiederfindet, kommt über die vier Fragen trotzdem zum Ziel — sie sind das Werkzeug, die Profile nur Beispiele.
Die häufigsten Fehler bei dieser Entscheidung
Vier Denkfehler tauchen immer wieder auf, und alle vier kosten Geld.
Nur den Kaufpreis vergleichen. Der häufigste Fehler. Zwei Autos mit 3.000 Euro Preisunterschied können nach drei Jahren gleich teuer gewesen sein, wenn das günstigere stärker an Wert verliert. Wer vergleicht, sollte den erwarteten Verkaufswert danebenstellen.
Den Förderpreis mit dem Listenpreis verwechseln. In der Werbung stehen häufig Effektivpreise nach Herstellerbonus und staatlicher Förderung. Sie sind nicht falsch, aber sie lassen sich nicht mit dem Listenpreis eines anderen Autos vergleichen. Für einen fairen Vergleich zählt Liste gegen Liste.
Die Marke statt das Modell beurteilen. Innerhalb von BYD reicht die Ladeleistung von 85 bis 220 Kilowatt, bei den Crashtests reichen chinesische Modelle von drei bis fünf Sternen. Ein Urteil über die Marke sagt über das konkrete Auto wenig aus.
Auf ein Modell warten, das keinen Termin hat. Warten kostet nichts, solange es einen Liefertermin gibt. Ohne Termin ist es eine Wette — und in der Zwischenzeit fährt man ein anderes Auto oder gar keins.
Wer diese vier Fehler vermeidet, trifft die Entscheidung auf einer belastbaren Grundlage. Welche Zahlen dabei im Einzelnen zählen, steht in der Kaufberatung für chinesische Elektroautos.
Was gegen ein chinesisches Auto spricht
Der Vollständigkeit halber die Gegenseite, ohne Beschönigung.
Der stärkste Punkt ist der Wertverlust mit 47,2 Prozent gegenüber einem Gesamtmarkt, der halb so viel verlor. Er ist real, belegt und wirkt sofort.
Der zweite ist das fehlende Langzeitwissen. Chinesische Marken tauchen im TÜV-Report 2026 nicht auf, weil ihre Stückzahlen für eine belastbare Auswertung noch zu gering sind. Damit gibt es in Deutschland schlicht keine unabhängigen Daten zur Haltbarkeit über acht oder zehn Jahre — weder positive noch negative.
Der dritte ist die Unsicherheit über den Fortbestand der Marken. Im DAT-Report glaubt fast die Hälfte der Neuwagenkäufer, dass viele chinesische Anbieter in fünf Jahren nicht mehr am Markt sind. Ob das eintritt, weiß niemand — aber die Erwartung drückt schon heute die Preise.
Wichtig zur Einordnung: Alle drei Punkte sind Unsicherheiten, keine Mängel. Sie sagen nichts darüber aus, ob das Auto gut fährt, sicher ist oder lange hält. Sie sagen nur, dass man es heute nicht weiß.
Was für ein chinesisches Auto spricht
Auf der anderen Seite stehen ebenso konkrete Punkte.
Der Einstiegspreis ist der offensichtlichste: Der BYD Dolphin Surf steht ab 22.990 Euro in der Liste, in einem Segment, in dem ŠKODA derzeit gar nichts Elektrisches anbietet.
Die Garantie fällt bei manchen Anbietern deutlich länger aus als üblich — BYD gibt auf den Dolphin Surf sechs Jahre oder 150.000 Kilometer. Innerhalb der chinesischen Marken schwankt das allerdings stark.
Bei der Technik haben einzelne Modelle die Nase vorn. Der Atto 3 Evo lädt mit 220 Kilowatt und braucht von 10 auf 80 Prozent unter 25 Minuten. Und bei den Crashtests erreichten mehrere chinesische Modelle 2025 fünf Sterne, ein Zeekr bestand sogar als eines der ersten beiden Autos überhaupt das verschärfte Verfahren von 2026.
Wie sich diese Punkte gegen konkrete ŠKODA-Modelle stellen, zeigt der Vergleich BYD oder ŠKODA. Und was die Prüfergebnisse zur Qualität wirklich sagen, steht im Beitrag Sind chinesische Elektroautos gut?.
Was die Herkunft über die Qualität aussagt
Bevor die Rechnung entscheidet, lohnt ein Blick auf die Annahme, die bei vielen im Hintergrund mitläuft: dass ein chinesisches Auto weniger gut gebaut sei.
Die Prüfergebnisse tragen das nicht. Bei Euro NCAP erreichten 2025 mehrere chinesische Modelle fünf Sterne, der BYD Dolphin Surf mit 82 Prozent beim Erwachsenenschutz. Im Juli 2026 bestand ein Zeekr als eines der ersten beiden Autos überhaupt das deutlich verschärfte neue Testverfahren — gleichauf mit einem BMW.
Gleichzeitig ist die Spanne groß: Andere chinesische Modelle kamen im selben Jahr auf nur drei Sterne, mit Mängeln an der Karosseriestruktur. Herkunft sagt also nichts, das konkrete Modell alles.
Der stärkste Beleg gegen das Herkunftsargument kommt aber von der anderen Seite. Im TÜV-Report 2026 liegen die Mängelquoten junger Elektroautos zwischen 3,5 Prozent für den Mini Cooper SE und 17,3 Prozent für das Tesla Model Y. Das ist Faktor fünf — ausschließlich zwischen etablierten, nicht-chinesischen Marken. Wenn Herkunft die Qualität erklären würde, dürfte es diesen Unterschied nicht geben.
Für die Entscheidung heißt das: Die Frage nach der Herkunft können Sie überspringen. Die vier Fragen oben führen weiter, weil sie Ihre Umstände betreffen und nicht ein Vorurteil. Was die Prüfergebnisse im Einzelnen zeigen, steht im Beitrag Sind chinesische Elektroautos gut?.
Was die Förderung an der Rechnung ändert
Ein Punkt, der die Entscheidung verschiebt und oft falsch verstanden wird.
Die deutsche Förderung kennt keine Bedingung zur Herkunft des Fahrzeugs. Ein Auto muss nicht in der Europäischen Union gebaut sein, um förderfähig zu sein. Der Grund ist rechtlich: Nationale Förderprogramme dürfen Hersteller aus anderen Mitgliedstaaten oder aus Ländern mit Handelsabkommen nicht ohne sachliche Begründung benachteiligen.
Chinesische Marken profitieren sogar überdurchschnittlich, aber nicht wegen einer Bevorzugung. Die Förderung zielt auf Fahrzeuge zwischen 20.000 und 30.000 Euro — genau das Segment, das diese Anbieter am stärksten besetzen. Bemerkenswert ist trotzdem: Bei den ersten rund 55.000 Anträgen entfielen weniger als 15 Prozent auf chinesische Hersteller. Die Schlagzeile vom Förderprogramm für China-Autos trägt die Zahlen also nicht.
Für die eigene Rechnung heißt das zweierlei. Erstens: Die Förderung ändert nichts am Vergleich, wenn beide Autos sie bekommen — dann verschieben sich beide Preise gleich. Zweitens: Sie ändert sehr wohl etwas, wenn nur eines der beiden in den Fördergrenzen liegt. Welche Bedingungen im Einzelnen gelten und wo die Einkommensgrenzen liegen, steht im Beitrag zur Förderfähigkeit von Elektroautos.
Wichtig zum Schluss: Ein Förderbetrag ist keine Preissenkung des Herstellers. Er kommt einmalig und ändert nichts am Wertverlust, der auf dem vollen Neupreis rechnet.
Wie Sie die Entscheidung in 30 Minuten treffen
Zum Abschluss ein Ablauf, der die vier Fragen in eine praktische Reihenfolge bringt.
Minute 1 bis 5: Haltedauer festlegen. Nicht schätzen, sondern ehrlich überlegen, wann das letzte Auto gewechselt wurde und warum. Unter vier Jahren, über acht Jahren oder dazwischen — mehr braucht es nicht.
Minute 5 bis 10: Werkstatt prüfen. Händlersuche des Herstellers mit der eigenen Postleitzahl aufrufen. Zwei Zahlen notieren: Entfernung zur nächsten Werkstatt und, per Anruf, die übliche Lieferzeit für ein Ersatzteil.
Minute 10 bis 20: Zwei Angebote holen. Für das chinesische Wunschmodell und für die europäische Alternative in vergleichbarer Ausstattung. Wichtig: Listenpreis gegen Listenpreis, Förderung erst danach auf beide Seiten anwenden.
Minute 20 bis 25: Wertverlust dazurechnen. Neupreis mal erwarteter Restwertquote ergibt den Verkaufswert, die Differenz ist der Verlust. Mit 47,2 Prozent für das chinesische Modell und rund 54 Prozent für den Marktdurchschnitt liegt man in der belegten Größenordnung.
Minute 25 bis 30: Vertragsform wählen. Lange Haltedauer spricht für Kauf, kurze für Leasing. Eine Finanzierung mit Schlussrate nur, wenn die Schlussrate notfalls bezahlbar ist.
Nach dieser halben Stunde steht in den meisten Fällen ein klares Ergebnis. Und wenn nicht, liegt es nicht an fehlenden Informationen, sondern daran, dass beide Autos tatsächlich passen — dann darf die Sitzprobe entscheiden.
Sollte man lieber auf europäische Modelle warten?
Diese Frage stellt sich vor allem im Kleinwagensegment, wo es derzeit kein Konzernangebot gibt.
Warten lohnt sich nur mit einem konkreten Termin. Der angekündigte ŠKODA Epiq soll die Lücke schließen, in der heute der Dolphin Surf allein steht. Solange ein Modell nicht bestellbar ist und keinen belastbaren Liefertermin hat, ist Warten eine Wette auf einen Zeitpunkt.
Für alle anderen Klassen gilt: Es gibt europäische Alternativen, sie kosten in der Regel mehr und bieten dafür einen stabileren Wiederverkaufswert und ein dichteres Werkstattnetz. Das ist keine Frage von richtig oder falsch, sondern eine Abwägung — und genau die führen die vier Fragen oben.
Wer sie beantwortet hat und trotzdem unsicher ist, sollte den letzten Schritt nicht am Bildschirm machen. In unserem Gebrauchtwagenbestand in Wiesloch stehen Fahrzeuge, deren Wertentwicklung sich über Jahre beobachten lässt — das macht den Unterschied greifbarer als jede Tabelle. Für Wartung, Inspektion und Arbeiten an der Antriebsbatterie sind wir autorisierter Service- und Werkstattpartner für ŠKODA, SEAT und CUPRA.
Quellen
Die Restwertzahlen der Deutschen Automobil Treuhand sind bei ecomento.de vom 27. Mai 2026 dokumentiert, die Umfragewerte des DAT-Reports 2026 mit 4.666 Befragten bei autohaus.de.
Werkstattnetz und Ersatzteil-Lieferzeiten hat auto motor und sport Ende Juli 2026 erhoben. Technische Daten und Preise stammen vom ADAC und dem BYD-Konfigurator. Crashtest-Ergebnisse veröffentlicht Euro NCAP, Mängelquoten der TÜV-Verband im TÜV-Report.
Update-Hinweis
Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2026 neu aufgebaut. Die frühere Fassung wog allgemein zwischen Marken ab und nannte im Kurztext einen Einstiegspreis von 12.900 Euro, der sich als Effektivpreis nach Förderung herausgestellt hat. Neu ist die Gliederung entlang von vier Fragen, deren Antworten die Entscheidung für den eigenen Fall bestimmen, sowie die belegten Zahlen zu Wertverlust, Werkstattnetz und Ersatzteil-Lieferzeiten.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, ein chinesisches Auto zu kaufen?
Das hängt vor allem an der Haltedauer. Wer ein Auto acht Jahre oder länger fährt, behält den Preisvorteil. Wer nach drei Jahren wechselt, verliert ihn durch den stärkeren Wertverlust oft vollständig — chinesische Modelle verloren zuletzt doppelt so schnell an Wert wie der Gesamtmarkt.
Für wen lohnt sich ein chinesisches Elektroauto besonders?
Für Menschen mit langer Haltedauer, eigener Lademöglichkeit und einer Markenwerkstatt in erreichbarer Nähe. In dieser Konstellation bleibt der Preisvorteil über die Jahre erhalten, weil der Wertverlust am Ende kaum noch ins Gewicht fällt.
Wann sollte man kein chinesisches Auto kaufen?
Bei kurzer Haltedauer, bei Finanzierung mit Schlussrate und wenn die nächste Markenwerkstatt weit entfernt liegt. In diesen drei Fällen wiegen die Nachteile schwerer als der niedrigere Kaufpreis.
Wie lange muss ich ein chinesisches Auto fahren, damit es sich lohnt?
Als Faustregel gilt: je länger, desto besser. Der stärkste Wertverlust fällt in den ersten Jahren an, danach flacht die Kurve ab. Ab etwa sechs bis acht Jahren Haltedauer spielt der Unterschied im Restwert praktisch keine Rolle mehr.
Ist ein chinesisches Auto für Pendler sinnvoll?
Oft ja, wenn die Strecke planbar ist und zu Hause geladen werden kann. Kritisch wird es bei häufiger Langstrecke, weil dann die Ladeleistung entscheidet — und die schwankt innerhalb der Marken erheblich, etwa zwischen 85 und 220 Kilowatt bei BYD.
Soll ich ein chinesisches Auto leasen oder kaufen?
Leasing verschiebt das Restwertrisiko zum Leasinggeber, der es allerdings in die Rate einpreist. Kaufen lohnt sich bei langer Haltedauer. Am riskantesten ist die Finanzierung mit Schlussrate, weil dort ein kalkulierter Restwert im Vertrag steht.
Was spricht gegen ein chinesisches Auto?
Vor allem der Wertverlust: 47,2 Prozent Restwert gegenüber einem Gesamtmarkt, der nur halb so viel verlor. Dazu fehlende Langzeitdaten, weil chinesische Marken im TÜV-Report noch nicht auftauchen. Beides sind Unsicherheiten, keine Mängel.
Was spricht für ein chinesisches Auto?
Der Einstiegspreis, die Ausstattung und bei einzelnen Modellen die Technik — der BYD Atto 3 Evo lädt mit 220 Kilowatt. Dazu lange Garantien von bis zu sechs Jahren und ein Werkstattnetz, das mit rund 220 Standorten bei BYD deutlich gewachsen ist.
Ist die Herkunft ein Qualitätsargument?
Nein. Bei den Crashtests reicht die Spanne chinesischer Modelle von drei bis fünf Sternen, und im TÜV-Report liegen die Mängelquoten etablierter Elektroautos zwischen 3,5 und 17,3 Prozent. Entscheidend ist das konkrete Modell, nicht das Herkunftsland.
Wie finde ich heraus, ob eine Werkstatt in der Nähe ist?
Über die Händlersuche des Herstellers, mit der eigenen Postleitzahl. Wichtig ist dabei die zweite Frage: Wie lange dauert dort ein typisches Ersatzteil? Zwischen den Marken liegt Faktor vier, von rund einem Tag bis zu 4,3 Tagen.
Sollte ich lieber auf europäische Modelle warten?
Warten lohnt sich nur mit einem konkreten Termin. Der ŠKODA Epiq soll die Lücke im Kleinwagensegment schließen, für das es derzeit kein Konzernangebot gibt. Wer heute ein Auto braucht, entscheidet besser nach dem, was verfügbar ist.