Inhalt dieses Artikels
- Klimaanlage kühlt nicht: die schnelle Einordnung
- Warum kühlt die Klimaanlage im Auto nicht? Sechs Ursachen im Überblick
- Fehlt Kältemittel? Warum das fast immer ein Leck bedeutet
- Klimaanlage kühlt nicht richtig? Oft ist der Innenraumfilter zu
- Die Klimaanlage im Auto kühlt nicht im Stand: woran liegt das?
- Klimaanlage kühlt nicht, Kompressor läuft: was das eingrenzt
- Wie erkenne ich, ob der Kompressor defekt ist?
- Sicherung, Relais, Druckschalter: wenn die Elektrik abschaltet
- Auto-Klimaanlage auf undichte Stellen prüfen: wie findet die Werkstatt das Leck?
- Klimaanlage am Auto prüfen: was können Sie selbst feststellen?
- Die Klimaanlage am Auto selber befüllen: warum die Dosen das Problem selten lösen
- Klimaanlage am Auto reparieren: die Kosten ehrlich eingeordnet
- Die Klimaanlage im Škoda kühlt nicht: Fabia, Octavia und Enyaq
- Die Klimaanlage im SEAT Leon kühlt nicht: für CUPRA gilt dasselbe
- Wann sollten Sie damit nicht warten?
- Quellen
Klimaanlage kühlt nicht: die schnelle Einordnung
Es gibt wenige Momente, in denen ein Auto so unangenehm wird wie an einem heißen Tag mit einer Klimaanlage, die nur lauwarme Luft ausbläst. Meistens fällt es genau dann auf, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.
Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen steckt kein kapitaler Schaden dahinter, sondern eine von wenigen, gut bekannten Ursachen. Die weniger gute: Eine davon lässt sich nicht mit einer Dose aus dem Zubehörhandel beheben, auch wenn die Werbung das nahelegt.
Dieser Beitrag geht die sechs Ursachen der Reihe nach durch, zeigt, was Sie in fünf Minuten selbst feststellen können, und ordnet ein, was der Weg in die Werkstatt kostet. Wie ein regulärer Klimaservice abläuft und was er kostet, steht im Überblick zu den Klimaservice-Kosten mit Intervall und Desinfektion.
Warum kühlt die Klimaanlage im Auto nicht? Sechs Ursachen im Überblick
Bevor es ins Detail geht, die Übersicht. Die Reihenfolge entspricht ungefähr der Häufigkeit im Werkstattalltag.
| Ursache | Typisches Anzeichen | Selbst erkennbar |
|---|---|---|
| Zu wenig Kältemittel | kühlt schwach, wird über Wochen schlechter | nein |
| Innenraumfilter zu | wenig Luft, Scheiben beschlagen | ja |
| Kondensator verschmutzt | kühlt im Stand schlecht, bei Fahrt besser | teilweise |
| Lüfter defekt | kühlt im Stand gar nicht | teilweise |
| Kompressor | Geräusche, kühlt gar nicht | teilweise |
| Elektrik, Sicherung, Druckschalter | kühlt gar nicht, Kompressor bleibt still | nein |
Auffällig ist, wie oft die Antwort in den ersten beiden Zeilen steht. Wer die versteht, hat den größten Teil der Fälle abgedeckt.
Fehlt Kältemittel? Warum das fast immer ein Leck bedeutet
Das ist der mit Abstand häufigste Grund, und es lohnt sich, ihn richtig zu verstehen.
Eine Klimaanlage arbeitet mit einem Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Es wird dabei nicht verbraucht, so wie Motoröl verbraucht wird. Im Idealfall wäre nach zehn Jahren noch genauso viel drin wie am ersten Tag.
In der Praxis geht trotzdem etwas verloren. Die Schläuche und Dichtungen sind nicht vollkommen dicht, und über die Jahre entweicht Kältemittel durch das Material hindurch. Pro Jahr sind bis zu zehn Prozent normal, auch wenn die Anlage gar nicht benutzt wird.
Daraus folgt eine einfache Regel: Fehlt so viel, dass die Kühlleistung spürbar nachlässt, ist entweder viel Zeit vergangen oder es gibt ein Leck. Bei einem Auto, das vor einem Jahr noch einwandfrei kühlte, spricht alles für die zweite Möglichkeit.
Genau deshalb ist bloßes Nachfüllen keine Reparatur. Es beseitigt das Symptom für ein paar Wochen und lässt die Ursache unberührt.
Klimaanlage kühlt nicht richtig? Oft ist der Innenraumfilter zu
Diese Ursache wird am häufigsten übersehen, obwohl sie am leichtesten zu erkennen ist.
Die Kälte entsteht am Verdampfer, einem Wärmetauscher hinter dem Armaturenbrett. Das Gebläse drückt Luft hindurch, sie kühlt ab und strömt in den Innenraum. Damit das funktioniert, muss genug Luft ankommen. Davor sitzt der Innenraumfilter, und der setzt sich mit Laub, Staub und Pollen zu.
Das Anzeichen ist eindeutig: Die Luft, die kommt, ist kühl — es kommt nur wenig davon. Oft beschlagen zusätzlich die Scheiben schneller als früher, und das Gebläse wird auf höheren Stufen deutlich lauter, ohne mehr zu liefern.
Ein neuer Innenraumfilter ist eine der günstigsten Arbeiten überhaupt und gehört ohnehin regelmäßig gewechselt. Wenn Ihre Klimaanlage nicht richtig kühlt, sondern nur schwach, ist das der erste Punkt, den man prüft.
Kommt zu der schwachen Luft noch ein muffiger Geruch dazu, ist der Filter erst recht fällig. Was dann sonst noch dahintersteckt, steht im Beitrag dazu, was hilft, wenn die Klimaanlage im Auto stinkt.
Die Klimaanlage im Auto kühlt nicht im Stand: woran liegt das?
Eine Klimaanlage erzeugt keine Kälte aus dem Nichts. Sie transportiert Wärme von innen nach außen. Dafür sitzt vorn im Fahrzeug der Kondensator, ein Wärmetauscher, der aussieht wie ein zweiter Kühler und meist direkt davor montiert ist.
Ist er von Insekten, Laub oder Streusalzresten zugesetzt, kann er die Wärme nicht mehr abgeben. Die Folge ist typisch: Im Stand und im Stau kühlt die Anlage schlecht, während der Fahrt wird es besser. Denn beim Fahren strömt genug Luft durch, im Stand muss der Lüfter das übernehmen.
Damit ist auch die vierte Ursache erklärt. Läuft der Lüfter vor dem Kondensator nicht, fehlt im Stand die Luft. Das Auto kühlt dann auf der Autobahn tadellos und in der Stadt gar nicht. Wer dieses Muster bemerkt, hat der Werkstatt schon die halbe Diagnose geliefert.
Klimaanlage kühlt nicht, Kompressor läuft: was das eingrenzt
Diese Frage stellen erstaunlich viele Leute, und sie ist gut gestellt, denn die Antwort grenzt die Ursachen deutlich ein.
Der Kompressor ist das Herz der Anlage. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sitzt er am Riementrieb und wird über eine Magnetkupplung zugeschaltet — man hört sie als leises Klacken, wenn man die Klimaanlage einschaltet, und die Drehzahl fällt kurz ab.
Springt der Kompressor an, ist damit zweierlei bewiesen. Erstens funktioniert die Elektrik, denn sonst käme kein Signal an. Zweitens ist überhaupt Druck im System, denn ein Druckschalter verhindert das Anlaufen, wenn zu wenig Kältemittel vorhanden ist. Eine vollständig leere Anlage lässt den Kompressor gar nicht erst starten.
Bleiben drei Möglichkeiten: zu wenig Kältemittel, aber noch über der Abschaltschwelle. Ein verschmutzter Kondensator. Oder zu wenig Luftdurchsatz im Innenraum. Seltener ist das Expansionsventil defekt, das die Kältemittelmenge im Kreislauf dosiert.
Wie erkenne ich, ob der Kompressor defekt ist?
Bleibt der Kompressor dagegen stumm, sieht die Sache anders aus. Und weil das die teuerste Ursache ist, lohnt es sich, die Anzeichen zu kennen.
Am Kompressor selbst geht selten etwas kaputt. Wenn doch, meldet er sich vorher fast immer mit Geräuschen: einem metallischen Schleifen, einem Rasseln im Leerlauf oder einem auffällig lauten Schlag beim Zuschalten. Typisch ist auch, dass die Geräusche verschwinden, sobald man die Klimaanlage ausschaltet — dann liegt es eindeutig an ihr und nicht an einem anderen Nebenaggregat.
Ein zweites Anzeichen ist die Magnetkupplung, die bei Verbrennern den Kompressor zuschaltet. Sie sitzt vorn an der Riemenscheibe. Schaltet sie hörbar, aber die Scheibe dreht sich nicht mit, ist die Kupplung durchgerutscht oder verschlissen. Das lässt sich bei laufendem Motor von außen sehen — aber bitte nur mit Abstand und ohne in den Riementrieb zu fassen.
Wichtig ist der Zusammenhang mit der ersten Ursache: Ein Kompressorschaden entsteht häufig als Folgeschaden. Das Öl, das ihn schmiert, zirkuliert zusammen mit dem Kältemittel. Läuft eine Anlage monatelang mit zu wenig Füllung, bekommt der Kompressor zu wenig Schmierung ab. Genau das macht aus einem Leck für achtzig Euro einen Schaden in ganz anderer Größenordnung.
Das ist der eigentliche Grund, warum man mit einer schwachen Klimaanlage nicht ewig weiterfahren sollte.
Sicherung, Relais, Druckschalter: wenn die Elektrik abschaltet
Bleibt die Anlage komplett stumm, ohne jedes Klacken, ist oft gar nichts am Kältekreis defekt.
Die Verdächtigen sind überschaubar: eine durchgebrannte Sicherung, ein defektes Relais, ein Fehler am Druckschalter oder am Temperaturfühler. Der Druckschalter ist dabei der interessanteste, denn er ist eine Schutzeinrichtung. Er verhindert, dass der Kompressor anläuft, wenn zu wenig Kältemittel im System ist — oder wenn zu viel Druck herrscht.
Das führt zu einer Verwechslung, die im Alltag oft passiert: Eine Anlage, die gar nicht mehr anspringt, wirkt wie ein elektrischer Defekt, ist aber in Wahrheit schlicht leer. Der Schalter tut genau das, wofür er da ist.
Ohne Diagnosegerät lässt sich das kaum auseinanderhalten, weil das Steuergerät die Klimaanlage aus mehreren Gründen abschalten kann — etwa auch bei hoher Motorlast oder zu hoher Kühlmitteltemperatur. Deshalb steht am Anfang jeder ernsthaften Suche das Auslesen des Fehlerspeichers.
Auto-Klimaanlage auf undichte Stellen prüfen: wie findet die Werkstatt das Leck?
Wenn feststeht, dass Kältemittel fehlt, kommt der wichtigste Arbeitsschritt: die Suche nach der undichten Stelle.
Von außen sieht man sie praktisch nie. Kältemittel ist unsichtbar und geruchlos, und die Mengen, die entweichen, sind winzig. Deshalb arbeiten Werkstätten mit zwei Verfahren.
Beim ersten wird ein Kontrastmittel eingefüllt, das mit dem Kältemittel durch den Kreislauf wandert. An der undichten Stelle tritt es mit aus und leuchtet unter UV-Licht. Das braucht etwas Zeit, findet aber auch feine Lecks zuverlässig.
Beim zweiten kommt ein elektronisches Spürgerät zum Einsatz, das die Luft an Verbindungen und Bauteilen abtastet und anschlägt, sobald es Kältemittel erkennt. Das geht schneller, funktioniert aber bei sehr kleinen Mengen weniger gut.
Ein Alltagshinweis für Sie: Wenn eine Anlage nach einem Klimaservice schon nach wenigen Wochen wieder nachlässt, ist ein Leck praktisch sicher. Dann sollte man nicht ein zweites Mal nachfüllen, sondern suchen.
Klimaanlage am Auto prüfen: was können Sie selbst feststellen?
Bevor Sie einen Termin machen, lohnen sich ein paar einfache Handgriffe. Sie ersetzen keine Diagnose, engen die Sache aber ein — und sparen Zeit und Geld.
Stellen Sie die Temperatur auf die kälteste Stufe und das Gebläse auf mittlere Leistung. Schalten Sie die Umluft aus und die Klimaanlage ausdrücklich ein, bei vielen Fahrzeugen mit einer Taste namens AC oder A/C. Klingt selbstverständlich, ist aber die häufigste harmlose Ursache überhaupt.
Hören Sie beim Einschalten hin. Ein leises Klacken und ein kurzer Drehzahlabfall zeigen, dass der Kompressor zuschaltet.
Halten Sie die Hand vor die Düsen. Kommt viel Luft, aber sie ist warm? Dann liegt es am Kältekreis. Kommt wenig Luft, die aber kühl ist? Dann ist der Innenraumfilter der erste Verdächtige.
Beobachten Sie den Unterschied zwischen Stadt und Landstraße. Kühlt es beim Fahren gut und im Stand nicht, deutet das auf Kondensator oder Lüfter.
Und schauen Sie nach der Fahrt unter das Auto. Eine kleine Wasserpfütze unter dem Beifahrerbereich ist kein Defekt, sondern das Kondenswasser des Verdampfers. Es gehört dorthin.
Die Klimaanlage am Auto selber befüllen: warum die Dosen das Problem selten lösen
Im Zubehörhandel stehen Dosen mit Kältemittel und einem Schlauch für unter dreißig Euro. Die Versuchung ist verständlich. Aus der Werkstattpraxis heraus ist davon abzuraten, und zwar aus vier konkreten Gründen.
Erstens lösen sie das eigentliche Problem nicht. Wenn Kältemittel fehlt, gibt es ein Leck. Wer nachfüllt, ohne es zu suchen, füllt in ein undichtes Gefäß.
Zweitens lässt sich die Menge nicht bestimmen. Der Hersteller schreibt eine exakte Füllmenge vor, meist zwischen 400 und 700 Gramm. Eine Werkstatt saugt deshalb zuerst alles ab, wiegt es und füllt die Sollmenge auf das Gramm genau zurück. Aus einer Dose lässt sich das nicht dosieren.
Drittens schadet zu viel genauso wie zu wenig. Eine überfüllte Anlage kühlt schlechter, weil sich der Druck im Kreislauf verschiebt, und sie belastet den Kompressor zusätzlich.
Viertens fehlt der Rest der Arbeit. Zum Klimaservice gehört auch, dass Feuchtigkeit aus dem Kreislauf gezogen wird und frisches Öl mitgeht. Beides kann eine Dose nicht.
Dazu kommt der rechtliche Rahmen. Kältemittel sind fluorierte Treibhausgase, und für Tätigkeiten daran gelten nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung Sachkundeanforderungen. Werkstätten, die daran arbeiten, brauchen eine entsprechende Bescheinigung und ein Servicegerät, das das Kältemittel auffängt statt es entweichen zu lassen. Dass es nicht in die Atmosphäre gelangen soll, ist ausdrücklich geregelt.
Klimaanlage am Auto reparieren: die Kosten ehrlich eingeordnet
Hier ist Zurückhaltung angebracht, denn seriöse Zahlen gibt es erst nach der Diagnose. Was sich sagen lässt, sind die Kosten der Schritte davor.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Klimacheck: Druck, Kühlleistung, Dichtheit | 20 bis 50 € |
| Vollständiger Klimaservice mit Absaugen, Trocknen, Neubefüllen | 80 bis 250 € |
| Desinfektion des Verdampfers | 20 bis 40 € zusätzlich |
Die Spanne beim Klimaservice erklärt sich über das Kältemittel. Fahrzeuge bis etwa Baujahr 2017 nutzen R134a, das im Einkauf günstiger ist. Neuere Modelle fahren mit R1234yf, das deutlich teurer ist. Derselbe Handgriff kostet an einem jungen Auto deshalb mehr.
Was eine Reparatur darüber hinaus kostet, hängt am Bauteil und daran, wie zugänglich es verbaut ist. Ein Dichtring an einer gut erreichbaren Verbindung ist eine andere Größenordnung als ein Verdampfer, für den das Armaturenbrett heraus muss. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Pauschale: Wer das tut, ohne das Auto gesehen zu haben, rät.
Die Klimaanlage im Škoda kühlt nicht: Fabia, Octavia und Enyaq
Die Technik ist bei allen Herstellern im Prinzip gleich, deshalb gelten die sechs Ursachen unverändert. Zwei Unterschiede sind trotzdem praktisch relevant.
Der erste betrifft das Alter. Ein Škoda Fabia aus den frühen Baujahren fährt mit R134a, ein aktueller Octavia mit R1234yf. Kühlt die Klimaanlage im Fabia nicht, läuft die Diagnose deshalb genauso ab wie beim Octavia. Nur die Befüllung kostet unterschiedlich viel.
Der zweite betrifft die Elektromodelle. Bei Enyaq, Elroq und den anderen Elektroautos treibt kein Riemen den Kompressor an, sondern ein Elektromotor. Vor allem aber übernimmt der Kältekreis dort eine zweite Aufgabe: Er kühlt die Antriebsbatterie mit. Fällt die Klimaanlage aus, geht es deshalb nicht nur um Komfort — auch das Schnellladen kann darunter leiden.
Wenn also die Klimaanlage im Škoda Enyaq nicht mehr funktioniert, ist das dringlicher als bei einem Verbrenner. Wie sich Hitze auf Akku und Reichweite auswirkt, steht im Beitrag zum E-Auto bei Hitze, und für den Elroq gibt es eine eigene Betrachtung zu Sommer, Hitze und Klimaanlage.
Die Klimaanlage im SEAT Leon kühlt nicht: für CUPRA gilt dasselbe
Für SEAT und CUPRA gilt dasselbe, was für Škoda gilt — die Marken gehören zum selben Konzern und teilen sich einen großen Teil der Technik.
Kühlt die Klimaanlage im SEAT Leon nicht, gilt deshalb dieselbe Ursachenliste. Auch beim Ateca, beim Ibiza oder beim Arona ändert sich an der Reihenfolge nichts: erst Kältemittel und Filter, dann Kondensator und Lüfter, zuletzt Kompressor und Elektrik.
Bei CUPRA lohnt der Blick auf das Baujahr und die Antriebsart. Der Born und der Tavascan sind Elektroautos und verhalten sich wie oben beschrieben. Den Leon und den Formentor gibt es als Verbrenner und als Plug-in-Hybrid; beim Hybrid arbeitet der Kompressor ebenfalls elektrisch, damit die Klimaanlage auch bei abgestelltem Verbrennungsmotor weiterläuft.
Diese Unterscheidung ist im Alltag wichtiger, als sie klingt. Bei einem reinen Verbrenner steht die Klimaanlage still, sobald der Motor aus ist. Bei Hybrid und Elektroauto läuft sie weiter, solange die Batterie Strom liefert. Wer also im Hybrid an der Ampel plötzlich warme Luft bekommt, hat nicht zwangsläufig einen Defekt — es kann auch eine Schutzfunktion sein, die bei niedrigem Ladestand eingreift.
Ein zweiter Punkt betrifft die älteren Modelle. Ein SEAT Ibiza oder Arona aus den frühen Baujahren hat oft noch eine einfache Klimaanlage ohne automatische Regelung. Dort gibt es weniger Elektronik, die stören kann — dafür fällt ein Kältemittelverlust länger nicht auf, weil man von Hand nachregelt und die schwächere Kühlung unbewusst ausgleicht. Wer bemerkt, dass er den Regler immer weiter nach kalt dreht, hat den ersten Hinweis schon gefunden.
Was wir an diesen Marken im Einzelnen anbieten, steht auf der Seite zum Škoda Service in Wiesloch und im Überblick unseres Werkstattservice.
Wann sollten Sie damit nicht warten?
Zum Schluss die Einordnung, die im Alltag am meisten hilft.
Eine Klimaanlage, die etwas schwächer kühlt als früher, ist kein Notfall. Man kann damit fahren, und der nächste reguläre Termin reicht.
Anders sieht es aus, wenn eine der folgenden Situationen zutrifft. Bei Geräuschen aus dem Motorraum, sobald die Klimaanlage einschaltet, sollte man zeitnah nachsehen lassen — hier kann ein größerer Schaden entstehen. Bei einer Anlage, die gar nicht mehr kühlt, lohnt das Weiterfahren ohnehin nicht, und der Kompressor läuft dabei möglicherweise schlecht geschmiert. Beim Elektroauto, weil der Kältekreis dort auch die Batterie versorgt.
Und ein Punkt, der oft überrascht: Schalten Sie die Klimaanlage auch im Winter regelmäßig ein. Läuft sie monatelang nicht, trocknen die Dichtungen aus und werden undicht. Das Öl verteilt sich nur, wenn das Kältemittel zirkuliert. Wichtig dabei: mindestens zehn Minuten am Stück, weil sich bei kürzerem Betrieb Kondenswasser bildet, das nicht mehr abtrocknet. Wer das beherzigt, verhindert einen guten Teil der Fälle, um die es in diesem Beitrag geht.
Welche Einstellungen sonst noch einen Unterschied machen, steht im Beitrag dazu, wie Sie die Klimaanlage im Auto richtig einstellen.
Wann ein Klimaservice ohnehin fällig ist, steht im Beitrag zu den Kosten und Intervallen. Und was vor dem Sommer sonst noch geprüft gehört, fasst der Auto-Sommercheck zusammen.
Quellen
- § 5 Chemikalien-Klimaschutzverordnung zu den persönlichen Voraussetzungen für Tätigkeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen.
- § 2 Chemikalien-Klimaschutzverordnung zur Begrenzung des Austritts von Kältemitteln in die Atmosphäre.
- Chemikalien-Klimaschutzverordnung im Überblick, in Kraft seit dem 17. April 2026.
- Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase als europäische Grundlage.
- Umweltbundesamt zu fluorierten Treibhausgasen mit Hintergrund zu Kältemitteln und ihrer Klimawirkung.
- Škoda Service mit den Herstellerangaben zu Wartung und Serviceumfängen.
Häufige Fragen, wenn die Klimaanlage nicht kühlt
Die folgenden Fragen kommen bei uns in der Werkstatt am häufigsten. Die Kostenangaben entsprechen dem Stand vom 10. August 2026 und können je nach Fahrzeug und Aufwand abweichen.
Häufige Fragen
Warum kühlt die Klimaanlage im Auto nicht mehr?
In den meisten Fällen fehlt Kältemittel. Es läuft in einem geschlossenen Kreislauf und wird nicht verbraucht, geht aber über Schläuche und Dichtungen langsam verloren. Fehlt spürbar etwas, ist die Anlage undicht. Weitere Ursachen sind ein verstopfter Innenraumfilter, ein verschmutzter Kondensator, ein defekter Lüfter, ein Schaden am Kompressor oder ein elektrisches Problem.
Klimaanlage kühlt nicht, aber der Kompressor läuft — was heißt das?
Das grenzt die Ursache deutlich ein. Läuft der Kompressor, ist die Elektrik in Ordnung und genug Druck im System vorhanden, sonst würde er gar nicht erst anlaufen. Dann bleiben vor allem drei Möglichkeiten: zu wenig Kältemittel, ein verschmutzter Kondensator oder ein zu geringer Luftdurchsatz im Innenraum.
Was kann man tun, wenn die Klimaanlage nicht kühlt?
Prüfen Sie zuerst die einfachen Dinge: Steht die Temperatur wirklich auf kalt, ist die Umluft aus, läuft das Gebläse hörbar? Kommt wenig Luft, ist oft der Innenraumfilter zu. Bleibt die Luft warm, obwohl das Gebläse kräftig bläst, gehört die Anlage in die Werkstatt. Ein Klimacheck kostet 20 bis 50 Euro und klärt Druck, Kühlleistung und Dichtheit.
Wie erkenne ich, ob die Klimaanlage undicht ist?
Von außen fast nie. Kältemittel ist unsichtbar und geruchlos, und die Verlustmengen sind klein. Die Werkstatt füllt deshalb ein Kontrastmittel ein, das unter UV-Licht leuchtet, oder sucht mit einem elektronischen Spürgerät. Ein Hinweis im Alltag: Wenn die Anlage nach einem Klimaservice schon nach wenigen Wochen wieder schwächelt, sitzt irgendwo ein Leck.
Kann ich die Klimaanlage selbst befüllen?
Die Dosen aus dem Zubehörhandel lösen das eigentliche Problem meist nicht. Sie können weder die vorhandene Menge wiegen noch das Leck finden. Zu viel Kältemittel verschlechtert die Kühlleistung sogar und belastet den Kompressor. Eine Werkstatt saugt das Kältemittel ab, wiegt es, trocknet den Kreislauf und füllt die vom Hersteller vorgegebene Menge auf das Gramm genau zurück.
Was kostet es, wenn die Klimaanlage nicht kühlt?
Der erste Schritt ist die Diagnose: Ein Klimacheck mit Druck-, Leistungs- und Dichtheitsprüfung kostet 20 bis 50 Euro. Ein vollständiger Klimaservice mit Absaugen, Trocknen und Neubefüllen liegt bei 80 bis 250 Euro, je nach Kältemittel. Was eine Reparatur darüber hinaus kostet, hängt vom betroffenen Bauteil ab und lässt sich seriös erst nach der Lecksuche sagen.
Warum kühlt die Klimaanlage im Škoda Fabia oder Octavia nicht?
Die Ursachen sind dieselben wie bei jedem anderen Auto. Ein Unterschied betrifft aber den Preis: Ältere Fahrzeuge bis etwa Baujahr 2017 fahren mit dem Kältemittel R134a, neuere mit R1234yf. Das neuere Mittel ist im Einkauf deutlich teurer, deshalb kostet dieselbe Arbeit an einem jungen Octavia mehr als an einem älteren Fabia.
Was ist beim Elektroauto anders, wenn die Klimaanlage ausfällt?
Beim Elektroauto treibt kein Riemen vom Motor den Kompressor an, sondern ein Elektromotor. Wichtiger ist aber: Der Kältekreis kühlt bei vielen Elektromodellen zusätzlich die Antriebsbatterie. Ein Ausfall betrifft dann nicht nur den Komfort, sondern kann auch das Schnellladen und die Leistung einschränken. Damit sollte man nicht lange warten.
Muss ich zum Klimaservice, wenn die Anlage noch kühlt?
Sinnvoll ist er trotzdem. Jede Anlage verliert technisch bedingt pro Jahr bis zu zehn Prozent Kältemittel, auch wenn sie kaum genutzt wird. Sinkt die Menge zu weit, läuft der Kompressor schlechter geschmiert. Üblich ist ein Service etwa alle zwei Jahre.
Kann eine Klimaanlage im Winter kaputtgehen, weil man sie nicht nutzt?
Genau darin liegt das Risiko. Läuft die Anlage monatelang nicht, werden die Dichtungen trocken und undicht. Deshalb ist es sinnvoll, die Klimaanlage auch im Winter regelmäßig kurz einzuschalten. Das verteilt das Öl im Kreislauf und hält die Dichtungen geschmeidig.