Inhalt dieses Artikels
- Klimaanlage im Auto richtig einstellen: die schnelle Einordnung
- Wie funktioniert die Klimaanlage im Auto?
- Auf wie viel Grad sollte man die Klimaanlage einstellen?
- Wann sollte man Umluft im Auto nutzen?
- Was bedeutet das Umluft-Symbol im Auto?
- Was ist Klimaautomatik beim Auto — und lohnt sie sich?
- Wie viel Sprit verbraucht die Klimaanlage?
- Was die Klimaanlage beim Elektroauto an Reichweite kostet
- Die Klimaanlage im Winter richtig nutzen: an oder aus?
- Beschlagene Scheiben schnell frei bekommen: die richtige Einstellung
- Klimaanlage im Auto immer anlassen: schadet das?
- Was bei Škoda, SEAT und CUPRA zu beachten ist
- Die häufigsten Bedienfehler auf einen Blick
- Quellen
- Häufige Fragen zur Bedienung der Klimaanlage
Klimaanlage im Auto richtig einstellen: die schnelle Einordnung
Die Klimaanlage ist das Bauteil, das am häufigsten falsch bedient wird. Nicht, weil sie kompliziert wäre, sondern weil sich Gewohnheiten eingeschlichen haben, die plausibel klingen und trotzdem nicht stimmen.
Drei davon sind besonders verbreitet: die Temperatur zu niedrig einstellen, die Umluft dauerhaft anlassen und die Anlage im Winter ausschalten. Alle drei kosten entweder Geld oder schaden der Anlage auf Dauer. Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch, mit den Messwerten, die der ADAC dazu erhoben hat. Was ein Klimaservice kostet und wann er fällig ist, steht im Überblick zu den Klimaservice-Kosten mit Intervall und Desinfektion.
Wie funktioniert die Klimaanlage im Auto?
Ein kurzer Blick auf die Technik lohnt sich, weil sich daraus fast alle Bedientipps von selbst erklären.
Eine Klimaanlage erzeugt keine Kälte. Sie transportiert Wärme von innen nach außen, und zwar mit einem Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreis umläuft. Der Kompressor verdichtet es, im Kondensator vorn im Fahrzeug gibt es die Wärme an die Außenluft ab, und am Verdampfer hinter dem Armaturenbrett nimmt es wieder Wärme auf. Dort entsteht die Kälte, die das Gebläse in den Innenraum drückt.
Aus diesem Aufbau folgt der wichtigste Nebeneffekt: Am kalten Verdampfer schlägt sich Feuchtigkeit nieder, genau wie an einer kalten Flasche. Die Anlage kühlt also nicht nur, sie trocknet die Luft. Das ist der Grund, warum sie im Winter gegen beschlagene Scheiben hilft, und zugleich der Grund, warum sich im Verdampfer Keime ansiedeln können.
Und noch etwas folgt daraus: Die Kühlleistung kostet Energie, weil der Kompressor angetrieben werden muss. Bei einem Verbrenner nimmt er sie über den Riementrieb vom Motor, beim Elektroauto über einen eigenen Elektromotor aus dem Akku. Deshalb schlägt die Klimaanlage im einen Fall auf den Spritverbrauch durch und im anderen auf die Reichweite.
Auf wie viel Grad sollte man die Klimaanlage einstellen?
Hier wird der häufigste Fehler gemacht, und er ist gut belegt.
Der ADAC nennt 22 bis 25 Grad als Wohlfühlbereich und rät ausdrücklich davon ab, die Anlage zu kalt einzustellen. Der Grund ist nicht nur der Verbrauch. Ein großer Sprung zwischen draußen und drinnen ist für den Kreislauf unangenehm, und beim Aussteigen fühlt sich die Hitze umso schlimmer an.
Ein zweiter Punkt aus derselben Empfehlung wird oft übersehen: Der Luftstrom sollte nicht direkt auf den Körper gerichtet sein. Besser ist es, die Düsen gegen die Scheiben und in den Fußraum zu richten. Die kalte Luft sinkt ohnehin nach unten und verteilt sich von selbst.
Wenn das Auto in der Sonne stand, hilft ein Handgriff mehr als jede Einstellung: Türen und Fenster kurz öffnen und die aufgestaute Hitze herauslassen, bevor die Anlage anläuft. Die Luft im Innenraum kann an einem heißen Tag deutlich wärmer sein als draußen, und diese Wärme muss die Anlage sonst erst wegkühlen.
Wann sollte man Umluft im Auto nutzen?
Umluft ist ein nützlicher Schalter, der falsch verstanden wird.
Sinnvoll ist sie kurz und gezielt. Wenn das aufgeheizte Auto schnell kalt werden soll, empfiehlt der ADAC den kurzzeitigen Umluftbetrieb bei maximaler Kühlleistung. Der Grund liegt auf der Hand: Bereits gekühlte Innenluft noch einmal zu kühlen, kostet weniger Energie, als ständig heiße Außenluft anzusaugen.
Der zweite gute Grund ist die Luft draußen. Im Tunnel, im Stau hinter einem Lastwagen oder auf einer frisch gedüngten Landstraße ist es angenehm, die Außenluft für ein paar Minuten auszusperren.
Ungünstig wird es, wenn Umluft zur Dauereinstellung wird. Dann bleibt die Feuchtigkeit, die alle Insassen ausatmen, im Fahrzeug. Die Scheiben beschlagen schneller, die Luft wird stickig, und der Verdampfer trocknet schlechter ab. Genau diese Dauerfeuchte begünstigt den muffigen Geruch, um den es im Beitrag dazu geht, was hilft, wenn die Klimaanlage im Auto stinkt.
Die praktische Regel lautet deshalb: Umluft einschalten, wenn es einen Anlass gibt, und wieder ausschalten, wenn der Anlass weg ist.
Was bedeutet das Umluft-Symbol im Auto?
Diese Frage wird erstaunlich oft gestellt, und das ist kein Wunder — die beiden Symbole unterscheiden sich nur in einem Detail.
Beide zeigen ein Auto im Halbprofil mit einem Pfeil. Beim Umluftsymbol verläuft der Pfeil innerhalb des Fahrzeugs im Kreis: Die Luft zirkuliert im Innenraum. Beim Frischluftsymbol kommt der Pfeil von außen ins Fahrzeug hinein: Außenluft wird angesaugt.
Leuchtet die Anzeige, ist Umluft aktiv. Bei vielen Fahrzeugen liegt die Taste direkt neben der Gebläseregelung, und sie lässt sich versehentlich drücken. Wenn die Scheiben ohne erkennbaren Grund beschlagen oder die Luft stickig wird, lohnt der Blick auf dieses eine Lämpchen zuerst.
Bei Fahrzeugen mit Klimaautomatik übernimmt die Elektronik diese Entscheidung oft selbst und schaltet nur kurz auf Umluft, wenn es nötig ist. Wer sie manuell dauerhaft aktiviert, übersteuert genau diese Regelung.
Was ist Klimaautomatik beim Auto — und lohnt sie sich?
Hier liefert der ADAC das Ergebnis, das der Intuition am deutlichsten widerspricht.
Eine manuelle Klimaanlage hat einen Schalter für die Kühlung und einen Regler für die Temperatur. Sie kühlt, solange sie eingeschaltet ist. Eine Klimaautomatik bekommt dagegen eine Wunschtemperatur vorgegeben und regelt Kühlleistung, Luftverteilung und Gebläse selbstständig, bis dieser Wert erreicht ist.
Man würde erwarten, dass die aufwendigere Anlage mehr verbraucht. Gemessen ist das Gegenteil. Der ADAC beziffert den Mehrverbrauch vollautomatischer Anlagen auf nur fünf bis sechs Prozent, während der Durchschnitt über alle Systeme bei 10 bis 15 Prozent liegt. Beim Testfahrzeug, einem Škoda Octavia, lagen die Werte je nach Ausführung zwischen 0,36 und 0,49 Liter je 100 Kilometer.
Die Erklärung ist einfach: Die Automatik arbeitet bedarfsgerecht und drosselt, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist. Eine manuelle Anlage läuft weiter mit voller Leistung, bis jemand von Hand eingreift — und genau das passiert im Alltag oft nicht.
Für die Praxis heißt das: Wer eine Automatik hat, sollte sie arbeiten lassen, statt Gebläse und Umluft ständig von Hand zu übersteuern. Das ist zugleich sparsamer und angenehmer.
Wie viel Sprit verbraucht die Klimaanlage?
Die Zahlen des ADAC sind hier deutlich, und sie räumen mit einem Pauschalurteil auf.
| Situation | Mehrverbrauch |
|---|---|
| Durchschnitt über alle Bedingungen | 10 bis 15 % |
| Stadtverkehr | rund 20 %, also etwa 1 Liter je 100 km |
| Außerorts bei 100 km/h | rund 6 %, also etwa 0,3 Liter je 100 km |
| Leerlauf, Fahrzeug steht | rund 70 % mehr, etwa 0,4 Liter je Stunde |
| Vollautomatische Anlage | nur 5 bis 6 % |
Auffällig ist der Unterschied zwischen Stadt und Landstraße. In der Stadt fällt die Klimaanlage stark ins Gewicht, weil der Motor ohnehin wenig leistet und die Anlage im Verhältnis viel abverlangt. Auf der Landstraße verschwindet sie fast im Grundverbrauch.
Damit ist auch die alte Streitfrage entschieden, ob offene Fenster sparsamer sind. Der ADAC hat bei 80 bis 100 km/h mit beiden geöffneten Seitenfenstern rund 0,2 Liter Mehrverbrauch je 100 Kilometer gemessen. Die Klimaanlage liegt außerorts bei etwa 0,3 Liter. Der Unterschied ist so klein, dass er den Komfortverlust nicht rechtfertigt — und bei höherem Tempo kehrt er sich um, weil der Luftwiderstand weiter steigt.
Was die Klimaanlage beim Elektroauto an Reichweite kostet
Beim Elektroauto stellt sich dieselbe Frage in einer anderen Einheit, und auch dazu gibt es einen Messwert statt einer Schätzung.
Der ADAC hat ein Tesla Model Y acht Stunden lang bei 35 Grad Laborhitze stehen lassen und die Innenraumtemperatur auf 20 Grad halten lassen, mit künstlicher Sonneneinstrahlung. Das entspricht einem sehr langen Stau an einem sehr heißen Tag.
Gemessen wurden 1,3 bis 1,5 Kilowattstunden je Stunde. Das sind etwa zwei Prozent Akkustand und rund acht Kilometer Reichweite pro Stunde. Über die vollen acht Stunden summierte sich das auf 12 Kilowattstunden, 16 Prozent Akku und 64 Kilometer.
Interessant ist der Vergleich, den der ADAC dazu zieht. Ein Benziner hätte unter denselben Bedingungen ein bis anderthalb Liter Kraftstoff pro Stunde gebraucht, was etwa 10 bis 15 Kilowattstunden entspricht. Der Stromer liegt also deutlich darunter — und das bei stehendem Fahrzeug ohne Abgase.
Für den Alltag heißt das: Die Klimaanlage im Elektroauto kostet Reichweite, aber weniger dramatisch, als viele befürchten. Wer trotzdem sparen will, kühlt das Fahrzeug vor, solange es noch an der Ladestation hängt. Wie sich Hitze insgesamt auf Akku und Reichweite auswirkt, steht im Beitrag zum E-Auto bei Hitze.
Die Klimaanlage im Winter richtig nutzen: an oder aus?
Das ist die Frage, bei der die meisten falsch liegen — und sie hat direkte Folgen für die Lebensdauer der Anlage.
Die Antwort lautet: an. Der Grund ist nicht die Kühlung, sondern die Trocknung. Am Verdampfer kondensiert Feuchtigkeit aus der Luft und wird nach außen abgeführt. Trockene Luft beschlägt die Scheiben nicht. Wer im Winter mit eingeschalteter Klimaanlage fährt, bekommt die Scheiben schneller frei und muss weniger warten.
Der ADAC empfiehlt die Nutzung bei Außentemperaturen über etwa fünf Grad. Darunter schaltet die Anlage ohnehin selbstständig ab, weil der Verdampfer sonst vereisen würde. Man kann also nichts falsch machen, indem man sie eingeschaltet lässt.
Der zweite Grund ist die Anlage selbst. Das Öl, das den Kompressor schmiert, zirkuliert nur zusammen mit dem Kältemittel. Steht die Anlage monatelang still, verteilt sich das Öl nicht mehr, und die Dichtungen trocknen aus. Genau das führt im Frühjahr zu der Undichtigkeit, wegen der die Anlage plötzlich nicht mehr kühlt.
Was Sie dagegen vermeiden sollten, sind sehr kurze Einschaltzeiten. Der ADAC rät, einen Betrieb unter zehn Minuten zu vermeiden. In dieser Zeit bildet sich Kondenswasser, das nicht mehr abtrocknet — und das begünstigt genau die Keime, die später den Geruch verursachen.
Beschlagene Scheiben schnell frei bekommen: die richtige Einstellung
Das ist der häufigste Anlass, bei dem es auf die Bedienung wirklich ankommt — und viele stellen dabei genau das Falsche ein.
Beschlagene Scheiben entstehen, wenn feuchte Luft auf kaltes Glas trifft. Der TÜV-Verband ordnet den Beschlag als Zeichen dafür ein, dass die feuchte Luft nicht mehr richtig aus dem Innenraum abtransportiert wird. Die Feuchtigkeit kommt von den Insassen, von nassen Jacken, von Schnee an den Schuhen.
Daraus ergeben sich vier Einstellungen, und drei davon widersprechen dem, was viele intuitiv machen.
Die Klimaanlage gehört an, nicht aus. Sie trocknet die Luft, und trockene Luft schlägt sich nicht nieder. Das ist der wirksamste Hebel überhaupt.
Die Umluft gehört aus. Bei Umluft kreist dieselbe feuchte Luft weiter im Fahrzeug. Die Feuchtigkeit muss hinaus, also braucht es Frischluft von außen.
Die Temperatur darf nicht zu niedrig sein. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Die Kombination aus eingeschalteter Kühlung und warm eingestellter Temperatur klingt widersinnig, ist aber genau richtig: Die Anlage entfeuchtet, die Heizung wärmt die trockene Luft wieder an.
Der Luftstrom gehört auf die Scheibe. Die Düsen für die Frontscheibe sind dafür gebaut. Wer die Luft in den Fußraum leitet, wärmt die Füße und lässt die Scheibe beschlagen.
Bleibt der Beschlag trotz richtiger Einstellung, ist meist der Innenraumfilter zugesetzt und lässt zu wenig Luft durch. Kommt Nässe im Fußraum dazu, ist der Wasserablauf der Klimaanlage der Verdächtige.
Klimaanlage im Auto immer anlassen: schadet das?
Aus dem Vorherigen folgt die Antwort fast von selbst, aber sie wird oft anders vermutet.
Dauerbetrieb schadet der Anlage nicht. Er ist sogar der Zustand, für den sie gebaut wurde. Öl und Kältemittel zirkulieren, die Dichtungen bleiben geschmeidig, es bilden sich keine Standschäden. Viele Fahrzeuge mit Klimaautomatik halten die Kühlung ohnehin dauerhaft aktiv und regeln nur die Leistung.
Der einzige Preis ist der Verbrauch, und der ist außerorts mit etwa 0,3 Litern je 100 Kilometer überschaubar. In der Stadt lohnt sich eher der Blick auf die eingestellte Temperatur als das Ein- und Ausschalten.
Was tatsächlich sinnvoll ist, ist der Handgriff am Ende: Kühlung ein paar Minuten vor dem Ziel ausschalten und das Gebläse weiterlaufen lassen. Dann trocknet der Verdampfer ab, bevor das Auto steht. Das ist die wirksamste einzelne Gewohnheit gegen späteren Geruch.
Was bei Škoda, SEAT und CUPRA zu beachten ist
Die Bedienlogik ist über die Marken hinweg sehr ähnlich, weil sie sich große Teile der Technik teilen. Drei Punkte lohnen trotzdem den Hinweis.
Bei den Modellen mit Climatronic übernimmt die Automatik die Umluftsteuerung selbst. Wer die Taste dauerhaft aktiviert, schaltet diese Regelung ab. Im Zweifel lieber der Automatik überlassen und nur bei Bedarf kurz eingreifen.
Bei den Elektromodellen wie Enyaq, Elroq oder Born lässt sich der Innenraum vorklimatisieren, solange das Fahrzeug noch am Kabel hängt. Das ist der wirksamste Weg, Reichweite zu sparen, und der Grund ist einfach: Die Energie fürs Abkühlen kommt dann aus der Steckdose und nicht aus dem Akku.
Der Effekt ist größer, als er klingt. Das Abkühlen eines aufgeheizten Innenraums ist der teuerste Teil der ganzen Klimatisierung — danach muss die Anlage die Temperatur nur noch halten. Wer diesen ersten Schub an die Ladestation verlegt, startet mit vollem Akku in ein bereits kühles Auto. Im Winter gilt dasselbe umgekehrt: Vorheizen am Kabel spart die Energie, die sonst der Heizung fehlt, und die Scheiben sind beim Einsteigen schon frei.
Wichtig ist dabei nur eine Bedingung: Das Fahrzeug muss tatsächlich angesteckt sein. Vorklimatisieren ohne Kabel nimmt die Energie aus dem Akku und verschiebt das Problem, statt es zu lösen.
Und bei allen Modellen gilt: Wenn sich trotz richtiger Einstellung nichts tut, ist es kein Bedienthema mehr. Welche sechs Ursachen dann in Frage kommen, steht im Beitrag dazu, warum die Klimaanlage nicht mehr kühlt. Was wir an diesen Marken anbieten, steht auf der Seite zum Škoda Service in Wiesloch und im Überblick unseres Werkstattservice.
Die häufigsten Bedienfehler auf einen Blick
Zum Schluss die Zusammenfassung, die im Alltag am meisten bringt.
Der erste Fehler ist die zu niedrige Temperatur. Sie kostet Kraftstoff und ist unangenehm, ohne dass es schneller kühl wird — die Anlage arbeitet ohnehin mit voller Leistung, bis der Sollwert erreicht ist.
Der zweite ist die dauerhafte Umluft. Sie hält Feuchtigkeit im Fahrzeug, lässt die Scheiben beschlagen und begünstigt Geruch.
Der dritte ist das Abschalten im Winter. Es spart kaum etwas, verschlechtert die Sicht und lässt die Dichtungen austrocknen.
Der vierte ist der Kurzbetrieb von wenigen Minuten, bei dem Kondenswasser stehen bleibt.
Und der fünfte ist das Übersteuern der Automatik von Hand, obwohl sie nachweislich sparsamer regelt.
Einen sechsten Punkt zählt der ADAC dazu, der gar keine Bedienung ist: Laub unter der Motorhaube regelmäßig entfernen. Vorn im Fahrzeug sitzt der Kondensator, der die Wärme nach außen abgibt. Setzt er sich mit Laub und Insekten zu, kann er das nicht mehr leisten. Das Ergebnis ist typisch und wird oft der Bedienung angelastet: Im Stand und im Stau kühlt die Anlage schlecht, während der Fahrt wird es besser. Ein Blick in den Wasserkasten unter der Windschutzscheibe kostet nichts und erspart eine Fehlersuche an der falschen Stelle.
Wer diese Punkte abstellt, hat mehr gewonnen als mit jedem Zubehörprodukt. Was vor dem Sommer sonst noch geprüft gehört, fasst der Auto-Sommercheck zusammen.
Quellen
- ADAC zur Bedienung der Klimaanlage mit dem Wohlfühlbereich von 22 bis 25 Grad, dem Winterbetrieb ab etwa fünf Grad und dem Hinweis zum Kurzbetrieb.
- ADAC-Test zum Mehrverbrauch durch Klimaanlagen mit den Werten für Stadt, Landstraße und Leerlauf sowie dem Vergleich manueller und vollautomatischer Anlagen am Škoda Octavia.
- ADAC-Test zum Reichweitenverlust beim Elektroauto mit den Messwerten aus dem achtstündigen Hitzetest.
- ADAC zur Desinfektion der Kfz-Klimaanlage zum Zusammenhang zwischen Restfeuchte und Keimbildung.
- TÜV-Verband zu Innenraumfiltern mit dem Zusammenhang zwischen Luftfeuchtigkeit und beschlagenen Scheiben.
- Škoda Service mit den Herstellerangaben zu Wartung und Serviceumfängen.
Häufige Fragen zur Bedienung der Klimaanlage
Die folgenden Fragen kommen bei uns in der Werkstatt am häufigsten. Die genannten Messwerte stammen aus den ADAC-Untersuchungen und entsprechen dem Stand vom 10. August 2026.
Häufige Fragen
Auf wie viel Grad sollte man die Klimaanlage einstellen?
Der ADAC nennt 22 bis 25 Grad als Wohlfühlbereich und rät ausdrücklich davon ab, die Anlage zu kalt einzustellen. Ein sehr großer Unterschied zur Außentemperatur ist unangenehm und kostet zusätzlich Kraftstoff. Der Luftstrom sollte außerdem nicht direkt auf den Körper gerichtet sein, sondern gegen die Scheiben oder in den Fußraum.
Wann sollte man Umluft im Auto nutzen?
Kurz und gezielt. Umluft ist sinnvoll, wenn das aufgeheizte Fahrzeug schnell kalt werden soll, oder wenn es draußen stinkt, etwa im Tunnel oder hinter einem Lastwagen. Dauerhaft eingeschaltet bleibt die Feuchtigkeit im Fahrzeug. Die Scheiben beschlagen schneller und der Verdampfer trocknet schlechter ab, was Geruch begünstigt.
Was bedeutet das Umluft-Symbol im Auto?
Das Symbol zeigt ein Auto im Halbprofil mit einem Pfeil, der innen im Kreis verläuft. Es bedeutet, dass keine Außenluft angesaugt wird, sondern die Luft im Innenraum zirkuliert. Beim Frischluftsymbol kommt der Pfeil dagegen von außen ins Fahrzeug. Leuchtet die Umluftanzeige, ist das Fahrzeug von der Außenluft abgekoppelt.
Wie viel Sprit verbraucht die Klimaanlage?
Der ADAC hat im Mittel 10 bis 15 Prozent Mehrverbrauch gemessen. In der Stadt sind es etwa 20 Prozent Aufschlag und damit rund ein Liter je 100 Kilometer. Außerorts bei 100 km/h sind es nur noch etwa sechs Prozent oder rund 0,3 Liter. Im Leerlauf steigt der Verbrauch um etwa 70 Prozent, das sind rund 0,4 Liter je Stunde.
Ist eine Klimaautomatik sparsamer als eine manuelle Anlage?
Ja, und das überrascht viele. Der ADAC misst für vollautomatische Anlagen nur fünf bis sechs Prozent Mehrverbrauch. Beim Testfahrzeug, einem Škoda Octavia, lagen die Werte je nach Ausführung zwischen 0,36 und 0,49 Liter je 100 Kilometer. Die Automatik regelt die Kühlleistung bedarfsgerecht, statt dauerhaft mit voller Leistung zu arbeiten.
Spart es Sprit, statt der Klimaanlage die Fenster zu öffnen?
Nur bei niedrigem Tempo. Der ADAC hat bei 80 bis 100 km/h mit beiden geöffneten Seitenfenstern einen Mehrverbrauch von rund 0,2 Liter je 100 Kilometer gemessen. Der Luftwiderstand frisst den Vorteil also weitgehend auf. Außerorts liegt die Klimaanlage bei etwa 0,3 Liter, der Unterschied ist damit klein.
Klimaanlage im Winter an oder aus?
An. Die Klimaanlage kühlt nicht nur, sie entzieht der Luft auch Feuchtigkeit. Genau das hält im Winter die Scheiben frei. Der ADAC empfiehlt die Nutzung bei Außentemperaturen über etwa fünf Grad. Darunter schaltet das System ohnehin selbst ab, weil der Verdampfer sonst vereisen würde.
Wie viel Reichweite kostet die Klimaanlage beim Elektroauto?
Der ADAC hat ein Tesla Model Y acht Stunden bei 35 Grad Laborhitze stehen lassen, mit 20 Grad im Innenraum. Ergebnis: 1,3 bis 1,5 Kilowattstunden je Stunde, das entspricht rund zwei Prozent Akku oder acht Kilometern Reichweite pro Stunde. Über acht Stunden waren es 12 Kilowattstunden und 64 Kilometer.
Kann man die Klimaanlage im Auto immer anlassen?
Ja, dauerhafter Betrieb schadet ihr nicht, im Gegenteil. Das Öl zirkuliert nur zusammen mit dem Kältemittel, und die Dichtungen bleiben geschmeidig. Ungünstig sind dagegen sehr kurze Einschaltzeiten: Der ADAC rät, einen Betrieb unter zehn Minuten zu vermeiden, weil sich dabei Kondenswasser bildet, das nicht mehr abtrocknet.
Warum kühlt die Klimaanlage schlechter, obwohl alles richtig eingestellt ist?
Dann liegt es nicht an der Bedienung. Am häufigsten fehlt Kältemittel, weil jede Anlage jährlich bis zu zehn Prozent verliert. Weitere Ursachen sind ein verstopfter Innenraumfilter, ein verschmutzter Kondensator oder ein defekter Lüfter. Ein Klimacheck mit Druck- und Dichtheitsprüfung kostet 20 bis 50 Euro und schafft Klarheit.