Inhalt dieses Artikels
- Marderschaden am Auto: woran du ihn erkennst und was in den nächsten Stunden zählt
- Kurzantwort
- Marderschaden am Auto erkennen: die Spuren im Motorraum
- Darf ich mit einem Marderschaden weiterfahren?
- Marderschaden am Auto und es springt nicht an: was jetzt zu tun ist
- Marderschaden am Auto: das Problem wächst seit Jahren
- Wie viele Marderschäden gibt es in Deutschland?
- Warum fressen Marder Kabel im Auto? Sie tun es gar nicht
- Warum Marder ausgerechnet ins Auto gehen
- Wann sind Marder am aktivsten?
- Welche Teile ein Marder zuerst erwischt
- Was kostet ein Marderschaden am Auto?
- Wer zahlt den Marderschaden am Auto?
- Ist ein Marderschaden am Elektroauto teurer?
- Was wirklich vor dem nächsten Besuch schützt
- Wann muss ich einen Marderschaden der Versicherung melden?
Marderschaden am Auto: woran du ihn erkennst und was in den nächsten Stunden zählt
Kurzantwort
Marderschaden am Auto erkennen: die Spuren im Motorraum
Die meisten Fahrzeughalter merken erst etwas, wenn das Auto schon nicht mehr richtig läuft. Dabei hinterlässt ein Marder deutliche Spuren, wenn man weiß, wonach man schaut.
Öffne die Motorhaube bei Tageslicht und sieh dir zuerst die Dämmmatte an der Unterseite an. Marder ziehen das Material heraus und zerren daran, sodass Fetzen herunterhängen oder ganze Stücke fehlen. Das ist die auffälligste Spur, und sie ist harmlos, solange nichts anderes beschädigt ist.
Der zweite Blick gehört den Kabeln und Gummischläuchen. Ein Marderbiss sieht anders aus als normaler Verschleiß: Die Isolierung ist sauber durchtrennt, oft mit sichtbaren Zahnabdrücken links und rechts der Bissstelle. Marder beißen nicht nur einmal, sondern setzen mehrfach an. Wenn du an einem Kabel eine Stelle findest, sieh dir die Umgebung genau an — meist gibt es weitere.
Dazu kommen Spuren, die nichts mit Bissen zu tun haben: Kratzer auf der Motorabdeckung, Erde oder Laub an Stellen, wo nichts hingehört, Reste von Futter, Kot in einer Ecke des Motorraums. Und ein strenger, unangenehmer Geruch, der beim Öffnen der Haube auffällt und sich vom üblichen Motorgeruch klar unterscheidet.
Ein Hinweis, den viele übersehen: Marder klettern bevorzugt über die Reifen ins Fahrzeug. Schmutzige Pfotenabdrücke auf dem Reifen oder auf der Motorhaube sind ein früher Hinweis, noch bevor der erste Biss passiert.
Darf ich mit einem Marderschaden weiterfahren?
Diese Frage entscheidet darüber, ob aus einem 200-Euro-Schaden ein Motorschaden wird. Es gibt drei Situationen, in denen das Auto stehen bleiben sollte.
Wenn Flüssigkeit unter dem Auto steht. Eine Pfütze unter dem Motorraum bedeutet fast immer einen durchtrennten Schlauch. Ist es Kühlwasser, meist rosa, grün oder blau eingefärbt, verliert der Motor seine Kühlung. Ein überhitzter Motor ist der teuerste Folgeschaden, den ein Marderbiss auslösen kann, und er passiert innerhalb weniger Kilometer.
Wenn eine Warnleuchte angeht. Besonders die Motorkontrollleuchte und die Temperaturanzeige. Beide können auf Marderfolgen hinweisen, etwa auf einen defekten Sensor oder eine gerissene Leitung im Kühlkreislauf.
Wenn du blanke Kabel siehst. Eine durchgebissene Isolierung kann einen Kurzschluss auslösen, sobald Feuchtigkeit dazukommt. Bei sicherheitsrelevanten Leitungen wie der Bremsleitung oder den Kabeln zum Airbag-Steuergerät ist Weiterfahren keine Option.
In allen anderen Fällen — herausgezogene Dämmmatte, Kratzer, Geruch ohne technische Auffälligkeit — kannst du in der Regel vorsichtig zur Werkstatt fahren. Der Schaden sollte trotzdem zeitnah geprüft werden, weil ein Marder, der einmal da war, mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederkommt.
Marderschaden am Auto und es springt nicht an: was jetzt zu tun ist
Das ist die häufigste Reihenfolge: Erst bleibt das Auto stehen, dann findet jemand die Bissspuren. Wenn der Motor nicht anspringt und der Verdacht auf einen Marder besteht, hilft ein geordnetes Vorgehen mehr als hektisches Probieren.
Nicht mehrfach starten. Wer bei einem beschädigten Zündkabel immer wieder den Anlasser betätigt, pumpt unverbrannten Kraftstoff in den Abgastrakt. Das kann den Katalysator zerstören — ein Bauteil, das ein Vielfaches des angebissenen Kabels kostet. Zwei Startversuche reichen als Diagnose.
Motorhaube öffnen und schauen, bevor du irgendetwas anderes machst. Achte auf herausgezogenes Dämmmaterial, sichtbare Kabelenden und Flüssigkeit auf dem Boden. Ein Handyfoto von jeder auffälligen Stelle ist später für die Versicherung wertvoll, weil es den Zustand vor der Reparatur dokumentiert.
Nicht selbst zusammenflicken. Isolierband auf einem angebissenen Kabel hält der Hitze im Motorraum nicht stand und verdeckt die Schadensstelle für die spätere Begutachtung. Wer den Schaden über die Versicherung abrechnen will, sollte den Zustand so lassen, wie er ist.
Abschleppen statt riskieren. Springt der Wagen nicht an, ist der Weg in die Werkstatt ohnehin nur mit fremder Hilfe möglich. Springt er an, läuft aber unrund, gilt dieselbe Empfehlung: Die Strecke bis zur Werkstatt kann genügen, um aus einem Kabelschaden einen Motorschaden zu machen.
Ein Marderbiss zeigt sich übrigens nicht immer sofort. Häufig hält ein angeknabbertes Kabel noch Tage oder Wochen, bis Feuchtigkeit und Vibration den Rest erledigen. Wer Spuren gefunden hat, sollte das Auto also auch dann prüfen lassen, wenn zunächst alles normal läuft.
Marderschaden am Auto: das Problem wächst seit Jahren
Wer denkt, ein Marderbiss sei ein seltener Zufall, unterschätzt die Größenordnung. Die Zahlen der Versicherer zeichnen eine klare Linie nach oben — und sie erklären auch, warum die Reparaturen teurer werden.
Wie viele Marderschäden gibt es in Deutschland?
Die Entwicklung lässt sich an den Zahlen der Versicherer ablesen, und sie geht in eine Richtung. Für 2024 registrierten die Kfz-Versicherer rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen. Das sind 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor, in dem es noch etwa 235.000 Fälle waren.
Auch die Summe wächst: Der gesamte Schadenaufwand lag 2024 bei rund 157 Millionen Euro gegenüber 128 Millionen Euro im Vorjahr. Rechnet man das auf den Einzelfall herunter, kostete ein Marderschaden 2024 im Schnitt etwa 620 Euro — nach knapp 550 Euro im Jahr davor.
Zwei Entwicklungen treffen hier aufeinander. Zum einen breiten sich Steinmarder in Städten weiter aus, weil sie dort Unterschlupf und Nahrung finden und kaum Feinde haben. Zum anderen werden Autos technisch aufwendiger: Wo früher ein einzelnes Kabel nachgesetzt wurde, hängt heute ein Sensor oder ein Steuergerät daran, und die Reparatur wird entsprechend teurer.
Für die Einordnung hilft die Schadenhäufigkeit: 2024 kamen auf 1.000 kaskoversicherte Autos etwa 6,1 Marderschäden. Statistisch trifft es also jedes Jahr rund jeden 160. Wagen.
Diese Zahl beschreibt allerdings nur die versicherten Fälle. Wer keine Kaskoversicherung hat, taucht in der Statistik nicht auf — und das betrifft immerhin rund jeden neunten Autofahrer. Die tatsächliche Zahl der Marderschäden dürfte also spürbar über den gemeldeten 252.000 liegen.
Regional verteilt sich das Risiko ungleich. Steinmarder sind Kulturfolger und leben dort, wo Menschen sind: in Siedlungen mit Gärten, Garagen und Dachböden. Wer in einer aufgelockerten Randlage mit viel Grün parkt, ist stärker gefährdet als jemand in einer dichten Innenstadt oder in einer geschlossenen Tiefgarage. Ein Carport oder ein Stellplatz unter Bäumen zählt dabei eher zu den begünstigenden Umständen, weil beides dem Tier Deckung und Aufstiegsmöglichkeiten bietet.
Warum fressen Marder Kabel im Auto? Sie tun es gar nicht
Das ist die meistgestellte Frage zum Thema, und sie enthält schon den Irrtum. Ein Marder frisst keine Kabel. Er verwertet weder Gummi noch Kunststoff, und er sucht im Motorraum auch keine Nahrung. Auf dem Speiseplan stehen Mäuse, Vögel, Eier, Insekten und im Sommer Obst.
Der Biss ins Kabel ist kein Fressversuch, sondern eine Kampfhandlung. Das erklärt auch, warum manche Autos jahrelang unbehelligt bleiben und andere zweimal im Jahr betroffen sind — mit Hunger hätte das nichts zu tun, mit Standort und Revier sehr wohl.
Warum Marder ausgerechnet ins Auto gehen
Hier hält sich ein hartnäckiges Missverständnis. Marder beißen nicht in Kabel, weil sie hungrig sind oder weil ihnen Gummi schmeckt. Der Grund ist ein anderer, und wer ihn versteht, kann sein Auto deutlich besser schützen.
Marder sind Reviertiere. Ein Männchen markiert seinen Bereich mit Duftstoffen, und dazu gehört auch der Motorraum eines Autos, das nachts in seinem Revier steht. Fährt dieses Auto am nächsten Tag woanders hin und parkt dort im Revier eines anderen Marders, riecht der zweite Marder den fremden Duft in seinem Gebiet.
Was dann passiert, ist ein Revierstreit ohne Gegner. Der zweite Marder greift den Geruch an — und beißt genau dort zu, wo die Markierung am stärksten ist. Das erklärt, warum es besonders häufig Fahrzeuge trifft, die abwechselnd an verschiedenen Orten stehen, etwa zwischen Wohnort und Arbeitsplatz oder nach einem Umzug.
Daraus folgt auch der wichtigste Grundsatz zur Vorbeugung: Ein einmal betroffener Motorraum muss gründlich gereinigt werden. Solange der Duft bleibt, bleibt der Anreiz zum Beißen. Eine reine Reparatur ohne Reinigung führt oft dazu, dass wenige Wochen später dieselbe Stelle wieder aufgerissen ist.
Wann sind Marder am aktivsten?
Die Schäden verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Zwischen April und Juni beißen Marder deutlich häufiger zu als sonst, und die Versicherer rechnen in dieser Zeit mit bis zu 1.100 Schäden pro Tag.
Der Grund ist die Paarungszeit. Die Tiere sind aktiver, bewegen sich über größere Strecken und geraten häufiger in fremde Reviere. Genau dann treffen sie auf markierte Autos, und genau dann eskalieren die Revierstreitigkeiten.
Das heißt aber nicht, dass im Rest des Jahres nichts passiert. Im Spätsommer werden die Jungtiere selbstständig und suchen eigene Reviere — auch das sorgt für Bewegung. Und im Winter ziehen Marder gezielt warme Motorräume als Schlafplatz vor. Die Saison hat also Spitzen, aber keine Pause.
Welche Teile ein Marder zuerst erwischt
Nicht jedes Bauteil ist gleich gefährdet. Marder beißen dort, wo sie leicht hinkommen und wo weiches Material ist.
Am häufigsten trifft es Zündkabel und Sensorleitungen, weil sie frei liegen und gut zu greifen sind. Ein angebissenes Zündkabel führt zu unrundem Motorlauf, Leistungsverlust und im weiteren Verlauf zu einem beschädigten Katalysator — ein Folgeschaden, der die eigentliche Reparatur um ein Vielfaches übersteigt.
Ebenfalls stark betroffen sind Gummischläuche, vor allem im Kühlkreislauf und in der Unterdruckversorgung. Ein durchgebissener Kühlwasserschlauch ist der direkte Weg zur Motorüberhitzung. Ein defekter Unterdruckschlauch macht sich oft zuerst durch merkwürdiges Verhalten beim Bremsen oder durch eine Motorkontrollleuchte bemerkbar.
Die Dämmmatte unter der Motorhaube ist der klassische Fall: viel Schaden fürs Auge, wenig für die Technik. Sie kostet in der Regel wenig und wird oft zusammen mit anderen Arbeiten erneuert.
Kritisch wird es bei Bremsleitungen und Manschetten an Antriebsgelenken. Beides ist selten betroffen, aber sicherheitsrelevant. Eine beschädigte Manschette lässt Fett austreten und Schmutz eindringen, was das Gelenk mittelfristig zerstört.
Was kostet ein Marderschaden am Auto?
Der Durchschnitt von 620 Euro sagt wenig über den Einzelfall, weil die Spanne extrem breit ist.
Am unteren Ende steht die reine Dämmmatte oder ein einzelner Unterdruckschlauch. Solche Reparaturen bewegen sich im zwei- bis niedrigen dreistelligen Bereich, weil Material und Arbeitszeit überschaubar sind.
In der Mitte liegen angebissene Zündkabel, Sensorleitungen und Kühlwasserschläuche. Hier kommt zur Materialkosten die Suche dazu: Der Schaden muss erst gefunden werden, und bei mehreren Bissstellen dauert das.
Nach oben offen wird es bei zwei Konstellationen. Erstens beim Kabelbaum: Wenn mehrere Leitungen in einem Strang betroffen sind, lässt sich nicht jede einzeln flicken, und der Austausch ist aufwendig. Zweitens bei Folgeschäden: Ein überhitzter Motor, ein zerstörter Katalysator oder ein beschädigtes Antriebsgelenk kosten ein Vielfaches des ursprünglichen Bisses.
Genau deshalb ist die schnelle Prüfung nach dem ersten Verdacht so wichtig. Der Unterschied zwischen einem rechtzeitig ersetzten Schlauch und einem überhitzten Motor liegt oft bei wenigen gefahrenen Kilometern.
Wer zahlt den Marderschaden am Auto?
Ein Marderschaden ist über die Teilkasko abgedeckt, und wer Vollkasko hat, ist ebenfalls geschützt. Ohne Kaskoversicherung zahlt niemand — die Haftpflicht greift hier nicht, weil kein Dritter beteiligt ist.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Tarifen liegt bei den Folgeschäden. Manche Bedingungen ersetzen nur das angebissene Teil selbst. Andere schließen ausdrücklich die Schäden ein, die daraus entstehen: den Katalysator, der wegen des Zündkabels aufgibt, den Motor, der wegen des Kühlschlauchs überhitzt, das Achsgelenk, das nach der beschädigten Manschette verschleißt.
Diese Unterscheidung ist der Punkt, an dem die meisten Fahrzeughalter überrascht werden — und sie steht im Kleingedruckten, nicht im Angebot. Wer seinen Vertrag heute prüft, weiß morgen, woran er ist.
Ein zweiter Punkt betrifft die Einstufung: Bei einem Schaden über die Teilkasko bleibt der Schadenfreiheitsrabatt unangetastet. Über die Vollkasko sieht das anders aus. Wer die Wahl hat, sollte den Fall über die Teilkasko regulieren.
Welche Formulierungen im Vertrag den Unterschied machen, ab welcher Schadenhöhe sich die Meldung überhaupt rechnet und was zu tun ist, wenn der Versicherer ablehnt, steht ausführlich im Beitrag dazu, wer den Marderschaden zahlt und wo die Teilkasko aufhört. Wie sich Kaskoschutz und Beitrag insgesamt zusammensetzen, ordnet der Beitrag zur Elektroauto-Versicherung mit Typklassen und Kosten ein.
Ist ein Marderschaden am Elektroauto teurer?
Beim Verbrenner lässt sich ein einzelnes angebissenes Kabel häufig nachsetzen oder abschnittsweise ersetzen. Bei Elektroautos ist das oft nicht möglich.
Der Grund liegt in der Bauweise: Viele Leitungen sind als geschlossener Kabelsatz verlegt, teils geschirmt, teils in festen Führungen. Wird eine Ader beschädigt, muss nicht selten der komplette Satz getauscht werden. Das treibt sowohl Material- als auch Arbeitskosten.
Dazu kommt die Technik der orange gekennzeichneten Leitungen, die den Strom vom Akku zum Motor führen. An diesen Kabeln darf ausschließlich eigens geschultes Personal arbeiten, weil dort deutlich höhere Spannungen anliegen als in der übrigen Bordelektrik. Für die Werkstatt bedeutet das zusätzliche Sicherheitsschritte, für den Halter längere Standzeiten. Warum Arbeiten an diesen Leitungen eine eigene Qualifikation verlangen, steht im Beitrag zur Werkstatt für Elektroautos in Wiesloch.
Die gute Nachricht: Die eigentliche Traktionsbatterie liegt geschützt im Unterboden und ist für einen Marder praktisch nicht erreichbar. Betroffen sind die Leitungen im vorderen Bereich, nicht der Akku selbst.
Was wirklich vor dem nächsten Besuch schützt
Vorbeugung wirkt nur, wenn sie beim Auslöser ansetzt — und der ist der Geruch, nicht der Hunger.
Der erste und wichtigste Schritt nach einem Befall ist deshalb die gründliche Motorwäsche. Solange die Duftmarke bleibt, bleibt der Anreiz. Eine Reparatur ohne Reinigung ist der häufigste Grund dafür, dass derselbe Wagen wenige Wochen später erneut betroffen ist.
Bei den Abwehrmitteln unterscheiden sich die Ansätze deutlich. Geräte mit Hochspannungsplättchen setzen auf einen spürbaren, für das Tier ungefährlichen Stromschlag und gelten als vergleichsweise zuverlässig. Ultraschallgeräte arbeiten mit Tönen im für Menschen nicht hörbaren Bereich; hier berichten Halter unterschiedlich, und Gewöhnungseffekte sind beschrieben. Mechanische Lösungen wie Drahtgitter unter dem Motor oder ein Maschendraht als Bodenbelag am Stellplatz stören das Tier beim Zugang, ohne Elektronik.
Hausmittel wie Duftsprays, Hundehaare oder Toilettensteine wirken kurzfristig und lassen mit der Zeit nach. Als alleinige Maßnahme sind sie unzuverlässig.
Was in der Praxis am besten funktioniert, ist die Kombination: Motorraum reinigen, damit die Markierung verschwindet, und danach eine dauerhafte Abwehr einbauen, damit sie nicht neu entsteht.
Welches Gerät dauerhaft wirkt und warum sich Marder ausgerechnet an Ultraschall gewöhnen, steht ausführlich im Beitrag zum Marderschutz fürs Auto und was davon wirklich hilft. Eine Maßnahme allein greift meist zu kurz, weil sie entweder nur den Anlass beseitigt oder nur den Zugang erschwert. Erst zusammen unterbrechen beide Schritte die Kette aus Markierung, Revierstreit und Biss.
Wann muss ich einen Marderschaden der Versicherung melden?
Je früher, desto besser — und zwar aus einem praktischen Grund. Die meisten Bedingungen verlangen die Meldung „unverzüglich”, also ohne schuldhaftes Zögern. Wer den Schaden zwei Wochen liegen lässt und dann meldet, muss erklären, warum.
Wichtiger ist aber die Beweislage. Ein Marderschaden lässt sich nur so lange sauber nachweisen, wie die Bissspuren erkennbar sind. Wer erst repariert und dann meldet, hat nichts mehr vorzuzeigen. Deshalb gilt die Reihenfolge: erst fotografieren, dann melden, dann reparieren lassen.
Für die Meldung brauchst du in der Regel den Zeitpunkt und Ort, an dem du den Schaden entdeckt hast, Fotos der Bissstellen und den Kostenvoranschlag der Werkstatt. Bei größeren Schäden schickt die Versicherung einen Gutachter, bevor repariert wird — auch deshalb sollte nichts vorher instand gesetzt werden.
Ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Ob sich die Meldung überhaupt lohnt, hängt von der Selbstbeteiligung ab. Liegt der Schaden bei 300 Euro und die Selbstbeteiligung ebenfalls bei 300 Euro, bleibt nichts übrig. Bei Folgeschäden sieht die Rechnung schnell anders aus. Welche Rolle Selbstbeteiligung und Einstufung beim Beitrag spielen, ordnet der Beitrag zur ŠKODA Versicherung mit Typklassen und Kosten ein.
Wird ein Marderschaden zum Mangel bei der Hauptuntersuchung?
Das kommt darauf an, was beschädigt wurde — und die Antwort überrascht manchen.
Eine herausgerissene Dämmmatte ist kein Prüfpunkt. Angebissene Kabel dagegen können sehr wohl zu einem Mangel führen, sobald sie sicherheitsrelevante Funktionen betreffen. Dazu zählen Leitungen zur Beleuchtung, zum Bremssystem, zu Airbag-Sensoren und zum Antiblockiersystem.
Kritisch wird es bei zwei Bauteilen. Eine angebissene Bremsleitung ist ein erheblicher Mangel, der die Plakette kostet. Eine beschädigte Manschette am Antriebsgelenk wird ebenfalls beanstandet, weil ohne Schutz Schmutz eindringt und das Gelenk zerstört.
Wer also ohnehin einen Termin zur Hauptuntersuchung für ŠKODA, SEAT und CUPRA vor sich hat, sollte einen bekannten Marderbefall vorher beheben lassen. Eine Nachuntersuchung kostet Zeit und Geld, die sich mit einer vorherigen Prüfung sparen lassen.
Wo bringt man den Marderschutz am besten an?
Bei elektronischen Geräten mit Hochspannungsplättchen kommt es auf die Platzierung an. Die Kontaktplättchen gehören dorthin, wo das Tier zwangsläufig entlangläuft — also an die Aufstiegswege über Radhaus und Motorträger, nicht in die Mitte des Motorraums.
Das Steuergerät selbst muss trocken sitzen und darf keine heißen Bauteile berühren. Der Anschluss läuft in aller Regel direkt an die Batterie, wobei die Geräte im Ruhezustand nur wenig Strom ziehen.
Bei mechanischen Lösungen ist der Ansatz umgekehrt: Ein Drahtgitter unter dem Motor versperrt den Weg von unten, ein ausgelegtes Maschendrahtstück am Stellplatz macht Marder unsicher, weil sie ungern über beweglichen Draht laufen.
Wer sich den Einbau nicht selbst zutraut, lässt ihn zusammen mit einem anderen Werkstattbesuch erledigen. Gerade beim ohnehin fälligen Sommercheck mit Klimaservice ist der Motorraum ohnehin offen, und die Reinigung lässt sich direkt mit erledigen.
Marderspuren prüfen lassen in Wiesloch
Wenn du Spuren im Motorraum gefunden hast oder unsicher bist, ob eine Bissstelle harmlos ist, sieh dir das nicht allein an. Angebissene Leitungen liegen oft an Stellen, die man ohne Hebebühne nicht einsehen kann, und gerade die sicherheitsrelevanten Teile befinden sich unten.
In unserer Werkstatt in Wiesloch prüfen wir den Motorraum systematisch: sichtbare Bissstellen, Kühlkreislauf auf Dichtheit, Unterdruckleitungen, Manschetten an den Antriebsgelenken und den Fehlerspeicher. Dazu ordnen wir ein, ob der Schaden über die Teilkasko läuft und was dafür dokumentiert werden muss.
Wer regelmäßig zur Inspektion für ŠKODA, SEAT und CUPRA kommt, bei dem fällt ein früher Marderbefall oft schon dort auf — bevor daraus ein Folgeschaden wird.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Schadenzahlen in diesem Beitrag stammen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zu Marderschäden, der die Fälle aller Kfz-Versicherer zusammenführt. Eine Einordnung zur Saison und zum Verhalten der Tiere bietet die Mitteilung der R+V zur Marder-Hochsaison ab April. Praktische Hinweise zum Schutz des Fahrzeugs stehen im Ratgeber der WGV zu Marderschäden am Auto, und die Fachpresse ordnet den Saisonstart im Bericht von Autohaus zu jährlich mehr als 250.000 Fahrzeugschäden ein. Zur Frage, welche Tarife Folgeschäden einschließen, hilft die Übersicht von Allianz Direct zum Marderschaden. Wer wissen möchte, wie sich die Schadensummen über die Jahre entwickelt haben, findet die Reihe beim GDV zur Entwicklung der Marderschäden.
Update-Hinweis (Stand: 31.07.2026)
Erstveröffentlichung mit den aktuellen Schadenzahlen für 2024: rund 252.000 Fälle, etwa 157 Millionen Euro Schadenaufwand und ein Durchschnitt von 620 Euro je Schaden. Zum Vergleich sind die Vorjahreszahlen mit 235.000 Fällen und 128 Millionen Euro genannt. Sobald die Versicherer die Zahlen für 2025 veröffentlichen, aktualisieren wir den Beitrag.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen Marderschaden am Auto?
Die häufigsten Spuren sind angebissene Kabel und Gummischläuche, herausgezogenes Dämmmaterial unter der Motorhaube und Kratzspuren auf Abdeckungen. Dazu kommen Kotreste, Futterreste und ein strenger Geruch. Oft fällt der Schaden erst auf, wenn das Auto nicht anspringt oder eine Warnleuchte angeht.
Darf ich mit einem Marderschaden weiterfahren?
Das hängt davon ab, was angebissen wurde. Bei durchtrenntem Kühlwasserschlauch, beschädigter Bremsleitung oder sichtbar blanken Kabeln solltest du nicht mehr losfahren. Ein überhitzter Motor oder ein Bremsversagen kostet ein Vielfaches der eigentlichen Reparatur. Im Zweifel lieber abschleppen lassen als riskieren.
Was kostet ein Marderschaden am Auto?
Nach Angaben der Versicherer lag der durchschnittliche Schaden 2024 bei rund 620 Euro. Die Spanne ist groß: Ein einzelner angebissener Schlauch kann für unter 100 Euro erledigt sein, ein beschädigter Kabelbaum oder ein überhitzter Motor als Folgeschaden geht schnell in den vierstelligen Bereich.
Wann sind Marder am aktivsten?
Die Versicherer sehen zwischen April und Juni deutlich mehr Schäden als im restlichen Jahr. In dieser Zeit rechnen sie mit bis zu 1.100 Marderschäden pro Tag. Grund ist die Paarungszeit, in der die Tiere ihr Revier gegen Rivalen verteidigen. Schäden treten aber das ganze Jahr über auf.
Warum beißen Marder überhaupt in Autokabel?
Nicht aus Hunger. Marder markieren ihr Revier, und ein fremder Marder riecht das an den Bauteilen. Bei einem Revierstreit beißt der neue Marder gezielt dorthin, wo der Geruch am stärksten ist. Deshalb trifft es besonders häufig Autos, die abwechselnd an verschiedenen Orten stehen.
Zahlt die Teilkasko den Marderschaden?
Teilkasko und Vollkasko decken den Bissschaden selbst in aller Regel ab. Der Unterschied liegt bei den Folgeschäden: Manche Tarife ersetzen nur das angebissene Teil, andere auch den überhitzten Motor oder den beschädigten Katalysator. Ein Blick in die eigenen Bedingungen lohnt sich vor dem Schadensfall.
Steigt mein Beitrag nach einem Marderschaden?
Bei einem Schaden über die Teilkasko wird der Schadenfreiheitsrabatt nicht zurückgestuft, die Einstufung bleibt also erhalten. Anders sieht es aus, wenn der Schaden über die Vollkasko läuft. Wer den Fall über die Teilkasko regulieren kann, sollte das tun.
Wie viele Marderschäden gibt es in Deutschland?
Die Versicherer registrierten 2024 rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen und damit 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Der gesamte Schadenaufwand lag bei etwa 157 Millionen Euro. 2023 waren es noch 235.000 Fälle und 128 Millionen Euro.
Ist ein Marderschaden am Elektroauto teurer?
Häufig ja. Beim Verbrenner lässt sich ein einzelnes Kabel oft nachsetzen. Bei Elektroautos liegen viele Leitungen als geschlossener Kabelsatz vor, der im Schadensfall komplett getauscht werden muss. Dazu kommt, dass an den orange gekennzeichneten Stromleitungen zwischen Akku und Motor nur eigens geschultes Personal arbeiten darf.
Hilft ein Marderschreck wirklich?
Es kommt auf die Bauart an. Geräte mit Hochspannungsplättchen wirken über einen spürbaren Stromschlag und gelten als vergleichsweise zuverlässig. Reine Ultraschallgeräte helfen manchen Fahrzeughaltern, andere berichten von Gewöhnungseffekten. Hausmittel wie Duftstoffe verlieren ihre Wirkung mit der Zeit.