Inhalt dieses Artikels
- Marderschaden Versicherung: Die Teilkasko zahlt den Biss – aber nicht immer das, was danach kaputtgeht
- Kurzantwort
- Wer zahlt den Marderschaden am Auto?
- Zahlt die Teilkasko einen Marderschaden immer?
- Was sind Folgeschäden bei einem Marderschaden?
- Marderschaden Kosten: was die Versicherung am Ende übernimmt
- Marderschaden Teilkasko oder Vollkasko: was ist der Unterschied?
- Marderschaden Selbstbeteiligung: ab wann sich die Meldung rechnet
- Marderschaden Folgeschäden: wo das im Vertrag steht
- Wird der Schadenfreiheitsrabatt nach einem Marderschaden schlechter?
- Wann zahlt die Versicherung den Marderschaden nicht?
- Wie melde ich einen Marderschaden richtig?
- Lohnt sich die Meldung bei einem kleinen Schaden?
- Deckt die Teilkasko auch Marderschäden am Elektroauto?
- Wie oft darf ich einen Marderschaden melden?
- Wer zahlt bei Leasing- und Firmenfahrzeugen?
Marderschaden Versicherung: Die Teilkasko zahlt den Biss – aber nicht immer das, was danach kaputtgeht
Kurzantwort
Wer zahlt den Marderschaden am Auto?
Die kurze Antwort: deine eigene Kaskoversicherung, sonst niemand.
Der Marder ist kein Dritter im Sinne des Haftungsrechts, und es gibt keinen Halter, den man in Anspruch nehmen könnte. Die Kfz-Haftpflicht, die jeder haben muss, deckt ausschließlich Schäden ab, die du anderen zufügst. Für Schäden am eigenen Fahrzeug ist sie nicht zuständig — egal, ob ein Marder, ein Hagelkorn oder ein Wildschwein die Ursache war.
Damit bleibt die Teilkasko als günstigste Absicherung. Sie deckt neben Marderbiss auch Sturm, Hagel, Wildunfall, Diebstahl und Glasbruch ab. Wer eine Vollkasko hat, ist ebenfalls geschützt, denn die Vollkasko schließt die Teilkasko-Leistungen mit ein.
Rund elf Prozent der Autofahrer verzichten auf eine Kaskoversicherung. Für sie ist ein Marderschaden ein reiner Selbstzahler-Fall — bei einem Durchschnitt von etwa 620 Euro je Schaden eine spürbare Summe, und nach oben ist die Spanne offen.
Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Tierhalterhaftung. Bei einem Hund, der ein Auto beschädigt, haftet dessen Besitzer. Beim Marder gibt es keinen Halter, weil das Tier wild lebt und niemandem gehört. Auch der Grundstückseigentümer, auf dessen Parkplatz das Auto stand, haftet nicht — er hat keine Pflicht, Wildtiere fernzuhalten. Das gilt selbst dann, wenn bekannt ist, dass sich auf dem Gelände Marder aufhalten.
Ebenfalls kein Anspruch besteht gegenüber der Gemeinde oder dem Vermieter einer Garage. Wer sein Auto in einer angemieteten Garage abstellt und dort einen Marderschaden erleidet, trägt ihn selbst beziehungsweise über die eigene Kasko.
Zahlt die Teilkasko einen Marderschaden immer?
Beim Bissschaden selbst ist die Antwort praktisch überall ja. Das angebissene Kabel, der durchtrennte Schlauch, die zerfetzte Dämmmatte — diese Positionen ersetzt jede übliche Teilkasko.
Der Punkt, an dem sich die Tarife unterscheiden, kommt danach. Und er entscheidet über deutlich größere Summen.
Was sind Folgeschäden bei einem Marderschaden?
Ein Folgeschaden ist alles, was durch den Biss erst entsteht. Drei Beispiele aus der Werkstattpraxis zeigen, worum es geht.
Das Zündkabel und der Katalysator. Ein angebissenes Zündkabel sorgt dafür, dass ein Zylinder nicht mehr sauber zündet. Unverbrannter Kraftstoff gelangt in den Abgastrakt und heizt den Katalysator auf, bis das Trägermaterial schmilzt. Das Kabel kostet wenig, der Katalysator ein Vielfaches.
Der Kühlschlauch und der Motor. Läuft das Kühlwasser aus einem angebissenen Schlauch, verliert der Motor seine Kühlung. Bis die Temperaturanzeige reagiert, kann bereits Schaden entstanden sein. Ein verzogener Zylinderkopf ist der teuerste Fall in dieser Kette.
Die Manschette und das Antriebsgelenk. Eine beschädigte Gummimanschette an der Antriebswelle lässt Fett austreten und Schmutz eindringen. Das Gelenk hält noch eine Weile, verschleißt dann aber und muss getauscht werden — Monate nach dem eigentlichen Biss.
In allen drei Fällen fragt die Versicherung: Ist das noch der Marderschaden oder schon ein neuer Schaden? Manche Bedingungen ziehen die Grenze eng und ersetzen nur das direkt angebissene Teil. Andere schließen ausdrücklich die Folgeschäden ein, oft bis zu einer festen Höchstsumme.
Marderschaden Kosten: was die Versicherung am Ende übernimmt
Damit die Frage nach der Erstattung eine Größenordnung bekommt, hilft ein Blick auf die Schadenstatistik. Die Versicherer registrierten 2024 rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen bei einem Gesamtaufwand von etwa 157 Millionen Euro. Das ergibt einen Durchschnitt von rund 620 Euro je Fall.
Ein Jahr zuvor lagen die Werte noch bei 235.000 Schäden und 128 Millionen Euro, also bei knapp 550 Euro im Schnitt. Die Reparaturen werden also nicht nur häufiger, sondern auch teurer — was daran liegt, dass an modernen Motoren mehr Sensorik und mehr Steuergeräte hängen.
Für die Frage, ob sich eine Meldung lohnt, ist der Durchschnitt allerdings wenig aussagekräftig. Die Spanne reicht von unter 100 Euro für eine Dämmmatte bis in den vierstelligen Bereich, sobald ein Kabelbaum oder ein Folgeschaden im Spiel ist. Entscheidend ist immer der Einzelfall, nicht der Mittelwert.
Marderschaden Teilkasko oder Vollkasko: was ist der Unterschied?
Für den Marderschaden selbst gibt es keinen. Beide Varianten decken den Tierbiss ab, denn die Vollkasko schließt sämtliche Teilkasko-Leistungen mit ein.
Der Unterschied liegt woanders: Die Teilkasko ersetzt Schäden, auf die du keinen Einfluss hast — Sturm, Hagel, Wildunfall, Diebstahl, Glasbruch und eben Tierbiss. Die Vollkasko kommt zusätzlich für selbst verursachte Schäden und Vandalismus auf.
Weil der Marderbiss ein klassisches Teilkasko-Ereignis ist, wird er auch dann über die Teilkasko abgewickelt, wenn du eine Vollkasko hast. Das ist für dich der günstigere Weg, weil die Einstufung unberührt bleibt.
Zwei Fälle, in denen es doch auf die Vollkasko hinausläuft: Wenn du mit einem bekannten Marderschaden weiterfährst und dadurch ein Folgeschaden entsteht, kann der Versicherer das als eigenes Verschulden werten. Und wenn beim Abschleppen oder Rangieren zusätzlich etwas beschädigt wird, ist das ein separater Vorgang.
Marderschaden Selbstbeteiligung: ab wann sich die Meldung rechnet
Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den du in jedem Schadensfall selbst trägst. In der Teilkasko liegt sie üblicherweise zwischen 150 und 500 Euro, häufig bei 150 oder 300 Euro.
Die Rechnung ist einfach: Erstattet wird der Schaden abzüglich der Selbstbeteiligung. Bei 800 Euro Reparatur und 300 Euro Selbstbeteiligung bekommst du 500 Euro. Bei 250 Euro Reparatur und derselben Selbstbeteiligung bekommst du nichts.
Daraus folgt eine praktische Faustregel: Unterhalb der Selbstbeteiligung ist die Meldung sinnlos. Genau darüber lohnt sie sich kaum, weil der Aufwand in keinem Verhältnis steht. Richtig interessant wird sie, sobald mehrere Bauteile betroffen sind.
Ein Argument spricht trotzdem dafür, auch kleinere Schäden zu melden: Wenn sich später herausstellt, dass ein Folgeschaden aus demselben Biss stammt, ist der Vorgang bereits aktenkundig. Wer nichts gemeldet hat, muss den Zusammenhang Monate später erst belegen.
Marderschaden Folgeschäden: wo das im Vertrag steht
Der Unterschied steht nicht im Angebot und nicht auf der Beitragsrechnung, sondern in den Versicherungsbedingungen. Dort suchst du nach dem Abschnitt zur Teilkasko und darin nach den Stichworten Tierbiss oder Marderbiss.
Drei Formulierungen sind üblich, und sie bedeuten Unterschiedliches:
Steht dort nur „Schäden durch Tierbiss”, ist meist der reine Bissschaden gemeint. Steht „einschließlich Folgeschäden”, ist die Kette mitversichert. Steht eine Summe dabei, etwa „Folgeschäden bis 3.000 Euro”, kennst du die Obergrenze.
Wer den Vertrag heute prüft, weiß im Schadensfall, woran er ist — und kann bei der nächsten Verlängerung nachbessern. Der Aufpreis für den Einschluss von Folgeschäden ist bei den meisten Anbietern überschaubar, gerade im Verhältnis zu einem Motorschaden.
Wird der Schadenfreiheitsrabatt nach einem Marderschaden schlechter?
Hier gibt es eine klare und beruhigende Antwort: Bei der Teilkasko nicht.
Die Teilkasko kennt keine Schadenfreiheitsklassen im Sinne der Rückstufung. Wer einen Marderschaden über die Teilkasko abrechnet, behält seine Einstufung und zahlt im Folgejahr denselben Beitrag wie ohne Schaden.
Anders bei der Vollkasko: Dort führt jede Inanspruchnahme zu einer Rückstufung, die sich über mehrere Jahre auf den Beitrag auswirkt. Da ein Marderschaden aber ohnehin ein Teilkasko-Ereignis ist, wird er im Normalfall auch dort abgewickelt — selbst wenn du eine Vollkasko hast.
Was trotzdem passieren kann: Manche Versicherer beobachten die Schadenhäufigkeit insgesamt und passen bei mehreren Meldungen in kurzer Folge den Vertrag an oder kündigen ihn. Das ist selten, aber möglich. Wer zweimal innerhalb eines Jahres denselben Schaden hat, sollte deshalb ohnehin über dauerhaften Schutz nachdenken.
Wann zahlt die Versicherung den Marderschaden nicht?
Vier Konstellationen kommen in der Praxis vor.
Keine Kaskoversicherung. Der häufigste Fall und der eindeutigste. Ohne Teil- oder Vollkasko gibt es keine Leistung.
Der Tarif schließt Folgeschäden aus, und genau die sind eingetreten. Dann wird das angebissene Kabel ersetzt, der zerstörte Katalysator aber nicht.
Der Nachweis fehlt. Wenn das Fahrzeug bereits repariert ist und keine Fotos existieren, lässt sich schwer belegen, dass überhaupt ein Marderbiss vorlag. Deshalb gilt die Reihenfolge: erst dokumentieren, dann reparieren.
Die Schadenhöhe liegt unter der Selbstbeteiligung. Formal wird der Schaden anerkannt, ausgezahlt wird aber nichts, weil die Selbstbeteiligung greift. Bei 300 Euro Selbstbeteiligung und 250 Euro Schaden bleibt der Fall ohne Erstattung.
Wie melde ich einen Marderschaden richtig?
Die Reihenfolge entscheidet über den Erfolg. Fotografieren, melden, reparieren — in genau dieser Folge.
Fotografieren: Öffne die Motorhaube und mach Aufnahmen von jeder Bissstelle, dazu eine Übersicht des gesamten Motorraums. Auch herausgezogenes Dämmmaterial und Kotreste gehören aufs Bild, weil sie den Verursacher belegen. Ein Foto vom Kilometerstand und vom Standort rundet die Dokumentation ab.
Melden: Die meisten Bedingungen verlangen eine unverzügliche Anzeige. Das heißt nicht „innerhalb einer Stunde”, aber auch nicht „irgendwann nächsten Monat”. Ein bis zwei Tage nach der Entdeckung sind unproblematisch.
Reparieren: Erst wenn die Versicherung grünes Licht gibt oder ein Gutachter dagewesen ist. Bei kleineren Summen verzichten viele Versicherer auf die Besichtigung und arbeiten mit dem Kostenvoranschlag der Werkstatt.
Woran du einen Marderbefall überhaupt erkennst und wann du nicht mehr weiterfahren solltest, steht ausführlich im Beitrag zum Marderschaden am Auto und den Spuren im Motorraum.
Lohnt sich die Meldung bei einem kleinen Schaden?
Rechne nach, bevor du meldest. Die Selbstbeteiligung ist der entscheidende Wert, und sie liegt bei den meisten Teilkasko-Verträgen zwischen 150 und 500 Euro.
Bei einer reinen Dämmmatte oder einem einzelnen Unterdruckschlauch bleibt oft nichts übrig, weil die Reparatur unter der Selbstbeteiligung liegt. In dem Fall zahlst du ohnehin selbst, und die Meldung erzeugt nur Aufwand.
Sobald mehrere Bauteile betroffen sind oder ein Folgeschaden droht, kippt die Rechnung. Ein durchtrennter Kühlschlauch, der zum Motorschaden führt, sprengt jede Selbstbeteiligung um ein Vielfaches.
Ein Zwischenweg: Lass den Schaden in der Werkstatt begutachten und einen Kostenvoranschlag erstellen, bevor du entscheidest. Erst dann weißt du, ob die Meldung sich rechnet.
Deckt die Teilkasko auch Marderschäden am Elektroauto?
Versicherungsrechtlich gelten dieselben Regeln, der Unterschied liegt in der Reparatur.
Beim Verbrenner lässt sich ein einzelnes angebissenes Kabel häufig nachsetzen oder abschnittsweise ersetzen. Bei Elektroautos sind viele Leitungen als geschlossener Kabelsatz verlegt. Wird eine Ader beschädigt, muss oft der komplette Satz getauscht werden — und das schlägt sowohl bei Material als auch bei der Arbeitszeit durch.
Dazu kommt, dass an den orange gekennzeichneten Stromleitungen zwischen Akku und Motor nur eigens geschultes Personal arbeiten darf. Für die Werkstatt bedeutet das zusätzliche Sicherheitsschritte, für dich eine längere Standzeit.
Genau deshalb lohnt bei Elektroautos der Blick auf die Folgeschaden-Klausel besonders. Wie sich Kaskoschutz, Typklasse und Beitrag beim Elektroauto zusammensetzen, ordnet der Beitrag zur Elektroauto-Versicherung mit Typklassen und Kosten ein.
Wie oft darf ich einen Marderschaden melden?
Wer einmal betroffen war, wird es oft wieder — und das hat einen sachlichen Grund. Der Duft der Reviermarkierung bleibt im Motorraum, solange er nicht gründlich entfernt wird. Für den nächsten Marder ist das die Einladung zum nächsten Revierstreit.
Versicherungsseitig ist die Wiederholung zunächst unproblematisch: Es gibt keine feste Obergrenze, wie oft ein Marderschaden gemeldet werden darf, und die Teilkasko stuft nicht zurück.
Was aber passieren kann: Manche Versicherer prüfen bei auffälliger Häufung den Vertrag. Möglich sind dann eine Anpassung der Selbstbeteiligung, ein Hinweis auf vorbeugende Maßnahmen oder im Extremfall eine Kündigung zum Ablauf. Das ist selten, aber es kommt vor.
Wer den zweiten Schaden meldet, sollte deshalb erwähnen können, was er zwischenzeitlich unternommen hat. Eine gründliche Motorwäsche und ein eingebauter Schutz sind gute Argumente — sie zeigen, dass der Schaden nicht auf Nachlässigkeit beruht.
Wer zahlt bei Leasing- und Firmenfahrzeugen?
Bei geleasten Fahrzeugen liegt die Sache anders, weil das Auto nicht dir gehört. In den meisten Leasingverträgen ist eine Vollkaskoversicherung Pflicht, und der Leasinggeber ist als Eigentümer anspruchsberechtigt.
Praktisch heißt das: Der Schaden wird gemeldet und über die Kasko reguliert, die Reparatur läuft aber in aller Regel über eine vom Leasinggeber akzeptierte Werkstatt. Wer eigenmächtig günstiger repariert, riskiert bei der Rückgabe eine Beanstandung.
Bei Dienstwagen kommt es darauf an, wer den Vertrag hält. Läuft die Versicherung über den Arbeitgeber, wird der Schaden dort gemeldet. Wie sich Dienstwagen steuerlich und vertraglich einordnen, steht im Beitrag zum Dienstwagen für ŠKODA, SEAT und CUPRA.
Ein Punkt, der beide Fälle betrifft: Bei Leasing- und Firmenfahrzeugen ist die saubere Dokumentation noch wichtiger, weil mehrere Beteiligte auf denselben Vorgang schauen.
Was du vor dem nächsten Schaden tun kannst
Zwei Dinge, die sich in zwanzig Minuten erledigen lassen.
Erstens: Vertrag prüfen. Such in den Bedingungen nach „Tierbiss” und sieh nach, ob Folgeschäden eingeschlossen sind und bis zu welcher Summe. Notiere dir außerdem die Höhe deiner Selbstbeteiligung — sie entscheidet später darüber, ob sich eine Meldung überhaupt lohnt.
Zweitens: Fotos anlegen. Ein Bild vom sauberen Motorraum, aufgenommen bei Tageslicht, ist im Schadensfall Gold wert. Es zeigt den Zustand vorher und macht die Zuordnung der Bissspuren einfach.
Wer regelmäßig zur Inspektion für ŠKODA, SEAT und CUPRA kommt, bei dem fällt ein früher Marderbefall oft schon dort auf. Und wer bereits einmal betroffen war, sollte über dauerhaften Schutz nachdenken — welche Mittel wirken und welche nicht, ist eine eigene Frage.
Wer zahlt den Leihwagen bei einem Marderschaden?
Diese Frage kommt sofort, wenn das Auto in der Werkstatt bleibt — und die Antwort fällt anders aus, als viele erwarten.
Die Teilkasko zahlt den Ersatzwagen in aller Regel nicht. Sie ersetzt den Schaden am Fahrzeug, nicht die Folgen für deine Mobilität. Anders als beim unverschuldeten Unfall, wo der Gegner für den Nutzungsausfall aufkommt, gibt es beim Marderschaden keinen Dritten, der haftet.
Es gibt drei Wege, trotzdem an ein Ersatzfahrzeug zu kommen.
Der Mietwagen-Baustein im Vertrag. Manche Kaskotarife schließen einen Ersatzwagen für die Dauer der Reparatur ein, oft begrenzt auf wenige Tage und eine bestimmte Fahrzeugklasse. Ob dein Tarif das enthält, steht in denselben Bedingungen wie die Folgeschaden-Klausel.
Der Schutzbrief. Viele Versicherer bieten ihn als Zusatz an, und er greift meist bei Panne und Unfall. Ob ein Marderschaden als Panne zählt, hängt vom Wortlaut ab — bleibt das Auto liegen, stehen die Chancen gut.
Das Ersatzfahrzeug der Werkstatt. Der praktisch häufigste Weg. Viele Betriebe stellen für die Dauer der Reparatur einen Wagen bereit, teils kostenlos, teils zu einem Tagessatz. Danach fragen kostet nichts.
Wichtig für die Planung: Ein einfacher Kabelschaden ist oft am selben Tag erledigt. Wenn allerdings ein Bauteil bestellt werden muss oder ein Kabelbaum betroffen ist, steht das Auto mehrere Tage.
Steigt der Beitrag nach einem Marderschaden?
Kurz gesagt: durch die Regulierung selbst nicht, durch andere Wege möglicherweise schon.
Die Teilkasko kennt keine Hochstufung. Anders als bei der Haftpflicht oder Vollkasko gibt es dort keine Schadenfreiheitsklassen, die sich verschlechtern könnten. Wer einen Marderschaden über die Teilkasko abrechnet, zahlt im Folgejahr denselben Beitrag.
Was trotzdem passieren kann: Versicherer kalkulieren ihre Tarife regelmäßig neu. Steigen die Schadensummen einer ganzen Region oder eines Fahrzeugtyps, kann sich der Beitrag für alle erhöhen — unabhängig davon, ob du selbst einen Schaden hattest. Das ist keine Folge deiner Meldung, sondern eine allgemeine Anpassung.
Der zweite Fall betrifft die Vertragsgestaltung: Wer innerhalb kurzer Zeit mehrfach meldet, muss damit rechnen, dass der Versicherer die Selbstbeteiligung anhebt oder den Vertrag zum Ablauf kündigt. Auch das ist keine Hochstufung im klassischen Sinne, wirkt sich für dich aber wie eine aus.
Was tun, wenn die Versicherung den Marderschaden ablehnt?
Eine Ablehnung ist selten endgültig. In den meisten Fällen liegt sie an einer Formalie, nicht an einer grundsätzlichen Ablehnung des Anspruchs.
Schritt eins: Begründung anfordern. Der Versicherer muss schriftlich mitteilen, worauf er die Ablehnung stützt. Meist wird eine konkrete Klausel genannt — etwa der Ausschluss von Folgeschäden oder ein fehlender Nachweis.
Schritt zwei: Die genannte Klausel nachlesen. Steht dort wirklich, was der Versicherer behauptet? Bei Folgeschäden lohnt der genaue Blick, weil die Formulierungen sich unterscheiden und mancher Ausschluss enger gefasst ist, als es zunächst klingt.
Schritt drei: Fachliche Einschätzung einholen. Wenn der Streit darum geht, ob ein Schaden Folge des Bisses ist oder eine unabhängige Ursache hat, hilft eine Stellungnahme der Werkstatt. Ein geschmolzener Katalysator nach einem angebissenen Zündkabel ist technisch nachvollziehbar — das lässt sich schriftlich darlegen.
Schritt vier: Ombudsmann statt Anwalt. Für Streitigkeiten mit Versicherern gibt es eine kostenlose Schlichtungsstelle. Das Verfahren ist für Verbraucher gebührenfrei und der Spruch für den Versicherer bis zu einer bestimmten Summe bindend.
Was in dieser Situation den Unterschied macht, ist die Dokumentation vom ersten Tag. Wer Fotos vom Motorraum, den Kostenvoranschlag und die Werkstattbeschreibung vorlegen kann, steht deutlich besser da als jemand, der den Schaden aus dem Gedächtnis schildert. Welche Spuren dafür in Frage kommen, steht im Beitrag zum Erkennen eines Marderschadens am Auto.
Wie du den nächsten Schaden verhinderst
Die beste Versicherung ist der Schaden, der nicht eintritt. Zwei Maßnahmen greifen ineinander.
Die gründliche Motorwäsche entfernt die Reviermarkierung, die den nächsten Marder überhaupt erst anlockt. Ohne diesen Schritt bleibt der Anreiz bestehen, egal was sonst unternommen wird.
Der dauerhafte Schutz verhindert, dass eine neue Markierung entsteht. Ob elektronisches Gerät, Drahtgitter oder Abschottung des Motorraums — die Auswahl ist groß, und die Wirksamkeit unterscheidet sich erheblich.
Beides lässt sich gut mit einem ohnehin anstehenden Werkstattbesuch verbinden. Beim Sommercheck mit Klimaservice ist der Motorraum ohnehin offen, und beim Werkstattbesuch für ŠKODA, SEAT und CUPRA lässt sich beides in einem Termin erledigen.
Schaden begutachten lassen in Wiesloch
Wenn du Bissspuren gefunden hast, prüfen wir in unserer Werkstatt in Wiesloch, was tatsächlich betroffen ist. Dazu gehört der sichtbare Bereich ebenso wie die Stellen, die man nur über der Hebebühne einsehen kann: Kühlkreislauf, Unterdruckleitungen, Manschetten an den Antriebsgelenken und der Fehlerspeicher.
Für die Versicherung erstellen wir den Kostenvoranschlag mit der Aufstellung, welche Position auf den Biss selbst entfällt und welche auf einen Folgeschaden. Genau diese Trennung braucht der Versicherer für die Regulierung — und sie entscheidet darüber, was erstattet wird.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Schadenzahlen stammen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zu Marderschäden, der die Fälle aller Kfz-Versicherer zusammenführt. Wie sich Bissschaden und Folgeschaden in den Bedingungen unterscheiden, erläutert der Ratgeber von Allianz Direct zum Marderschaden. Eine Übersicht zur Abgrenzung von Teilkasko und Vollkasko bietet die WGV zu Marderschäden am Auto. Die Entwicklung der Schadensummen über mehrere Jahre dokumentiert der GDV zur Zunahme der Marderbisse. Zur Einordnung der Saison siehe die Mitteilung der R+V zur Marder-Hochsaison, zur Größenordnung den Bericht von Autohaus zu jährlich mehr als 250.000 Fahrzeugschäden.
Update-Hinweis (Stand: 31.07.2026)
Erstveröffentlichung mit der Unterscheidung zwischen Bissschaden und Folgeschaden, den Auswirkungen auf die Einstufung und der Frage, ab welcher Schadenhöhe sich eine Meldung rechnet. Die genannten Schadenzahlen beziehen sich auf das Jahr 2024. Sobald die Versicherer die Werte für 2025 veröffentlichen, aktualisieren wir den Beitrag.
Häufige Fragen
Wer zahlt den Marderschaden am Auto?
Teilkasko und Vollkasko decken den Marderbiss in aller Regel ab. Ohne Kaskoversicherung zahlt niemand, denn die Haftpflicht greift nur bei Schäden an fremdem Eigentum. Wer nur haftpflichtversichert ist, trägt die Reparatur vollständig selbst.
Zahlt die Teilkasko einen Marderschaden?
Ja, der Bissschaden selbst ist praktisch überall gedeckt. Der Unterschied zwischen den Tarifen liegt bei den Folgeschäden. Manche Bedingungen ersetzen nur das angebissene Kabel, andere auch den Motor, der wegen des durchtrennten Kühlschlauchs überhitzt ist.
Was sind Folgeschäden bei einem Marderschaden?
Alles, was durch den Biss erst entsteht. Ein angebissenes Zündkabel führt zu unverbranntem Kraftstoff und kann den Katalysator zerstören. Ein durchtrennter Kühlschlauch lässt den Motor überhitzen. Eine beschädigte Manschette am Antriebsgelenk führt dazu, dass Schmutz eindringt und das Gelenk verschleißt.
Wird der Schadenfreiheitsrabatt nach einem Marderschaden schlechter?
Bei einer Regulierung über die Teilkasko nicht. Die Teilkasko kennt keine Rückstufung, die Einstufung bleibt also erhalten. Läuft der Schaden über die Vollkasko, wirkt sich das auf den Schadenfreiheitsrabatt aus. Wer die Wahl hat, sollte über die Teilkasko regulieren.
Wann zahlt die Versicherung den Marderschaden nicht?
Wenn keine Kaskoversicherung besteht, wenn der Tarif Folgeschäden ausschließt und genau die eingetreten sind, oder wenn sich der Schaden nicht mehr als Marderbiss nachweisen lässt. Der häufigste praktische Grund ist der letzte: Wer erst repariert und dann meldet, hat keinen Nachweis mehr.
Wie melde ich einen Marderschaden richtig?
In dieser Reihenfolge: fotografieren, melden, reparieren lassen. Die Fotos dokumentieren die Bissspuren, bevor die Werkstatt sie beseitigt. Die Meldung sollte zeitnah erfolgen, weil die Bedingungen meist eine unverzügliche Anzeige verlangen. Bei größeren Schäden schickt die Versicherung einen Gutachter.
Lohnt sich die Meldung bei einem kleinen Marderschaden?
Das hängt von der Selbstbeteiligung ab. Liegt der Schaden bei 250 Euro und die Selbstbeteiligung ebenfalls bei 300 Euro, bleibt nichts zu erstatten. Anders sieht es aus, sobald Folgeschäden auftreten oder die Reparatur mehrere Bauteile umfasst.
Deckt die Teilkasko auch Marderschäden am Elektroauto?
Grundsätzlich ja, es gelten dieselben Regeln. In der Praxis fällt die Rechnung aber höher aus, weil bei Elektroautos oft ein ganzer Kabelsatz getauscht werden muss statt einer einzelnen Leitung. Genau deshalb lohnt hier der Blick auf die Folgeschaden-Klausel besonders.
Kann ich den Marderschaden auch ohne Werkstattrechnung abrechnen?
Eine fiktive Abrechnung auf Gutachtenbasis ist bei manchen Versicherern möglich, aber nicht überall und nicht in jedem Tarif. Wer diesen Weg erwägt, sollte vorher mit dem Versicherer sprechen. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen ist die Reparatur ohnehin die sinnvollere Wahl.
Wie oft darf ich einen Marderschaden melden?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Wer allerdings mehrfach innerhalb kurzer Zeit denselben Schaden meldet, muss damit rechnen, dass der Versicherer nach vorbeugenden Maßnahmen fragt oder den Vertrag anpasst. Ein eingebauter Marderschutz ist dann ein gutes Argument.