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eCall und die 2G-Abschaltung: Millionen Autos verlieren den Notruf

eCall 2G-Abschaltung ab 2028: Millionen Autos verlieren den automatischen Notruf. Wer betroffen ist, ob Nachrüsten geht und was beim TÜV gilt.

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    Inhalt dieses Artikels
    1. eCall und die 2G-Abschaltung: Millionen Autos verlieren den Notruf
    2. Kurzantwort
    3. Was ist eCall — und warum hängt er am Mobilfunknetz?
    4. Welche Autos sind von der 2G-Abschaltung betroffen?
    5. Funktioniert mein eCall nach 2028 noch — und was passiert, wenn eCall nicht mehr funktioniert?
    6. Automatischer Notruf im Auto: Wie oft rettet er wirklich Leben?
    7. eCall funktioniert nicht mehr: Was Betroffene konkret tun können
    8. Kann man eCall nachrüsten?
    9. Muss ich wegen eCall zum TÜV — droht der Verlust der Plakette?
    10. Ab wann haben Neuwagen die neue Notruf-Generation?
    11. 2G-Abschaltung beim Auto: Fabia, Scala und Kamiq stellen im September um
    12. Warum wird 2G überhaupt abgeschaltet?
    13. eCall abschalten oder deaktivieren — geht das eigentlich?
    14. Was bedeutet das für Gebrauchtwagen?
    15. Nicht nur Autos: Was sonst noch am alten Netz hängt
    16. Fazit: Kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Klarheit

    eCall und die 2G-Abschaltung: Millionen Autos verlieren den Notruf

    Es ist eine dieser Nachrichten, die im Alltag untergehen und trotzdem Millionen Autofahrer betreffen: Ab 2028 schalten die Netzbetreiber das 2G-Mobilfunknetz ab. Für Handys ist das längst egal. Für Autos nicht — denn viele Fahrzeuge setzen ihren automatischen Notruf genau über dieses alte Netz ab.

    Fällt es weg, wählt das Auto im Ernstfall zwar weiter, findet aber kein Netz mehr. Der Notruf läuft ins Leere. Dieser Beitrag ordnet ein, wer betroffen ist, warum Nachrüsten derzeit nicht funktioniert, was beim TÜV gilt — und ab wann Neuwagen die neue Technik an Bord haben.


    Kurzantwort


    Was ist eCall — und warum hängt er am Mobilfunknetz?

    eCall ist der automatische Notruf im Auto, seit 2018 für alle neuen Pkw in der EU vorgeschrieben. Die Funktion ist so einfach wie wirkungsvoll: Löst bei einem schweren Unfall der Airbag aus, wählt das Fahrzeug selbstständig die 112 und übermittelt gleichzeitig Standort, Fahrtrichtung, Fahrzeugtyp und die Zahl der angeschnallten Insassen an die Rettungsleitstelle. Zusätzlich lässt sich der Notruf über eine SOS-Taste von Hand auslösen.

    Der entscheidende Punkt: Für diese Übertragung braucht das Auto ein Mobilfunknetz. Als das System eingeführt wurde, war 2G die naheliegende Wahl — flächendeckend verfügbar, stromsparend und für die kleine Datenmenge eines Notrufs völlig ausreichend. Genau diese Entscheidung wird jetzt zum Problem.

    Denn 2G ist inzwischen technisch veraltet. Die Netzbetreiber brauchen die Frequenzen für moderne Dienste und haben deshalb die Abschaltung angekündigt. Was für Telefonie längst durch 4G und 5G ersetzt ist, betrifft nun ein Sicherheitssystem, das viele Autofahrer gar nicht bewusst wahrnehmen — bis sie es brauchen.


    Welche Autos sind von der 2G-Abschaltung betroffen?

    Betroffen sind Fahrzeuge, deren Notrufmodul ausschließlich über 2G oder 3G funkt. Nach Branchenschätzungen und Berichten des ADAC zur 2G-Abschaltung beim eCall geht es um mehrere Millionen Autos allein in Deutschland.

    Grob umrissen trifft es Fahrzeuge, die zwischen der Einführungspflicht 2018 und etwa 2025 gebaut wurden. Eine pauschale Baujahr-Grenze gibt es allerdings nicht: Hersteller haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf modernere Funkmodule umgestellt, teils sogar innerhalb einer Baureihe je nach Produktionswoche. Zwei Autos desselben Modelljahrs können deshalb unterschiedlich ausgestattet sein.

    So findest du es heraus: Verlässlich beantwortet das nur der Hersteller oder eine Vertragswerkstatt anhand der Fahrgestellnummer. Handbuch und Bordcomputer geben in der Regel keine Auskunft über die verwendete Funktechnik. Wer unsicher ist, fragt am einfachsten beim nächsten Werkstattbesuch — der Aufwand ist gering, und die Antwort schafft Klarheit.

    Wichtig zur Einordnung: Es geht ausschließlich um den automatischen Notruf. Die 112 vom Mobiltelefon funktioniert unverändert weiter, ebenso alle Notrufsäulen. Verloren geht die Alarmierung ohne eigenes Zutun — also genau der Fall, in dem Insassen bewusstlos oder eingeklemmt sind.


    Funktioniert mein eCall nach 2028 noch — und was passiert, wenn eCall nicht mehr funktioniert?

    Die Antwort hängt allein an der Funktechnik des Moduls. Nutzt es 4G oder 5G, ändert sich nichts. Funkt es ausschließlich über 2G, geht der Notruf nach der Abschaltung ins Leere: Das Fahrzeug versucht zu wählen, findet aber kein passendes Netz.

    Besonders tückisch ist dabei, dass nichts darauf hinweist. Es gibt keine Warnleuchte, keine Meldung im Display und keinen Hinweis beim Start. Das System meldet sich erst, wenn es gebraucht wird — und dann zu spät. Genau deshalb lohnt es sich, die Frage einmal aktiv zu klären, statt sie auszusitzen.

    Ein zeitlicher Hinweis zur Beruhigung: Die Abschaltung erfolgt nicht über Nacht und nicht bei allen Netzbetreibern gleichzeitig. Nach den bisher angekündigten Plänen liegt der Zeitpunkt bei 2028, teilweise auch später. Wer heute ein betroffenes Fahrzeug fährt, hat also noch Jahre Zeit — Panik ist nicht angebracht, Wissen schon.


    Automatischer Notruf im Auto: Wie oft rettet er wirklich Leben?

    Bei einer Sicherheitsfunktion, die man nie bewusst benutzt, stellt sich schnell die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen. Die Antwort fällt eindeutiger aus, als viele vermuten.

    Der entscheidende Faktor ist die Zeit bis zur Alarmierung. Bei schweren Unfällen zählt jede Minute, und genau dort setzt der automatische Notruf an: Er alarmiert, ohne dass jemand handeln muss. Das ist der Kern des Nutzens — nicht die Fälle, in denen ohnehin jemand die 112 wählt, sondern die anderen. Ein Unfall nachts auf einer wenig befahrenen Landstraße, ein Fahrer allein im Auto, bewusstlos oder eingeklemmt: Ohne automatischen Notruf beginnt die Rettungskette erst, wenn zufällig jemand vorbeikommt.

    Dazu kommt die Qualität der Meldung. Ein Anrufer im Schock kann seinen Standort oft nicht genau nennen — besonders auf Autobahnen und Landstraßen. Das Fahrzeug übermittelt die exakten Koordinaten, dazu Fahrtrichtung und die Zahl der angeschnallten Insassen. Die Leitstelle weiß damit sofort, wohin sie wie viele Kräfte schickt.

    Genau deshalb wurde das System EU-weit verpflichtend eingeführt. Und genau deshalb ist es bedauerlich, wenn diese Funktion in Millionen Fahrzeugen künftig ins Leere läuft — auch wenn im Alltag niemand etwas davon merkt.


    eCall funktioniert nicht mehr: Was Betroffene konkret tun können

    Wer ein Fahrzeug mit alter Notruftechnik fährt, ist nicht handlungsunfähig. Vier Dinge helfen wirklich — und alle sind kostenlos.

    Erstens: Klarheit schaffen. Lass beim nächsten Werkstattbesuch prüfen, welche Notruf-Generation verbaut ist. Das dauert wenige Minuten und beendet die Unsicherheit in beide Richtungen — womöglich ist dein Auto gar nicht betroffen.

    Zweitens: Das Smartphone aufrüsten, nicht das Auto. Aktuelle Mobiltelefone erkennen schwere Unfälle über ihre Sensoren und setzen selbstständig einen Notruf mit Standortübermittlung ab. Diese Funktion ist bei vielen Geräten ab Werk aktiv, lässt sich aber prüfen und einschalten. Sie ersetzt den fahrzeugseitigen Notruf nicht vollständig, deckt den Kernfall aber ab.

    Drittens: Notfallkontakte hinterlegen. Im Sperrbildschirm des Handys lassen sich Notfallinformationen speichern, die Rettungskräfte auch ohne Entsperren sehen — Kontaktperson, Blutgruppe, Allergien, Vorerkrankungen. Das kostet fünf Minuten und hilft unabhängig von jeder Funktechnik.

    Viertens: Beim nächsten Fahrzeugwechsel mitdenken. Wer ohnehin in den kommenden Jahren wechselt, hat das Thema damit automatisch erledigt — jeder Neuwagen ab 2027 bringt die neue Generation mit. Ein vorgezogener Kauf allein wegen des Notrufs lohnt sich dagegen nicht.


    Kann man eCall nachrüsten?

    Diese Frage kommt in der Werkstatt inzwischen regelmäßig, und die ehrliche Antwort lautet: Nach aktuellem Stand nicht.

    Der Grund liegt in der Bauweise. Das Notrufmodul ist kein aufgeklebtes Zusatzgerät, sondern tief in die Fahrzeugelektronik eingebunden. Es hängt an Airbag-Steuergerät, Bordnetz, Antenne, eigener Notstromversorgung und der zentralen Fahrzeugsoftware. Ein einfacher Tausch der Funkeinheit ist bei den meisten Modellen schlicht nicht vorgesehen — und wo er technisch denkbar wäre, fehlt bisher ein zugelassenes Nachrüstteil.

    Ebenso wichtig: Es gibt keine Nachrüstpflicht. Der Gesetzgeber verlangt von Fahrzeughaltern nichts. Wer ein betroffenes Auto fährt, muss also weder umbauen noch verkaufen. Ob Hersteller künftig Lösungen anbieten, ist offen — verlassen sollte man sich darauf derzeit nicht.

    Was jeder tun kann, kostet nichts: Notfallkontakte im Handy hinterlegen und die Notruffunktion des eigenen Smartphones kennen. Moderne Handys erkennen schwere Unfälle inzwischen selbst und setzen einen Notruf ab — ein Teil der eCall-Funktion lässt sich damit ersetzen, wenn auch ohne die präzisen Fahrzeugdaten.


    Muss ich wegen eCall zum TÜV — droht der Verlust der Plakette?

    Zu diesem Punkt kursieren die wildesten Meldungen, deshalb hier die klare Einordnung: Nein. Ein nicht mehr funktionierender automatischer Notruf führt nicht dazu, dass ein Fahrzeug die Hauptuntersuchung nicht besteht.

    Die Prüfstellen bewerten den technischen Zustand des Fahrzeugs, nicht die Verfügbarkeit eines Mobilfunknetzes. Ein Auto, dessen eCall mangels 2G-Netz ins Leere läuft, ist deswegen weder mangelhaft noch verkehrsunsicher im Sinne der Prüfordnung. Autos bekommen ihre Plakette also auch nach der Abschaltung.

    Damit ist auch die Schlagzeile entkräftet, Millionen Fahrzeuge würden reihenweise stillgelegt. Das wird nicht passieren. Was passiert, ist unspektakulärer und trotzdem ernst: Eine Sicherheitsfunktion, die viele für selbstverständlich halten, steht in betroffenen Fahrzeugen künftig nicht mehr zur Verfügung.

    Wenn du ohnehin einen Werkstatttermin hast, lässt sich die Frage nebenbei klären. Wir prüfen bei Inspektion und Hauptuntersuchung in unserer Werkstatt in Wiesloch gern mit, welche Notruf-Generation in deinem Fahrzeug verbaut ist — das kostet ein paar Minuten und schafft Gewissheit.


    Ab wann haben Neuwagen die neue Notruf-Generation?

    Hier hat der Gesetzgeber bereits reagiert, und der Zeitplan ist klar geregelt.

    Seit dem 1. Januar 2026 müssen neu typgenehmigte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit der neuen Generation ausgestattet sein, die über 4G und 5G funkt. Es geht dabei um Fahrzeugtypen, die neu zugelassen werden — nicht um jedes einzelne Auto.

    Ab dem 1. Januar 2027 gilt die Pflicht dann für alle Neufahrzeuge, unabhängig davon, wann der Typ genehmigt wurde. Spätestens dann verlässt kein Neuwagen mehr mit der alten Technik das Werk.

    Bis Ende 2026 dürfen Fahrzeuge mit 2G-Notruf noch neu in Verkehr gebracht werden. Genau in diesem Übergangsfenster befinden wir uns gerade — und das macht die Frage für Neuwagenkäufer aktuell besonders relevant.

    Für dich als Käufer heißt das: Ein Neuwagen, der jetzt bestellt und in den kommenden Monaten produziert wird, kann noch die alte oder schon die neue Technik haben. Entscheidend ist der Produktionszeitpunkt, nicht das Bestelldatum.


    2G-Abschaltung beim Auto: Fabia, Scala und Kamiq stellen im September um

    Für die drei kompakten Skoda-Baureihen wird die Umstellung konkret. Nach unserem Kenntnisstand als Servicepartner wechseln Fabia, Scala und Kamiq Anfang September 2026 auf die neue Notruf-Generation mit 4G und 5G. Fahrzeuge, die ab diesem Zeitpunkt produziert werden, sind entsprechend ausgestattet.

    Praktisch bedeutet das für die Kaufentscheidung: Wer einen dieser drei Wagen bestellt und Wert auf die neue Technik legt, sollte den voraussichtlichen Produktionszeitpunkt beim Vertragshändler erfragen — nicht das Auslieferungsdatum, denn dazwischen liegen oft Wochen. Bei einer Bestellung mit Produktion nach dem Umstellungstermin ist die Sache klar; bei einer früheren Produktion lohnt die Nachfrage.

    Ein Ratgeber-Hinweis dazu: Diesen Punkt allein zum Kaufkriterium zu machen, wäre übertrieben. Wenn Preis, Verfügbarkeit und Ausstattung stimmen, ist ein Fahrzeug mit alter Notruftechnik kein Fehlkauf — es bleibt zugelassen, verkehrssicher und vollwertig. Wer sein Auto allerdings zehn Jahre fahren will, hat mit der neuen Generation das langlebigere Paket.

    Welche Modellvarianten aktuell zur Wahl stehen, zeigen die Überblicke zum Skoda Fabia mit Motoren und Preisen und zum Skoda Kamiq. Für den Scala findest du die Eckdaten im Scala-Überblick.


    Warum wird 2G überhaupt abgeschaltet?

    Die Abschaltung wirkt aus Autofahrer-Sicht wie eine unnötige Störung — aus Sicht der Netzbetreiber ist sie überfällig.

    Frequenzen sind knapp. Jedes Mobilfunknetz belegt Frequenzbereiche, und die sind physikalisch begrenzt. Solange 2G läuft, sind diese Frequenzen für moderne Technik blockiert. Werden sie frei, lassen sie sich für 4G und 5G nutzen — mit deutlich höherer Kapazität auf derselben Bandbreite. Für die Netzqualität aller Nutzer ist das ein spürbarer Gewinn.

    Der Betrieb kostet. Ein Netz, das nur noch von wenigen Geräten genutzt wird, muss trotzdem flächendeckend gewartet und mit Strom versorgt werden. Je weniger Nutzer, desto schlechter das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Abschaltung wirtschaftlich zwingend wird.

    Andere Länder sind weiter. In vielen Staaten ist 2G längst Geschichte, teils seit Jahren. Deutschland gehört bei der Abschaltung eher zu den späten Ländern — nicht zuletzt, weil hier viele Geräte jenseits von Telefonen daran hängen: Aufzugsnotrufe, Alarmanlagen, Zählerfernauslesung und eben Fahrzeug-Notrufsysteme.

    Genau diese lange Übergangszeit ist der Grund, warum das Thema jetzt hochkommt: Die Frist rückt näher, und die betroffenen Geräte lassen sich nicht so einfach austauschen wie ein Handy.


    eCall abschalten oder deaktivieren — geht das eigentlich?

    Eine Frage, die aus der entgegengesetzten Richtung kommt und ebenfalls regelmäßig gestellt wird: Manche Fahrer möchten den Notruf aus Datenschutzgründen abschalten. Auch dazu die klare Einordnung.

    Technisch ist das nicht vorgesehen. Das Notrufsystem lässt sich vom Fahrer nicht deaktivieren — das ist gesetzlich so gewollt, denn eine Sicherheitsfunktion, die man versehentlich ausschalten kann, wäre wertlos. Ein Eingriff in das Modul würde zudem die Betriebserlaubnis berühren.

    Datenschutzrechtlich ist die Sorge unbegründeter, als viele denken. Das System sendet im Normalbetrieb nichts. Es befindet sich in einem Ruhezustand und wird erst durch einen Unfall oder den Druck auf die SOS-Taste aktiviert. Es gibt keine dauerhafte Standortübermittlung und keine Bewegungsprofile über den Notruf. Übertragen wird ein definierter Minimaldatensatz, und zwar ausschließlich an die Rettungsleitstelle.

    Davon zu unterscheiden sind herstellereigene Online-Dienste — Konnektivitätspakete, App-Anbindung, Ferndiagnose. Diese Dienste senden tatsächlich regelmäßig Daten, sind aber vom gesetzlichen Notruf getrennt und lassen sich in den Fahrzeugeinstellungen oder über den Vertrag steuern. Wer Bedenken hat, sollte dort ansetzen, nicht beim Notruf.


    Was bedeutet das für Gebrauchtwagen?

    Beim Gebrauchtwagenkauf lohnt der Blick auf die Notruftechnik — allerdings mit Augenmaß.

    Für Käufer ist es eine sinnvolle Frage unter vielen, aber kein Ausschlusskriterium. Ein gepflegter Gebrauchter mit lückenlosem Scheckheft und guter Ausstattung bleibt ein guter Kauf, auch wenn sein Notrufmodul über 2G funkt. Wichtiger sind nach wie vor Zustand, Historie und Preis.

    Für Verkäufer gilt Entwarnung: Bislang spielt das Thema bei der Fahrzeugbewertung praktisch keine Rolle. Ob sich das ändert, wenn die Abschaltung näher rückt, lässt sich seriös nicht vorhersagen — aktuell bewerten Händler nach Zustand, Laufleistung und Nachfrage, nicht nach Funkmodul.

    Ein praktischer Rat für beide Seiten: Die Frage nach der Notruf-Generation gehört ins Gespräch, nicht ins Kleingedruckte. Wer sie offen anspricht, vermeidet spätere Diskussionen. In unserem geprüften Gebrauchtwagen-Bestand in Wiesloch klären wir das auf Nachfrage für jedes Fahrzeug.


    Nicht nur Autos: Was sonst noch am alten Netz hängt

    Der Fahrzeug-Notruf ist der prominenteste Fall, aber bei weitem nicht der einzige. Ein Blick über den Tellerrand hilft, die Größenordnung einzuordnen — und erklärt, warum die Abschaltung so lange hinausgezögert wurde.

    Aufzugsnotrufe funken vielfach über 2G. In vielen Bestandsgebäuden hängt die Notrufeinrichtung im Aufzug an einem Mobilfunkmodul, das nie für einen Netzwechsel ausgelegt war. Hausverwaltungen stehen hier vor demselben Problem wie Autobesitzer.

    Alarmanlagen und Notrufsysteme in Gebäuden nutzen ebenfalls häufig die alte Technik, weil sie stromsparend und flächendeckend verfügbar war. Auch Hausnotrufsysteme für ältere Menschen sind teils betroffen.

    Technische Fernauslesung — von Wasserzählern bis zu Messgeräten in der Industrie — läuft in großem Umfang über 2G-Module, die jahrzehntelang wartungsfrei arbeiten sollten.

    Für Autofahrer ist diese Einordnung aus einem Grund relevant: Sie zeigt, dass die Netzbetreiber unter erheblichem Abstimmungsdruck stehen und Fristen in der Vergangenheit mehrfach verschoben wurden. Ob es beim angekündigten Zeitpunkt bleibt, wird sich zeigen. Verlassen sollte man sich darauf nicht — planen aber auch nicht mit dem schlimmsten Fall.


    Fazit: Kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Klarheit

    Die Abschaltung des 2G-Netzes nimmt Millionen Autos eine Sicherheitsfunktion, die kaum jemand bewusst wahrnimmt — und die im Ernstfall Leben rettet. Das ist ernst, aber es ist kein Notfall: Die Abschaltung kommt frühestens 2028, Fahrzeuge bleiben zugelassen, die Hauptuntersuchung ist nicht gefährdet, und eine Nachrüstpflicht gibt es nicht.

    Was du tun kannst, ist überschaubar. Kläre einmal, welche Technik in deinem Auto steckt — beim nächsten Werkstattbesuch, anhand der Fahrgestellnummer. Hinterlege Notfallkontakte im Handy und prüfe, ob dein Smartphone eine Unfallerkennung bietet. Und wenn ohnehin ein Neuwagen ansteht, frag nach dem Produktionszeitpunkt: Ab Anfang September funken Fabia, Scala und Kamiq über 4G und 5G.

    Mehr braucht es nicht. Wer diese drei Punkte erledigt hat, ist besser informiert als die allermeisten Autofahrer — und muss sich um das Thema nicht weiter kümmern.

    Ein Schlusswort zur Verhältnismäßigkeit: In der Berichterstattung wird das Thema teilweise dramatischer dargestellt, als es ist. Von drohenden Stilllegungen und TÜV-Problemen war die Rede — beides trifft nicht zu. Was zutrifft, ist der stille Verlust einer Funktion, die im Ernstfall zählt. Genau deshalb gehört das Thema weder ignoriert noch überhöht, sondern einmal sachlich geklärt.

    Wenn du unsicher bist, ob dein Fahrzeug betroffen ist: Bring es beim nächsten Termin einfach mit. Wir schauen gemeinsam nach, welche Notruf-Generation verbaut ist, und du weißt danach, woran du bist — unabhängig davon, ob du bei uns gekauft hast oder nicht.


    Quellen und weiterführende Informationen

    Die Auswirkungen der Netzabschaltung auf den Fahrzeug-Notruf dokumentiert der ADAC in seiner Übersicht zur 2G-Abschaltung beim eCall. Über den Umfang der betroffenen Fahrzeuge und die Folgen berichtet auto motor und sport. Die Einordnung zur Hauptuntersuchung liefert die Autozeitung. Hintergründe zur Netzabschaltung selbst finden sich bei PC-WELT. Die rechtlichen Grundlagen zum Notrufsystem veröffentlicht die zuständige Bundesbehörde für Verkehr.

    Stand der Angaben (20.07.2026)

    Angaben zur Netzabschaltung beruhen auf den öffentlich kommunizierten Planungen der Netzbetreiber und können sich ändern. Die genannten Fristen für Neufahrzeuge entsprechen der geltenden EU-Regelung zum Notrufsystem. Ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, klärt verbindlich nur der Hersteller anhand der Fahrgestellnummer. Angaben zum Umstellungszeitpunkt bei Fabia, Scala und Kamiq entsprechen dem Kenntnisstand des Autorenteams als autorisierter Skoda-Servicepartner und ersetzen keine verbindliche Zusage; maßgeblich ist die Auftragsbestätigung des Vertragshändlers.

    Häufige Fragen

    Was ist eCall überhaupt?

    eCall ist der automatische Notruf im Auto. Löst bei einem schweren Unfall der Airbag aus, wählt das Fahrzeug selbstständig die 112 und übermittelt Standort, Fahrtrichtung und Fahrzeugdaten an die Rettungsleitstelle. Zusätzlich lässt sich der Notruf über eine SOS-Taste von Hand auslösen. Für alle neuen Pkw ist das System seit 2018 in der EU Pflicht.

    Welche Autos sind von der 2G-Abschaltung betroffen?

    Betroffen sind Fahrzeuge, deren Notrufmodul über die alten Mobilfunknetze 2G oder 3G funkt — das sind nach Branchenschätzungen mehrere Millionen Autos in Deutschland. Praktisch trifft es viele Fahrzeuge, die zwischen 2018 und etwa 2025 gebaut wurden. Ob dein Auto dazugehört, weiß der Hersteller oder eine Vertragswerkstatt anhand der Fahrgestellnummer.

    Funktioniert mein eCall nach 2028 noch?

    Nur, wenn das Notrufmodul über 4G oder 5G funkt. Nutzt es ausschließlich 2G, geht der automatische Notruf nach der Abschaltung ins Leere — das Fahrzeug wählt zwar, findet aber kein Netz mehr. Die 112 vom Handy funktioniert selbstverständlich weiter; verloren geht die automatische Alarmierung mit Standortübermittlung.

    Kann man eCall nachrüsten?

    Nach aktuellem Stand gibt es keine flächendeckende Nachrüstlösung für Bestandsfahrzeuge. Das Notrufmodul ist tief in die Fahrzeugelektronik eingebunden, ein einfacher Tausch der Funkeinheit ist bei den meisten Modellen nicht vorgesehen. Eine gesetzliche Nachrüstpflicht besteht ebenfalls nicht — niemand muss also aktiv werden.

    Muss ich wegen eCall zum TÜV oder verliere ich die Plakette?

    Nein. Ein nicht mehr funktionierender eCall führt nicht dazu, dass ein Fahrzeug die Hauptuntersuchung nicht besteht. Autos bekommen auch nach der Netzabschaltung ihre Plakette. Die Sorge, Millionen Fahrzeuge würden dadurch stillgelegt, ist unbegründet.

    Ab wann haben Neuwagen die neue Notruf-Technik?

    Seit dem 1. Januar 2026 müssen neu typgenehmigte Pkw mit der neuen Generation ausgestattet sein, die über 4G und 5G funkt. Ab dem 1. Januar 2027 gilt das für alle Neufahrzeuge. Fahrzeuge mit der alten 2G-Technik dürfen nur noch bis Ende 2026 neu in den Verkehr gebracht werden.

    Was ändert sich bei Skoda Fabia, Scala und Kamiq?

    Bei diesen drei Baureihen steht die Umstellung auf die neue Notruf-Generation für Anfang September 2026 an. Fahrzeuge, die ab diesem Zeitpunkt produziert werden, funken über 4G und 5G. Wer jetzt bestellt und Wert auf die neue Technik legt, sollte den Produktionszeitpunkt beim Vertragshändler erfragen.

    Sollte ich deswegen mit dem Autokauf warten?

    Wenn du ohnehin in den nächsten Monaten kaufst und ein Fahrzeug lange fahren willst, ist die neue Notruf-Generation ein sinnvolles Argument für einen späteren Produktionstermin. Ein Grund, einen guten Kauf platzen zu lassen, ist es nicht — der Notruf ist ein Sicherheitsnetz für den Ausnahmefall, kein Alltagsmerkmal.

    Was bedeutet das für den Wiederverkauf meines Autos?

    Ein Fahrzeug mit alter Notruf-Technik bleibt verkehrssicher, zulassungsfähig und verkehrsfähig. Ob sich die fehlende Notruffunktion künftig im Preis niederschlägt, wird der Markt zeigen — bislang spielt das Thema bei der Bewertung praktisch keine Rolle. Wichtiger für den Restwert bleiben Zustand, Laufleistung und Scheckheft.

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