Inhalt dieses Artikels
- Welche Daten speichert mein Auto? Datenschutz bei Skoda, SEAT und CUPRA 2026
- Kurzantwort
- Welche Daten speichert mein Auto wirklich?
- Datenschutz im Auto: Pflicht-Systeme gegen Komfort-Dienste
- Was die Innenraumkamera speichert — und was nicht
- Was speichert der Unfalldatenspeicher im Auto?
- eCall: Welche Daten der automatische Notruf überträgt
- Vernetzte Dienste abschalten: Skoda Connect, SEAT Connect, CUPRA Connect
- Speichert mein Auto meinen Standort?
- Welche Daten speichert ein Elektroauto zusätzlich?
- Autodaten vor dem Verkauf löschen: Was Sie tun sollten
- Gläserner Fahrer: Wie viele Daten sammelt ein modernes Auto?
- Welche Daten speichert ein gebrauchtes Auto?
- Ihre Rechte nach der Datenschutz-Grundverordnung
- Quellen und weiterführende Informationen
- Update-Hinweis (Stand: 07.07.2026)
Welche Daten speichert mein Auto? Datenschutz bei Skoda, SEAT und CUPRA 2026
Welche Daten speichert mein Auto eigentlich, sobald ich losfahre? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, seit neue Pflicht-Systeme wie die Innenraumkamera in die Schlagzeilen geraten sind. Von „EU-Zwangskamera” bis „gläserner Fahrer” ist viel zu lesen, und dabei geht schnell der Blick für die Fakten verloren. Höchste Zeit für eine ruhige, sachliche Einordnung aus Sicht der Praxis.
Die kurze Version vorweg: Ein modernes Auto verarbeitet tatsächlich viele Daten, gibt aber deutlich weniger nach außen, als die Überschriften vermuten lassen. Die gesetzlichen Sicherheits-Systeme sind bewusst datensparsam gebaut. Daten verlassen das Fahrzeug vor allem dann, wenn Sie vernetzte Komfort-Dienste bewusst einschalten. Dieser Ratgeber zeigt für Skoda, SEAT und CUPRA, welche Systeme welche Daten verarbeiten, was davon das Auto verlässt und was Sie selbst steuern können.
Kurzantwort
Welche Daten speichert mein Auto wirklich?
Um die Frage sauber zu beantworten, lohnt sich eine Trennung in zwei Gruppen. Auf der einen Seite stehen die Daten, die das Auto zum Fahren und für die Sicherheit braucht. Auf der anderen Seite stehen die Daten, die für Komfort und Vernetzung anfallen. Beide werden unterschiedlich behandelt.
Zur ersten Gruppe gehören Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Bremsverhalten sowie Zustandsdaten wie Reifendruck, Ölstand und Batteriezustand. Diese Werte entstehen laufend und bleiben in aller Regel im Fahrzeug. Sie dienen dazu, dass die Assistenz-Systeme funktionieren und dass das Auto Störungen erkennt. Ein Weitergeben nach außen ist dafür nicht nötig.
Zur zweiten Gruppe gehören Positionsdaten, Nutzungsprofile und Verbindungen zum Smartphone. Diese entstehen erst, wenn Sie vernetzte Dienste nutzen, etwa die Online-Navigation, die Fernsteuerung per App oder Streaming im Fahrzeug. Genau hier verlässt ein Teil der Daten das Auto. Der entscheidende Punkt ist, dass Sie diese Gruppe weitgehend selbst steuern. Welche Daten speichert mein Auto also dauerhaft nach außen? Ohne aktive Dienste und ohne Notfall im Kern keine.
Datenschutz im Auto: Pflicht-Systeme gegen Komfort-Dienste
Der wichtigste Gedanke für den Datenschutz im Auto ist der Unterschied zwischen Pflicht und Komfort. Die Pflicht-Systeme sind gesetzlich vorgeschrieben und dürfen genau deshalb nur wenig Daten preisgeben. Die EU hat bei ihrer Gestaltung von Anfang an Datenschutz-Regeln mitgedacht. Die Komfort-Dienste dagegen leben davon, dass Daten fließen, sind aber freiwillig.
Zu den Pflicht-Systemen zählen die Innenraumkamera zur Ablenkungswarnung, der Unfalldatenspeicher und der automatische Notruf eCall. Alle drei sind so ausgelegt, dass sie im Alltag keine persönlichen Rohdaten nach außen geben. Zu den Komfort-Diensten zählen die vernetzten Angebote der Marken, also Skoda Connect, Connect by SEAT und CUPRA Connect, dazu App-Steuerung und Online-Navigation.
Für den Alltag heißt das: Wer sich Sorgen um seine Daten macht, sollte weniger auf die Pflicht-Systeme schauen und mehr auf die freiwilligen Dienste. Dort liegt der eigentliche Hebel. Denn was Sie nicht einschalten, sendet auch nichts. Die folgenden Abschnitte gehen jedes wichtige System einzeln durch.
Was die Innenraumkamera speichert — und was nicht
Die Innenraumkamera ist das System, das die meisten Fragen auslöst. Seit dem 7. Juli 2026 gehört sie in jedem neu zugelassenen Auto zur Ausstattung und erkennt Müdigkeit und Ablenkung. Sie beobachtet dafür Augenpartie und Kopfhaltung. Entscheidend ist, dass die Auswertung ausschließlich im Steuergerät läuft.
Es gibt keinen Speicher, der Bilder oder Videos ablegt, und keine Übertragung in eine Cloud. Verarbeitet wird nur ein abgeleiteter Aufmerksamkeits-Wert. Eine Gesichtserkennung und eine dauerhafte Speicherung sind ausdrücklich untersagt. Das ist keine freiwillige Zusage der Hersteller, sondern in der delegierten EU-Verordnung festgeschrieben und folgt der Datenschutz-Grundverordnung. Kontrolliert wird die Einhaltung über die Typgenehmigung.
Wie das System technisch arbeitet, welche Modelle es haben und warum der 7. Juli 2026 ein wichtiger Stichtag ist, steht ausführlich im Beitrag zur EU-Innenraumkamera-Pflicht ab Juli 2026 bei Skoda, SEAT und CUPRA. Für den Datenschutz gilt zusammengefasst: Die Kamera schaut hin, aber sie merkt sich nichts und plaudert nichts aus.
Was speichert der Unfalldatenspeicher im Auto?
Der Unfalldatenspeicher, im Fachjargon Event Data Recorder, ist seit Juli 2024 in allen Neuwagen Pflicht. Er funktioniert wie eine kleine Blackbox, die aber nur einen engen Ausschnitt festhält. Gespeichert werden die Sekunden unmittelbar vor, während und nach einem schweren Aufprall.
Erfasst werden technische Werte wie Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsdruck, Lenkwinkel und der Status der Gurte. Nicht erfasst werden Bilder, Ton oder persönliche Angaben. Die Daten bleiben anonym und im Fahrzeug gespeichert, es gibt keine laufende Übertragung nach außen. Auslesen dürfen sie nur Berechtigte, etwa Gutachter, Gerichte oder Ermittler im Fall eines Unfalls.
Der Sinn dahinter ist die Aufklärung von Unfällen. Wenn strittig ist, wie schnell ein Fahrzeug war oder ob rechtzeitig gebremst wurde, liefert der Speicher sachliche Werte. Im normalen Alltag merken Sie von diesem System nichts, und es zeichnet keine gewöhnlichen Fahrten auf. Es springt erst bei einem echten Aufprall an.
eCall: Welche Daten der automatische Notruf überträgt
Der automatische Notruf eCall ist seit 2018 in neuen Fahrzeugtypen Pflicht und rettet im Ernstfall wertvolle Minuten. Bei einem schweren Unfall wählt das Auto selbstständig die europaweite Notrufnummer 112 und meldet den Vorfall. Auch eine manuelle Auslösung über einen Knopf ist möglich.
Übertragen wird dabei nur ein kleiner, klar definierter Datensatz. Dazu gehören der genaue Standort, die letzte Fahrtrichtung, der Fahrzeugtyp, die Antriebsart und die Zahl der angeschnallten Insassen. Diese Angaben helfen der Rettungsleitstelle, schnell und richtig zu reagieren. Mehr wird nicht gesendet.
Wichtig für den Datenschutz ist der Auslöser. eCall überträgt ausschließlich im Notfall oder bei manueller Auslösung. Im normalen Betrieb sendet das System nichts, zeichnet keine Strecken auf und erstellt kein Bewegungsprofil. Es liegt also die meiste Zeit still und wartet nur auf den Ernstfall. Damit ist eCall ein gutes Beispiel für ein Pflicht-System, das trotz Vernetzung sehr datensparsam bleibt.
Vernetzte Dienste abschalten: Skoda Connect, SEAT Connect, CUPRA Connect
Der eigentliche Datenfluss nach außen entsteht bei den vernetzten Komfort-Diensten. Skoda Connect, Connect by SEAT und CUPRA Connect bieten Online-Navigation, Verkehrsdaten in Echtzeit, Fernsteuerung per App und weitere Funktionen. Damit das klappt, tauscht das Auto Daten mit den Servern der Marke aus, etwa den Standort und den Fahrzeugzustand.
Diese Dienste sind freiwillig. Sie werden bei der Einrichtung aktiviert und setzen Ihre Zustimmung voraus. Genau hier liegt Ihr Hebel für den Datenschutz. Wenn Sie die vernetzten Funktionen nicht möchten, aktivieren Sie sie einfach nicht oder schalten sie später wieder ab. Viele Modelle bieten dafür einen Privatmodus, der die Datenübertragung vorübergehend anhält, ohne dass Sie das Konto ganz löschen müssen.
Ein sinnvoller Mittelweg ist, nur die Dienste zu nutzen, die Ihnen wirklich etwas bringen. Wer die Online-Navigation schätzt, aber keine Nutzungsprofile möchte, kann in den Einstellungen gezielt auswählen. Die genaue Menüführung unterscheidet sich je nach Modell und Software-Stand. Wer sich die Einstellungen einmal in Ruhe erklären lassen möchte, ist bei der Beratung und in der Werkstatt in Wiesloch gut aufgehoben. Dort lässt sich der Privatmodus direkt am Fahrzeug einrichten.
Speichert mein Auto meinen Standort?
Diese Frage verdient eine klare Antwort, weil sie viele beschäftigt. Für die Navigation kennt das Auto seine Position über das Satellitensignal. Dieser Vorgang läuft im Fahrzeug ab und braucht keine Verbindung nach außen. Ihr Standort wird dabei nicht automatisch irgendwohin gesendet.
Eine Übertragung des Standorts nach außen passiert nur in zwei Fällen. Erstens, wenn Sie vernetzte Dienste nutzen, die den Standort brauchen, etwa die Online-Navigation oder das Wiederfinden des geparkten Autos per App. Zweitens im Notfall über eCall. In beiden Fällen ist der Anlass klar, im ersten durch Ihre Zustimmung, im zweiten durch den Unfall.
Ein dauerhaftes, heimliches Bewegungsprofil erstellt das Auto von sich aus nicht. Wer ganz sichergehen möchte, nutzt den Privatmodus und verzichtet auf die App-Ortung. Dann bleibt der Standort im Fahrzeug. Damit haben Sie die Kontrolle darüber, ob und wann Ihre Position das Auto verlässt.
Welche Daten speichert ein Elektroauto zusätzlich?
Bei einem Elektroauto kommen einige Datenpunkte dazu, die ein Verbrenner nicht hat. Das Fahrzeug erfasst laufend den Zustand der Batterie, also Ladestand, Temperatur und Alterung. Diese Werte braucht das Auto, um die Batterie zu schützen und die Reichweite korrekt anzuzeigen. Sie bleiben zunächst im Fahrzeug und dienen dem Betrieb.
Ein Teil dieser Daten wird relevant, sobald Sie laden. Beim Laden an einer öffentlichen Säule tauschen Auto und Ladenetz Informationen aus, etwa zur Abrechnung und zur Ladeleistung. Nutzen Sie eine Lade-App oder eine Ladekarte, entsteht dort ein Verlauf Ihrer Ladevorgänge. Das ist für die Abrechnung nötig, lässt aber Rückschlüsse auf Ihr Fahrverhalten zu. Wer das nicht möchte, kann auf sparsam eingestellte Dienste und einfache Bezahlarten achten.
Auch die Batterie-Gesundheit spielt eine Rolle. Viele Hersteller werten den Zustand der Batterie aus, um die Garantie zu prüfen und Probleme früh zu erkennen. Bei Skoda, SEAT und CUPRA läuft das über die vernetzten Dienste, denen Sie zustimmen. Ohne aktive Dienste bleibt auch der Batterie-Bericht im Fahrzeug und wird nicht laufend übertragen.
Unterm Strich gilt für das Elektroauto dieselbe Logik wie für jedes moderne Fahrzeug. Die technischen Daten dienen dem Betrieb und bleiben lokal. Nach außen gelangt vor allem, was Sie beim Laden und über die vernetzten Dienste selbst freigeben. Wer den Verlauf seiner Ladevorgänge nicht dauerhaft speichern möchte, kann ihn in vielen Lade-Apps löschen und die Verknüpfung zum Fahrzeug trennen.
Autodaten vor dem Verkauf löschen: Was Sie tun sollten
Ein oft vergessener Punkt betrifft den Verkauf. Über die Jahre sammeln sich im Auto persönliche Daten an, die Sie nicht an den nächsten Besitzer weitergeben möchten. Dazu gehören gekoppelte Handys, gespeicherte Ziele wie die Heimatadresse, Garagentor-Codes und der Zugang zum vernetzten Konto.
Vor der Übergabe sollten Sie zwei Dinge erledigen. Erstens das Infotainment auf Werkseinstellungen zurücksetzen, damit alle gespeicherten Verbindungen und Ziele verschwinden. Zweitens das Fahrzeug aus Ihrem Connect-Konto entfernen. Sonst hätte der neue Besitzer möglicherweise über Ihre App Zugriff auf das Auto, und Sie umgekehrt weiter auf ein Fahrzeug, das Ihnen nicht mehr gehört.
Diese Schritte sind schnell erledigt, werden aber leicht übersehen. Auch beim Kauf eines geprüften Gebrauchtwagens lohnt der Blick, ob der Vorbesitzer sein Konto entfernt hat. Bei einem Fahrzeug aus dem Bellemann-Bestand ist das Zurücksetzen Teil der Aufbereitung. Wer unsicher ist, wie das Löschen genau funktioniert, bekommt in der Werkstatt eine kurze Anleitung.
Gläserner Fahrer: Wie viele Daten sammelt ein modernes Auto?
Das Bild vom gläsernen Fahrer taucht in vielen Schlagzeilen auf und erzeugt ein mulmiges Gefühl. Es lohnt sich, dieses Bild einmal nüchtern zu prüfen. Richtig ist, dass ein modernes Auto technisch viel erfassen kann. Falsch ist die Annahme, dass es all diese Daten automatisch sammelt und weitergibt. Zwischen Können und Tun liegt ein großer Unterschied, und genau den regelt der Datenschutz.
Ein guter Vergleich ist das Smartphone. Auch ein Handy könnte theoretisch ständig alles mitschneiden. Ob es das tut, hängt davon ab, welche Apps und Dienste Sie erlauben. Beim Auto ist es ähnlich. Die Pflicht-Systeme sind bewusst so gebaut, dass sie kaum Daten nach außen geben. Die freiwilligen Dienste tun das nur mit Ihrer Zustimmung. Der gläserne Fahrer entsteht also nicht von selbst, sondern höchstens dann, wenn man alle Dienste ohne Nachdenken aktiviert.
Ein anschauliches Beispiel ist die Geschwindigkeitswarnung. Sie nutzt die Kamera und die Karte, um das Tempolimit zu erkennen, und warnt bei Überschreitung. Dabei entsteht kein Bewegungsprofil, das Warnen läuft im Fahrzeug ab. Wer wissen möchte, wie sich diese Warnung bedienen und abstellen lässt, findet die Anleitung im Beitrag Geschwindigkeitsassistent ausschalten bei Skoda, SEAT und CUPRA.
Die ehrliche Antwort auf die Angst vor dem gläsernen Fahrer lautet deshalb: Ein wenig Aufmerksamkeit genügt. Wer die freiwilligen Dienste bewusst wählt und die Datenschutz-Erklärung überfliegt, behält die Kontrolle. Panik ist nicht angebracht, Gleichgültigkeit aber auch nicht. Der richtige Weg liegt in der Mitte, nämlich im bewussten Umgang mit den Funktionen, die man wirklich nutzen möchte.
Welche Daten speichert ein gebrauchtes Auto?
Nicht jedes Fahrzeug ist gleich stark vernetzt. Ältere Modelle und viele Gebrauchtwagen haben deutlich weniger Systeme an Bord als ein aktueller Neuwagen. Ein Auto aus einem Baujahr vor Juli 2024 hat oft keinen Unfalldatenspeicher nach der neuen Vorschrift, und ein Fahrzeug von vor dem 7. Juli 2026 kommt in der Regel ohne die neue Innenraumkamera aus. Wer bewusst wenig Elektronik möchte, findet also im Gebrauchtwagen eine ruhigere Wahl.
Auch beim Thema Vernetzung unterscheiden sich die Baujahre. Ein älterer Gebrauchter hat häufig keine ständige Datenverbindung zum Hersteller, weil ihm das nötige Mobilfunk-Modul fehlt oder die Dienste nie eingerichtet wurden. Das reduziert den Datenfluss nach außen von vornherein. Ein junger Gebrauchter dagegen bringt die modernen Systeme meist schon mit, weil sie zur Serienausstattung gehörten.
Beim Kauf eines Gebrauchtwagens lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf zwei Punkte. Erstens, welche Systeme überhaupt verbaut sind, was sich an der Ausstattung und am Baujahr ablesen lässt. Zweitens, ob der Vorbesitzer sein vernetztes Konto entfernt und das Infotainment zurückgesetzt hat. Bei einem Fahrzeug aus dem geprüften Gebrauchtwagen-Bestand ist das Zurücksetzen Teil der Aufbereitung. Wie sich die Ausstattung beim aktuellen Kompakt-SUV darstellt, zeigt zum Vergleich der Überblick zum Skoda Karoq 2027 mit Bestellstart, Preisen und Motoren. So sehen Sie schnell, welche Datensysteme ein neues Modell mitbringt und welche einem älteren fehlen.
Ihre Rechte nach der Datenschutz-Grundverordnung
Zum Schluss der Blick auf Ihre Rechte, denn die gelten auch im Auto. Die Datenschutz-Grundverordnung regelt, wie mit Ihren personenbezogenen Daten umgegangen werden muss. Für die vernetzten Dienste ist in der Regel der Hersteller der Verantwortliche, der Ihnen Auskunft schuldet.
Sie haben das Recht zu erfahren, welche Daten über die vernetzten Dienste verarbeitet werden. Sie können der Verarbeitung widersprechen, indem Sie die Dienste abschalten, und Sie können die Löschung Ihrer Konto-Daten verlangen. Die Datenschutz-Erklärungen der Marken beschreiben, welche Daten wofür genutzt werden. Ein Blick hinein lohnt sich, bevor Sie einen Dienst dauerhaft aktivieren.
Eine solche Auskunft fordern Sie formlos beim Hersteller an, meist über ein Kontaktformular oder die im Datenschutz-Hinweis genannte Adresse. Der Hersteller muss innerhalb eines Monats antworten und darf dafür in der Regel kein Geld verlangen. Oft genügt aber schon ein Blick in die App, in der die aktiven Dienste und die freigegebenen Daten übersichtlich aufgelistet sind. So sehen Sie mit wenigen Schritten, was tatsächlich verarbeitet wird.
Unterm Strich gilt für den Datenschutz im Auto dasselbe wie beim Smartphone: Die Technik kann viel, aber Sie entscheiden mit, was davon genutzt wird. Wer die freiwilligen Dienste bewusst wählt und vor dem Verkauf aufräumt, behält die Kontrolle. Die gesetzlichen Pflicht-Systeme müssen Sie dabei am wenigsten sorgen, weil sie von Haus aus datensparsam gebaut sind.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Rechtsgrundlage zu den neuen Sicherheits-Systemen steht in der EU-Verordnung 2019/2144. Allgemeine Hinweise zum Datenschutz gibt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz. Praxisnahe Einordnungen zum vernetzten Auto veröffentlicht der ADAC. Angaben zur Typgenehmigung und zu den Pflicht-Systemen macht das Kraftfahrt-Bundesamt. Wie die vernetzten Dienste im Detail arbeiten, beschreiben Skoda Deutschland und CUPRA Deutschland in ihren Datenschutz-Erklärungen. Diese Quellen ergänzen die praktische Einordnung aus Sicht des Automobilsalons Bellemann in Wiesloch.
Update-Hinweis (Stand: 07.07.2026)
Stand 7. Juli 2026 verarbeitet ein modernes Auto viele Daten, gibt aber im Alltag wenig nach außen. Die Pflicht-Systeme Innenraumkamera und Unfalldatenspeicher arbeiten lokal im Fahrzeug und übertragen keine Rohdaten. Der Notruf eCall meldet den Standort nur im Ernstfall. Vernetzte Dienste wie Skoda Connect, Connect by SEAT und CUPRA Connect senden erst Daten, wenn Sie zustimmen, und lassen sich über einen Privatmodus abschalten. Vor dem Verkauf sollten Sie das Infotainment zurücksetzen und das Fahrzeug aus Ihrem Konto entfernen. Beobachtungspunkte für die nächsten Wochen sind neue Software-Stände bei den vernetzten Diensten und mögliche Anpassungen der EU-Vorgaben zur Datensparsamkeit. Letzter Stand der Werte: 07.07.2026.
Häufige Fragen
Welche Daten speichert die Innenraumkamera?
Die Innenraumkamera zur Ablenkungswarnung wertet Augenpartie und Kopfhaltung aus, um Müdigkeit und Ablenkung zu erkennen. Sie speichert dabei keine Bilder oder Videos. Verarbeitet werden nur abgeleitete Werte wie ein Aufmerksamkeits-Index, und zwar ausschließlich lokal im Steuergerät. Es gibt keinen Speicher für Rohbilder und keine Übertragung in eine Cloud. Diese Vorgabe steht in der delegierten EU-Verordnung und folgt der Datenschutz-Grundverordnung.
Speichert mein Auto meinen Standort?
Für die Navigation kennt das Auto seine Position über das Satellitensignal, das läuft im Fahrzeug ab. Eine dauerhafte Übertragung des Standorts nach außen findet nur statt, wenn Sie vernetzte Dienste nutzen und dem zugestimmt haben. Der automatische Notruf eCall überträgt den Standort ausschließlich im Ernstfall, also nach einem Unfall oder bei manueller Auslösung. Ohne aktive Dienste und ohne Notfall verlässt Ihr Standort das Fahrzeug nicht laufend.
Kann ich die Datenerfassung im Auto abschalten?
Teilweise ja. Vernetzte Komfort-Dienste wie Skoda Connect lassen sich deaktivieren, viele Modelle bieten dafür einen Privatmodus, der die Datenübertragung stoppt. Die gesetzlichen Sicherheits-Systeme wie Innenraumkamera, Unfalldatenspeicher und eCall lassen sich dagegen nicht dauerhaft abschalten, weil sie Pflicht sind. Sie sind aber so gebaut, dass sie kaum Daten nach außen geben. Bei der Kamera können Sie zumindest die Empfindlichkeit der Warnung anpassen.
Was speichert der Unfalldatenspeicher im Auto?
Der Unfalldatenspeicher, auf Englisch Event Data Recorder, hält die Sekunden rund um einen schweren Aufprall fest. Gespeichert werden technische Werte wie Geschwindigkeit, Bremsung und Gurtstatus, keine Video- oder Tonaufnahmen und keine Namen. Die Daten bleiben anonym und im Fahrzeug. Auslesen dürfen sie nur Berechtigte, etwa im Rahmen einer Unfalluntersuchung. Der Speicher ist seit Juli 2024 für alle Neuwagen in der EU Pflicht.
Welche Daten sammelt ein modernes Auto?
Ein modernes Auto verarbeitet Fahrdaten wie Geschwindigkeit und Lenkbewegung, Zustandsdaten wie Reifendruck und Ölstand sowie bei aktiven Diensten auch Positions- und Nutzungsdaten. Das meiste davon bleibt im Fahrzeug und dient dem Betrieb. Nach außen gelangen Daten vor allem über vernetzte Dienste, die Sie selbst aktivieren, sowie über den Notruf im Ernstfall. Die reinen Pflicht-Sicherheitssysteme sind bewusst datensparsam ausgelegt.
Muss ich Autodaten vor dem Verkauf löschen?
Es ist dringend zu empfehlen. Vor dem Verkauf sollten Sie das Infotainment auf Werkseinstellungen zurücksetzen, damit gekoppelte Handys, gespeicherte Ziele wie die Heimatadresse und Garagentor-Codes verschwinden. Außerdem sollten Sie das Fahrzeug aus Ihrem Connect-Konto entfernen, damit der neue Besitzer keinen Zugriff auf Ihre Dienste hat und Sie umgekehrt keinen mehr auf das Auto. Die Werkstatt kann Ihnen die nötigen Schritte zeigen.
Sind die Kameradaten im Auto sicher?
Ja, nach der geltenden Vorgabe. Die Innenraumkamera verarbeitet ihre Bilder nur im Steuergerät und speichert keine Aufnahmen. Eine Gesichtserkennung und eine Speicherung sind ausdrücklich untersagt. Kontrolliert wird das über die Typgenehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Ein Auto, das die Vorgabe nicht einhält, bekäme keine Zulassung. Damit sind die Kameradaten deutlich besser geschützt, als viele Schlagzeilen vermuten lassen.
Was ist eCall und welche Daten überträgt der Notruf?
eCall ist der automatische Notruf, der seit 2018 in Neuwagen Pflicht ist. Bei einem schweren Unfall wählt das Auto selbstständig die europäische Notrufnummer und überträgt einen kleinen Datensatz: den Standort, die Fahrtrichtung, den Fahrzeugtyp und die Zahl der Insassen laut Gurtsensor. Diese Übertragung findet nur im Notfall oder bei manueller Auslösung statt. Im normalen Betrieb sendet eCall nichts und zeichnet keine Fahrten auf.
Wer darf auf die Daten meines Autos zugreifen?
Im Normalfall Sie selbst als Halter. Der Hersteller kann bei aktiven vernetzten Diensten auf die dafür nötigen Daten zugreifen, aber nur im Rahmen Ihrer Zustimmung und der Datenschutz-Grundverordnung. Auf den Unfalldatenspeicher greifen im Schadensfall Berechtigte zu, etwa Gutachter oder Gerichte. Werkstätten sehen technische Diagnosedaten für die Reparatur. Ein unbeschränkter Zugriff durch Dritte ist nicht vorgesehen und wäre nicht zulässig.